Jane's Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall Poster

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Jane's Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall

(Jane's Journey, 2010)

Dt.Start: 02. September 2010 Premiere: 26. Juni 2010 (Deutschland)
FSK: nicht bekannt Genre: Dokumentation, Biografie
Länge: 105 min Land: Deutschland
Darsteller: Jane Goodall, Pierce Brosnan, Angelina Jolie, Hugo van Lawick
Regie: Lorenz Knauer
Drehbuch: Lorenz Knauer


Inhalt

Die Dokumentation porträtiert das Leben und die Arbeit der Affenforscherin Dr. Jane Goodall, die bereits vor 20 Jahren ihre Karriere an den Nagel hing und bis heute ihre ganze Zeit und Energie darauf verwendet, unseren Planeten zu schützen und zu retten. Ein Kamerateam begleitet die 75 jährige Dame auf ihrer scheinbar endlosen Reise und versucht dabei auch einen Blick auf die Person hinter der zur Ikone als "Weltenretterin" gewordenen Frau zu erhaschen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Jane's Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Ostertag
Jane's Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall hat eine Wertung von 70%
Es gibt viele außergewöhnliche und beeindruckende Menschen auf diesem Planeten, die sich für wichtige Dinge, wie beispielsweise Naturschutz und Menschenrechte, einsetzen. Eine solche Person ist Jane Goodall, weithin bekannt durch ihre Arbeit mit Schimpansen in Afrika. Mit Jane's Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall bringt Lorenz Knauer nun eine Dokumentation über das Leben und Wirken dieser Frau auf die große Leinwand, die dem Zuschauer einen intimeren Blick auf das Gesamtwert "Jane Goodall" gewähren soll. Herausgekommen ist ein durchaus informativer und streckenweise animierender Film, der es allerdings nicht schafft, die Person der Jane Goodall an sich hinreichend zu beleuchten.

Bild aus Jane's Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall Als junge Frau, gerade einmal 20 Jahre alt, ohne irgendeine Ausbildung oder Erfahrung, setzte sich Jane Goodall in den Kopf, nach Afrika zu reisen, um dort Affen zu beobachten und sie zu studieren. Was aus diesem Vorhaben wurde, wissen sicherlich die meisten Menschen, denn seither hat Jane Goodall viel erreicht. Sie konnte zum einen bahnbrechende Beobachtungen über wild lebende Schimpansen liefern, zum anderen setzt sie sich nach wie vor für deren Schutz und generellen Natur- und auch Menschenschutz ein. In ihrer Laufbahn hat sie zahlreiche Projekte gestartet, unter anderem das "Roots and Shoots Programm", das auf der ganzen Welt versucht, die Dinge durch clevere und durchdachte Lösungen zum Besseren zu wenden, für die Tiere, die Natur und auch die Menschen.

Was Lorenz Knauer dem Zuschauer in seiner Dokumentation zeigt, ist anfänglich recht interessant. Gerade wenn man sich noch nicht intensiver mit Jane Goodalls Lebensweg beschäftigt hat, erhält man hier einige aufschlussreiche Informationen über wichtige Ereignisse und Entwicklungen, sowie Einblicke in die Arbeit und Projekte, die unter Jane Goodalls Namen laufen.

Zu Beginn der Dokumentation bekommt man original Filmaufnahmen von Goodalls erster Zeit in Gombe zu sehen. Diese recht intime Sichtweise verspricht dem Zuschauer unterschwellig, eine Dokumentation über den Mensch Jane Goodall zu sehen, und man erwartet sich automatisch mehr Details, die einen Einblick geben, wie dieses junge und eher schüchterne Mädchen zu dieser großen und starken Frau geworden ist. Doch leider wird man an diesem Punkt enttäuscht. Während der Anfang noch sehr nah an der Person gehalten ist, verkommt die Doku immer mehr zu einer Art Werbefilm für Goodalls Projekte. Dabei gerät die Person mehr und mehr in den Hintergrund und wird nicht wirklich greifbarer.

Zwar ist der Informationsgehalt trotzdem vorhanden, dennoch ist es schade, dass die Entwicklung des Films in diese Richtung verläuft. Viel interessanter wäre es gewesen, näher an Goodall zu bleiben, um sich ein komplettes Bild von dieser bewundernswerten Person machen zu können. So muss man Kleinigkeiten aus Statements herausfiltern, die enge Vertraute über Goodall abgeben, um zumindest einen winzigen Einblick zu erhalten.

Jane Goodall hat auf ihrem Weg bereits mit vielen Leuten gearbeitet und immer wieder auch Stars für ihre Projekte begeistern können. Exemplarisch tauchen in der Dokumentation Pierce Brosnan und Angelina Jolie auf. Leider wirken diese Auftritte dabei eher wie aus einem kurzen Werbevideo, das Menschen auffordern möchte, sich an den Projekten zu beteiligen, und nicht gerade wie aus einer ernsthaften Dokumentation. Andererseits muss man dem Film zu Gute halten, dass er durchaus das Potential aufweist, Menschen für Goodalls Projekte zu begeistern oder zumindest neugierig zu machen.

Ein weiterer, eher negativ ins Gewicht fallender Punkt ist die Tatsache, dass die Dokumentation nicht objektiv an das Thema "Jane Goodall" herangeht. Durch die Tatsache, dass Goodall selbst in Einblendungen oder aus dem Off über ihr Leben erzählt, bemerkt man sehr schnell, dass sie wohl ein deutliches Mitspracherecht hatte. Damit sucht man natürlich jegliche Kritik, die zumindest anfangs an ihrer Herangehensweise bei der Affenforschung bestand, oder objektive Bewertung ihre Projekte vergebens.

Alles in Allem ist Jane's Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall eine durchaus interessante und informative Dokumentation, die allerdings eher einer Huldigung und einem Werbefilm als einer echten, kritisch beleuchteten Auseinandersetzung gleicht. Wenn man darüber hinwegsehen kann, so wird man sicherlich 90 Minuten gut unterhalten und am Ende (hoffentlich) mit dem Wunsch den Kinosaal verlassen, etwas mehr über die Projekte dieser Frau zu erfahren und sich vielleicht sogar darin zu engagieren. Die wohl schönste und wichtigste Botschaft des gesamten Films ist Jane Goodalls Credo, dass es immer Hoffnung gibt und man diese niemals aufgeben darf.



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