|
Zeitreisen gehören ohne Frage zu den interessantesten Themen die das Sci-Fi Genre zu bieten hat, weshalb sie im Laufe der Filmgeschichte bereits in allen erdenklichen Variationen filmisch verarbeitet wurden. Von nostalgisch abenteuerlich wie in Zurück in die Zukunft, über skuril verspult (12 Monkeys) oder kultig komisch (Bill & Ted's excellent Adventures) bis hin zu brachial actiongeladen wie in Terminator 2 - Tag der Abrechnung oder tragisch philosophisch wie zuletzt in Donnie Darko ist alles schon mal da gewesen. Einer der ganz großen Klassiker in diesem Metier ist zweifelsohne The Time Machine, die 1960 von George Pal gedrehte Verfilmung des gleichnamigen H.G.Wells Romans. Obwohl dieser Film nun schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, gelingt es ihm aufgrund der im wahrsten Sinne des Wortes zeitlosen Geschichte und seines unwiderstehlichen Charmes auch heute noch Zuschauer aller Altersklassen zu unterhalten. Ein Remake war daher ziemlich unnötig, wurde jedoch trotzdem realisiert und zwar von keinem geringeren als dem Enkel des Romanautors, Simon Wells.
Bereits von Beginn fallen einem einige Änderungen zum Originalfilm auf, die allerdings durchwegs gelungen sind. Der ehemals namenlose Zeitreisende heißt nun Alexander Hartdegen, ist leidenschaftlicher Wissenschaftler und bis über beide Ohren in eine Schönheit namens Emma verliebt. Als diese eines Nachts von einem üblen Schurken erstochen wird, bricht für Alexander eine Welt zusammen. In seiner Trauer und Hilflosigkeit widmet er sich seinem bisher ambitioniertesten Projekt, dem Bau einer Zeitmaschine mit der er in die Vergangheit reisen und den Mord an seiner Geliebten ungeschehen machen möchte. Als es ihm jedoch nicht gelingt, das Vergangene zu ändern, reist er in die Zukunft, da er sich dort die Beantwortung all seiner Fragen erhofft. Im achthundertsten Jahrtausend angekommen findet er sich schließlich in der Welt der friedlichen Eloi und grausamen Morlocks wieder, wie wir sie bereits aus dem Originalfilm kennen.
Während der ersten Hälfte dieses Remakes fühlt man sich als Zuschauer sehr gut unterhalten. Das New York des 19ten Jahrhunderts versprüht Flair, die Motivation der Hauptperson ist nachvollziehbar, die Geschichte einigermaßend fesselnd und die Effekte können ebenfalls überzeugen. Guy Pearce ist mit seiner Rolle zwar sichtlich unterfordert, macht dabei aber immerhin eine gute Figur. Einige der besten Szenen des Films beinhalten ein von Orlando Jones gespieltes Hologramm, welches in einem Museum der Zukunft zur Beantwortung der Fragen seitens der Besucher zur Verfügung steht. Über einzelne Ungereimtheiten wie zum Beispiel die Tatsache, daß Alexander bereits nach einem einzigen gescheiterten Rettungsversuch zur Überzeugung gelangt, die Vergangenheit könne gar nicht verändert werden, kann man bis zu diesem Zeitpunkt noch problemlos hinwegsehen.
Doch ab dem Moment in dem Alexander im achthundertsten Jahrtausend angkommen ist bricht der Film auseinander. Die schöne Emma gerät plötzlich in Vergessenheit und wird kurzerhand durch die belanglose Samntha Mumba ersetzt, die bisher wirklich interessante Geschichte wandelt sich auf einmal in einen billigen, undurchdachten und vor allem langweiligen Actionfilm an dessen Ende ein blamabler Showdown steht. Story, Ausstattung und Atmosphäre erinnern einen dabei nur all zu deutlich an das lahme Planet der Affen-Remake des vergangenen Jahres. Der überforderte Simon Wells konnte sich wohl nicht so recht entscheiden welche Geschichte er denn nun erzählen wollte und versagte ganz offensichtlich dabei, den Inhalt des Originals sinnvoll mit den neu hinzugefügten Elementen zu verknüpfen. Das Ergebnis ist ein mehr als entäuschender Film der den Zuschauer nicht im mindesten zufriedenstellt. |