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Adèle und das Geheimnis des Pharaos

(Les aventures extraordinaires d'Adèle Blanc-Sec, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

67%



Inhalt

Um das Leben ihrer Schwester zu retten, begibt sich die junge Pariser Journalistin und Abenteurerin Adèle im Jahre 1912 auf eine Reise nach Ägypten. Dort gelingt es ihr, den Leibarzt von Ramses II. ausfindig zu machen und, zurück in Paris, mit der Hilfe von Professor Esperandieu von den Toten zu erwecken. Währenddessen schlüpft im Naturkundemuseum ein prähistorischer Flugsaurier aus seinem Ei und versetzt die Stadt in Aufruhr. Somit muss sich Adèle nach ihrer Rückkehr nicht nur mit wandelnden Mumien sondern auch mit ausgestorbenen Echsen herumschlagen.

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Adèle und das Geheimnis des Pharaos

Kritik

von Carmen Porschen

Wertung Kritik

67%

Comicverfilmungen sind eine Kunst für sich: Kenner sollen die Vorlage überzeugend und authentisch wieder erkennen können und Unwissende eine ebensolche Unterhaltung erleben, in der sie Fuß fassen und die Grundlage begreifen können. In Luc Bessons Adèle und das Geheimnis des Pharaos ist zwar Abwechslung und ein gewisser Unterhaltungswert vorhanden, aber mit dem Fuß fassen ist das so eine Sache. Die Handlung scheint wie eine lose Episode aus einem Gesamtzusammenhang gerissen worden zu sein, das schafft Verwirrungen. Die Figuren wirken darin etwas flach, die Heldin Adèle eher unsympathisch und zudem hapert es an Make-up-Können und beim Einsatz von Spezial Effekten, was sogar eine etwas amateurhafte Wirkung hinterlässt. Unterm Strich bleibt getrübter Filmgenuss, der nicht auf ganzer Linie überzeugt, aber dennoch nicht langweilig wird und die Handschrift eines experimentierfreudigen Luc Besson trägt.

Bild aus Adèle und das Geheimnis des Pharaos 1912: Die mutige und kluge Adèle Blanc-Sec ist eine erfolgreiche Reporterin, die für ihre Geschichten auch schon mal durch die Weltgeschichte reist. Diesmal verschlägt es sie ins ferne Ägypten, aber ausnahmsweise mal nicht aufgrund ihrer Schreibtätigkeit, sondern wegen ihrer Schwester. Diese ist krank und Adèle erhofft sich Hilfe, indem sie die besondere Kraft der Mumie von Patmosis, dem legendären Leibarzt von Ramses II, nutzt. Doch ihre Mitstreiter sind vielmehr auf das Gold und die anderen Kostbarkeiten aus, die sich im Pharaonengrab befinden. Nur mit viel Glück und Geschick gelingt es der jungen, ehrgeizigen Frau ihren Rivalen und allen voran dem geheimnisvollen Professor Dieuleveult, zu entkommen und dabei sogar noch den Sarkophag mitsamt der für sie wertvollen Mumie mitzunehmen. Nun heißt es, zurück nach Hause zu gelangen, um ihre Schwester zu retten.

Dazu muss sie allerdings die Mumie von Patmosis zu neuem Leben erwecken und dabei kann ihr nur der alte Professor Esperandieu helfen. Denn er geht schon seit langem der Frage nach, ob es ein Leben nach dem Tod gibt und versucht sich dabei an Experimenten zur Belebung von Materie. Parallel zu Adèles aufregenden Erlebnissen in Ägypten gelingt ein Experiment des Professors tatsächlich und er erweckt den Flugsaurier Pterodaktylus in einem nahe gelegenen Museum zum Leben und stellt Paris damit auf den Kopf. Denn schnell gehen bei der Polizei die ersten Meldungen über ein fliegendes Monstrum ein. Als der Pterodaktylus dann auch noch einen Wagen angreift, in dem ein hochrangiger Politiker mit Begleitung sitzt und dieser in die Seine stürzt, ist das Chaos perfekt. Inspector Caponi wird mit dem Aufsehen erregenden Fall betraut und sucht schließlich auch Professor Esperandieu auf. Unglücklicherweise erhält dieser im gleichen Moment auch Besuch von dem Flugsaurier und es kommt wie es kommen muss: Der Pterodaktylus wird entdeckt und der Professor auf der Stelle festgenommen. Was wird nun aus dem schwer kontrollierbaren Saurier und was ist mit Adèle? Ohne den Professor kann sie die Mumie nicht zum Leben erwecken und ihrer Schwester endlich helfen.

