Nach Rush Hour 2 schickt Warner Bros. nun mit Showtime erneut eine Buddy-Cop-Komödie ins Rennen. Als Hauptdarsteller gibt es wieder zwei bekannte Gesichter, nämlich die von Robert DeNiro und Eddie Murphy, zu sehen, für die Regie wurde Tom Dey verpflichtet, der in diesem Metier bereits mit Shang-High Noon auf sich aufmerksam machen konnte. Kombiniert mit einer actionlastigen Story entstand eine erfolgversprechende Action-Komödie a lá Lethal Weapon. Mit Murphys großer Klappe, sowie einem mürrischen und ironischen Robert De Niro sollte einem erneuten Kassenerfolg eigentlich nichts im Wege stehen, möchte man meinen.
Die Story nimmt ihren Lauf, als dem von Robert DeNiro gespielten Mitch Preston während eines Undercovereinsatzes von einem Kollegen, Trey Sellars (Eddy Murphy) und einem Kamerateam dazwischen gefunkt wird, Preston dabei völlig entnervt auf die Kamera schießt und hierauf von der spitzfindigen Produzentin Chase Renzi (Rene Russo) im Namen des geschädigten Senders dahingehend erpreßt wird, dass er in einer Polizei-Reality-Show mitzuspielen hat, falls er und die zuständige Wache nicht 10 Mio$ Schadensersatz verklagt werden wollen. So sagt man ihrem Angebot zu. Zu allem Überfluß bekommt Mitch auch noch das polizeiliche Greenhorn und Möchtegern-Schauspieler Trey als Partner zugewiesen. Mitch muss nun also mit ihm und den Kameras auf den Fersen den - selbstverständlich osteuropäischen - Oberschurken Caesar Vargas, der ein Elite-Kampfgewehr auf den Markt bringen will, dingfest machen. Doch diesem Ziel stehen die Streitereien des Duos und der hinderliche Einfluss eben jener TV-Show "Showtime" natürlich im Wege.
Showtime ist eine richtig typische Buddyactionkomödie, die alle Register der bewährten Genregrundstrukturen zieht. Wieder einmal besteht das Duo aus einem Afroamerikaner und einem hellhäutigen Zeitgenossen, wie es seit Lethal Weapon zum guten Genre-Ton gehört. Genau wie dort sind die beiden Protagonisten auch hier von einem völlig anderen Schlag, doch diesmal in umgekehrter Weise. Da sich beide nicht wirklich leiden können, sind witzige Konfliktsituationen, aus denen große Teile des Films bestehen, vorprogrammiert. Um Action, die in einem solchen Film freilich nicht fehlen darf, einzubringen, müssen die beiden zusammen einem Verbrecher auf die Schliche kommen, was den genretypischen Szenenmix aus Ballerei, Verfolgung und dergleichen pyrotechnischen Finessen zur Folge hat. Man könnte auf den Gedanken kommen, es handle sich hierbei um einen medienkritischen Film wie 15 Minuten Ruhm, doch weit gefehlt. Zwar geht es um Reality-TV und so versucht Renzi zum Beispiel Prestons Umfeld medien- und publikumswirksam umzumodellieren, was durchaus satirische Aspekte bieten könnte, doch wird das alles zu übertrieben dargestellt und ins lächerliche gezogen, als dass es wirklich witzig wirkt.
Auch die mit Spannung erwarteten (Wort-)Duelle DeNiros und Murphys lassen dann im Endeffekt zu wünschen übrig, obgleich es einige gut getroffene Momente gibt, etwa wenn DeNiro mit seiner irrwitzig ironischen Miene zu einem seiner bissigen Kommentar ansetzt, oder wenn "T.J. Hooker" William Shatner, seinerseits Schauspiellehrer für Preston und Sellar, DeNiro "den schlechtesten Schauspieler" nennt. Dennoch kann der Film trotz toller Besetzung und bewährter Grundstruktur nicht wirklich überzeugen. Zu wenig Witz, zu spärlich die Actionszenen. Aber wer einen netten und unterhaltsamen Film für den kurzweiligen Kinoabend sucht, kann sich hier bedienen, und wird mit Robert DeNiros ironischem Spiel beschenkt. In diesem Sinne: "It's Showtime!"