Basierend auf der Kurzgeschichtenvorlage The Bastler von Pulitzers-Preisträger Jeffrey Eugenides zauberten die Regisseure Josh Gordon und Will Speck eine klassische Komödie rund um Kinderwunsch und Freundschaft, die nach bekanntem Schema funktioniert und wenig Neues bieten kann. Einzig der Kinderdarsteller Thomas Robinson vermag dem Film im Zusammenspiel mit Jason Bateman mehr Tiefe zu verleihen.
Komödien, die das Thema Babywunsch als Grundlage haben, sind bekanntlich nicht neu. So verwundert es nicht, dass das Grundkonzept dieses Films wenig Neues zu bieten hat. Die Midlife-Crisis hat auch Kassie erwischt. Mit knapp 40 Jahren hat sie zwar einen guten Job, aber weder Mann noch Kind. Um gegen das Ticken der biologischen Uhr anzugehen, entschließt sie sich, nicht mehr auf den Mann der Träume zu warten, sondern sich stattdessen einen Samenspender zu suchen. So kann zumindest der Kinderwunsch erfüllt werden. Mit Hilfe ihrer Freundin Debbie wird ein passendes Objekt in Form des gutaussehenden Roland gefunden und das Befruchtungsereignis mit einer ausgelassenen Party zelebriert.
Sehr zum Verdruss von Kassies bestem Freund Wally, der schon seit Jahren in sie verliebt ist und nie den Mumm hatte, seine Gefühle zu gestehen. Auf der Party versucht Wally, sein Elend im Alkohol zu ertränken, wobei ihm ein Fauxpas unterläuft, dessen Auswirkungen ihm erst sieben Jahre später aufgehen werden. Beim lang erwarteten Wiedersehen mit Kassie lernt er ihren Sohn Sebastian kennen und auffällig viele Gemeinsamkeiten mit sich selbst an dem Jungen.
Wenn das Thema Samenspende dann noch einen Großteil der Handlung ausmacht, kann das Gesamtergebnis eigentlich nur klamaukig ausfallen. Überraschend ist dann doch, dass trotz einiger fatal schlechter Dialoge und einigen extrem platten Scherzen die Komödie halbwegs funktioniert und sogar ernste Töne unterbringen kann. Der Grund hierfür sind nicht die bekannten Schauspielgesichter und ihre vermeintlich gute Harmonie miteinander. Die Rollen in dieser belanglosen Geschichte sind klar verteilt. Kassie, blond und blauäugig, ist der quirlige, aufgeschlossene Part in der Freundschaft mit Wally, einem stillen Pessimisten, der seit Jahren mit seinen Gefühlen hadert. Dem gegenüber steht der Playboy-Typ Roland (Patrick Wilson), der zwar wenig im Kopf hat, dafür aber durch seine äußere Erscheinung punkten kann. Alle diese Charaktere bieten wenig Überraschungen und agieren nach Schema F.
Es ist vielmehr mal wieder ein Kind, welches einen Film retten kann. Als kleine Ausgabe des großen Wally zeigt Thomas Robinson in seiner Rolle die gleichen Verhaltensweisen wie sein großes Pendant, hat wunderbare Sprüche auf Lager und spielt mit Jason Bateman einige rührige Szenen, die dem Film Sinn und einen gewissen Tiefgang verleihen. Insbesondere in der letzten Hälfte des Films ist das Sprachniveau dann doch überraschend hoch angelegt.
Umständlich Verliebt gewinnt leider erst in der zweiten Hälfte an Potential und lässt einige Parallelen zu der Nick Hornby-Verfilmung About a boy oder der Tag der toten Ente erkennen. Alles andere läuft nach bekanntem Schema F ab und bietet mehr Leerlauf als lustig-herzliche Momente. Mehr Witz und Charme hätten dem Drehbuch gut getan, denn der Stoff hätte durchaus mehr Tiefe verdient.