Luc Besson hat sich in den neunziger Jahren mit Filmen wie Leon - Der Profi und Das Fünfte Element auch über seine Heimat hinaus einen Namen gemacht. Doch seit Arthur und die Minimoys hat sich der Familienvater auf die Fahnen geschrieben, anspruchsvolles Familien-Entertainment für große und kleine Kinozuschauer umzusetzen. Mit Adèle und das Geheimnis des Pharaos, der Verfilmung der beliebten Comics "Les aventures extraordinaires d'Adèle Blanc-Sec" von Jaques Tardi, versuchte er offensichtlich genau das und ist damit nur teilweise erfolgreich. Zunächst beginnt die Geschichte so plötzlich und rasant, dass einem kaum Zeit bleibt, sich zu orientieren. Der Zusammenhang zwischen den beiden Handlungssträngen "Adèle in Ägypten" und "der erweckte Saurier in Paris" bleibt zunächst im Dunkeln. Erst als die beiden Geschichten zusammenlaufen, wird einiges klarer, aber das ist vielleicht doch etwas zu spät. Überhaupt wirkt der Film eher wie eine Serie, in die man nun zufällig hineingeschaltet und deren Anfang man leider verpasst hat. Eine Einführung und Vorstellung der Figuren - auf welche Weise auch immer - fehlt leider komplett und daher ergibt sich auch keine richtig runde Geschichte.

Unter diesem hohen Erzähltempo ohne Rücksicht auf eine richtige Einbettung, leiden auch die Charaktere. Die Heldin Adèle und das Geheimnis des Pharaos soll eine selbstbewusste und kämpferische Frau sein, die sich von niemandem etwas sagen lässt. Das hinterlässt aber auch Spuren, denn besonders sympathisch wirkt sie in dieser Rolle nicht gerade. Ihr Selbstbewusstsein schlägt sich eher in Arroganz nieder und schafft daher wenig Freude an dieser Figur. Vielleicht liegt es aber auch an dem Spiel von Louise Bourgoin, dass es dieser Titelrolle ein wenig an Tiefe fehlt. Auffällig ist außerdem, dass einige Charaktere ziemlich schlecht zurechtgemacht sind. Jacky Nercessian, der die Rolle des begabten Professors übernimmt, wurde nur all zu deutlich älter gemacht und auch der (lediglich am Rande erscheinende) Bösewicht Professor Dieuleveult wurde so schlecht "hässlich" gemacht, dass es absolut nicht realistisch aussieht. Aber vielleicht sollten die Figuren, die nicht zu vergessen einem Comic entspringen, möglichst skurril und grotesk aussehen. Dennoch, für das Make-up-Team hinter dem Film ist es nicht gerade eine Visitenkarte.

Wer die alten Luc Besson-Filme kennt, der wird in Adèle und das Geheimnis des Pharaos sicherlich ein paar Züge des Regisseurs erkennen. Denn auch hier zeigt sich eine gewisse Groteske der Handlung. Von Humor bis zu nostalgisch-romantischen Szenen ist fast alles dabei, was auch eine Menge Abwechslung bietet. Ohne Spezial Effekte geht es bei einem lebenden Saurier und erweckten Mumien auch nicht, doch diese lassen doch stark zu wünschen übrig. Der Flugsaurier wirkt anfangs noch ganz ordentlich, doch beim Flug mit Adèle zeigen sich doch Defizite, zum Teil ist der Saurier sogar verschwommen und verzerrt. Die lebenden Mumien sind zwar besser gelungen, doch die erste erweckte Mumie hat mit der leblosen, wie sie im Zimmer der Heldin auf Leben wartet, nicht mehr viel gemeinsam. Wenn man darüber einmal hinweg sieht, bietet Adèle und das Geheimnis des Pharaos einen netten Rundumschlag mit Abenteuer und Action, ganz im Stiel von Die Mumie, Humor und einer gewissen Ernsthaftigkeit in den nötigen Szenen. Eine zu ahnende Liebesgeschichte entwickelt sich nicht, stattdessen geht es hier um die Lösung von Adèles größtem Problem: Der Erkrankung ihrer Schwester.

Alles in allem ist Adèle und das Geheimnis des Pharaos nicht gerade eine Comicverfilmung wie man sie beispielsweise bei Erfolgen wie Spider-Man oder X-Men gesehen hat. Das liegt wohl am ehesten an Bessons Art und Weise, eine Geschichte zu visualisieren. Viele Figuren sind skurril zurecht gemacht, und wirken daher sehr karikativ. Das Erzähltempo lässt zwar keine Langeweile aufkommen, verhindert aber auch die Figuren richtig kennen zu lernen. Beim Schauen des Films kommt einem sogar das Gefühl, man hätte etwas Vorrangegangenes verpasst, denn der Gesamtüberblick fehlt und kann eine Menge Verwirrung stiften und Fragen aufwerfen. Durch all diese Kritikpunkte kommt Adèle und das Geheimnis des Pharaos auch nicht an andere Comicverfilmungen heran, aber auf der anderen Seite bietet der Film eine breite Palette an Elementen und unterhält dadurch ganz gut. Fans von Luc Besson, dessen Film trotz aller Pläne, doch vor allem etwas für Erwachsene geworden ist, werden sich unterhalten fühlen. Denn von Dramatik bis zu leichtem Humor ist fast alles in Adèle und das Geheimnis des Pharaos dabei.

Keine weitere Wertung


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