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Step Up 3D

(Step Up 3D, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

54%



Inhalt

Der World Jam Wettbewerb steht vor der Tür und Luke und seine Tanzgruppe "House of Pirates" trainieren bereits fleißig. Mit den beiden Neulingen Moose und Natalie bereitet sich die Kombo auf das Duell mit den Rivalen "House of Samurai" vor. Der Sieg scheint nur noch eine Formsache, bis die Tänzer von "House of Samurai" den "Piraten" ihre Choreographie klauen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

54%

Die Dance-Welle hält ungebrochen an. Nachdem im letzten Jahr bereits der Tanzfilm-Klassiker Fame - Der Weg zum Ruhm wenig kultverdächtig recycled wurde, geht die Neuzeittanz-Romantiksoap nach Step Up und Step Up 2 - The Streets mit Step Up 3D bereits in die dritte Runde. Das auf Trendmagazin hochglanzmäßig gepimpte Produkt präsentiert sich als zeitgeistgerechter Teenie-Tanzfilm, dessen Story auf einem Bierdeckel Platz finden würde und geradeso einen Handlungsrahmen zu bilden vermag. Das allerdings auch nur, da man sich motivisch vielerorts kreativ inspirieren ließ.

Bild aus Step Up 3D Moose (Adam Sevani) und seine platonische Dauerfreundin Camille (Sharni Vinson) sind in New York, um zu studieren. Moose würde zwar viel lieber Tanzen, doch seinen Eltern zuliebe hat er sich entschlossen, eine seriöse Laufbahn einzuschlagen. Wer aber mit solch rhythmischer Veranlagung gesegnet ist, wird seiner wahren Bestimmung nicht lange fern bleiben. Nachdem er ein unfreiwilliges Battle im Central Park gewinnt, wird er von Luke (Rick Malambri) für die Crew der Pirates requiriert. Luke ist der Mentor dieser Tanztruppe, die er regelrecht von der Straße aufgelesen und den jungen Talenten damit eine Perspektive sowie eine Bleibe in einer zum Wohn- und Trainingshaus umgebauten Lagerhalle gegeben hat.

Gerade bereiten sich alle auf einen Tanzwettbewerb vor. Dem Gewinner winken 100.000 Dollar. Geld, das Luke und seine Truppe bitter nötig haben, um die Raten für die Lagerhalle bezahlen zu können. Andernfalls stehen sie bald auf der Straße. Ehrensache, dass Moose trotz plötzlicher Doppelbelastung ihnen mit seinem Können beisteht. Verstärkung erhält die Combo zusätzlich von Naturtalent Natalie, auf die Luke schon seit längerem ein Auge geworfen hat und zwar nicht nur das eines Tanzcoaches. Noch ein anderes Team ist aber versessen auf die Siegesprämie: die Samurai, und deren Leader hat überdies noch eine persönliche Rechnung mit Luke offen. Als wäre die Situation damit nicht schwierig genug, scheint Moose mit Studieren und gleichzeitig intensivem Training schlecht klarzukommen und Natalie gibt möglicherweise lediglich vor, die Pirates zu unterstützen.

Obwohl eigentlich Tanzfilm, kann man sich eingangs nicht des Gefühls erwehren, dass hier ganz geschickt Elemente aus Superheldensteifen oder Pseudo-Romeo-und-Julia-Motive a la Fantasyschmonzete Twilight mit verwurstet wurden. Der Protagonist Moose, ein behüteter und etwas unbeholfen wirkender Erstsemesterstudent der Physik, würde glatt als Spider-Man-Ego Peter Parker eine gute Figur abgeben; die cool-freakige Tanzcrew der Pirates in ihrem geheimen Wohn- und Trainingscenter erinnert stark an die Mutantentruppe der X-Men; und die beiden konkurrierenden Lager mit einer Frau dazwischen, sind ein klassisches Motiv, das von Troja über Shakespeare seinen Weg zu Leonard Bernstein in der West Side Story fand - und natürlich auch in aktuellen Teenievampir-Büchern und -Filmen verarbeitet wird.

Völlig ungeniert, des reinen Effekts willen, wurde sich auch an anderer Stelle bedient: unschöne Tango-Interpretationen (ein Tanz, der den Argentiniern regelrecht heilig ist) oder Capoeira-Elemente, die einfach hineingeworfen werden, weil es stylisch ist - ohne einen Gedanken an Herkunft, Tradition und der Seele des Ganzen zu verschwenden - untermauern, welchen Geistes Kind dieser Streifen ist. Man wird vermutlich sogar Werbespots finden, die tiefsinniger sind. Step Up 3D präsentiert sich als völlig glatt polierte Tanzshow, die zugegebenermaßen eines nicht macht: Sie versucht nicht, nach mehr auszusehen, als tatsächlich in ihr steckt.

Über die Tanzeinlagen gibt es somit nahezu nichts zu mosern - und darauf kommt es hierbei letztendlich wohl an. Zu fetzigen Rhythmen wird eine temporeiche Show geliefert, die von einem Schnitt zehrt, der glücklicherweise auf Stakkatobombardement verzichtet. Zwischendurch gibt es überdies sogar eine angenehme Gene-Kelly-Hommage, die fast schon ein wenig versöhnlich stimmt. Auf der anderen Seite stehen aber ein brechreizproduzierendes Product Placement, das mit "Schleichwerbung" schon gar nichts mehr zu tun hat, Charaktere die kaum genug Tiefgang für eine Telenovela besitzen und ein Tanzfilm, der von jeglicher gesellschaftlicher Fragestellung tiefengereinigt wurde.

Musik oder Tanz waren aber in der Vergangenheit nie derart apolitisch: Jede Generation löste mit ihren Tanz- und Musikvorbildern, Rhythmen und dem damit einhergehenden neuen Lebensgefühl bedeutende Veränderungen in der Gesellschaft aus. Das alles ignoriert Step Up 3D, bis auf ein einziges Mal, als Moose sich auf Elvis Presley besinnt und daran erinnert, dass dieser mit einem einzigen Hüftschwung eine Revolution ausgelöste und die sexuelle Befreiung einer ganzen Generation einläutete. Bei einem Film, der aber ansonsten derart sinnfrei ist und nahezu ohne jeglichen gesellschaftlichen Kontext auskommt (außer dem präsentieren von Klamotten und Hitech-Gadgets), hätte man sich das geflissentlich auch sparen können.

Step Up 3D ist maßgeschneidertes Zielgruppenkino, das intellektuell niemals schlaumeiert und ebenfalls nie ernstlich versucht, seinem Publikum mehr als die üblichen eingängigen Weisheiten zu kredenzen: stehe zu deinen Überzeugungen, zieh dein Ding durch, halte zu deinen Freunden und trage möglichst immer toptrendige Outware. Tatsächlich gelingt es dem Film aber, durch seine mitreißenden Tanzeinlagen einiges wettzumachen und die Figuren sind trotz einer Profilstärke, die kein Film-TÜV unbeanstandet lassen würde, charmant genug, den Frust über solche Flachheit nicht allzu groß werden zu lassen. Und sogar die dritte Dimension, der man nicht immer im Kino was abgewinnen können muss, scheint hier tatsächlich halbwegs sinnig umgesetzt worden zu sein - wenn es auch die einzige Tiefe bleiben wird, die der Film summa summarum erlangt.

Keine weitere Wertung


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