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The Living End

(The Living End, 1992)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 20. November 2009
Premiere: 03. April 1992 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Komödie, Drama
Länge: 81 min Land: USA
Darsteller: Mike Dytri (Luke), Craig Gilmore (Jon), Mark Finch (Doctor), Mary Woronov (Daisy), Johanna Went (Fern), Darcy Marta (Darcy), Scot Goetz (Peter), Brett Vail (Ken), Nicole Dillenberg (Barbie)
Regie: Gregg Araki
Drehbuch: Gregg Araki


Inhalt

Der introvertierte Jon und der extrovertierte Luke, beide HIV-positiv, lernen sich eines Nachts kennen und lieben. Da Luke mehrere Männer erschossen hat, begeben sich beide auf eine Flucht quer durch die USA ohne klares Ziel und mit ungewissem Ausgang.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Living End hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Lutz Granert
The Living End hat eine Wertung von 75%
The Living End wird oftmals als die schwule Antwort auf Thelma & Louise bezeichnet. Dabei ist dieses Road-Movie von Gregg Araki (Mysterious Skin) mehr als das: Der stilistisch innovative Independentfilm ist ein politisches Statement für den Umgang mit schwuler Kultur in einer homophoben Gesellschaft, die sich im Niedergang befindet.

Bild aus The Living End The Living End ist die dritte Regiearbeit des asiatisch-amerikanischen Filmemachers Gregg Araki. Seine Filme handeln von Homosexuellen und ihren Lebensentwürfen in einer unwirklich erscheinenden Welt nahe dem Zusammenbruch. In The Living End prallen zwei davon aufeinander. Auf der einen Seite steht die introvertierte Künstlernatur Jon (Craig Gilmore), dem ein positiver HIV-Test aus der ruhigen Bahn, die sein Leben bisher genommen hat, zu werfen droht. Auf der anderen Seite steht der Herumtreiber Luke (Mike Dytri), dessen positiver HIV-Test ihn gegen gesellschaftliche Normen rebellieren und passend zu seinem Credo "Fuck the World" ein Leben für den Moment führen lässt. Beide machen just in der Nacht miteinander Bekanntschaft, als Luke drei Schwulenhasser auf offener Straße erschossen hat. Zusammen fliehen sie mit dem Auto quer durch die Staaten.

Der Vergleich mit dem feministischen Road-Movie Thelma & Louise drängt sich durchaus auf und tatsächlich unterscheiden sich beide Filme in ihrer Botschaft nur marginal voneinander. Während Callie Khouri eine feindlich gesinnte, patriarchalisch organisierte Welt anprangert, stellt Drehbuchautor Gregg Araki den gesellschaftlichen Umgang mit AIDS und Homosexuellen in selbiger dadurch infrage, dass er ihn und deren Lebensweise offen thematisiert. Jon ist dabei um Unauffälligkeit bemüht, will vorsichtig sein, Luke pflegt eine offensive Lebensweise, die sich in gesellschaftlicher Schuldzuweisung für seine Erkrankung und Gewaltentladungen erschöpft. Diese emotional motivierten Gewaltentladungen wirken absurd, die Bilder Arakis scheinen die flackernden, unwirklich erscheinenden Fernsehbilder, in denen Tod und Leid allgegenwärtig sind, absorbiert zu haben. Genauso wie Luke innerhalb seines Denkens, den Fragen nach Leben oder Tod abgestumpft, fast schon egalitär gegenübersteht. So wird ein bisexueller Mann mit Tennisfetisch von seiner heimkehrenden Ehefrau, die ihn zusammen mit Luke im Bett erwischt, ohne lange Vorwarnung blutig erstochen. Kenner von Arakis Filmen wird die Art der unvermittelten Inszenierung dieser Szene an den eskalierenden Streit auf der Party in Nowhere erinnern.

Dabei ist Arakis Road-Movie kein konventionelles. Mit einem Budget von 30 000 Dollar wurde ein raues Liebesdrama geschaffen, das auch motivisch wie ästhetisch für Revolution oder Neubeginn seitens einer Kinoreformbewegung einsteht. The Living End gilt als Vertreter des New Queer Cinema, einer Reihe von mit Filmkonventionen brechenden Independentfilmen Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre, die Probleme des schwulen Lebens innerhalb einer Zeit konservativer Politik in Großbritannien und den USA thematisieren. Nicht zufällig ist Jon ein Filmkritiker, der einen Artikel über den "Tod des Kinos" schreiben soll. In seiner Wohnung hängen Poster von einem Godard-Film und Andy Warhols Blow Job, der für seine Darstellung des "reaction shot" bei schwulem Fellatio bekannt wurde. Bei Szenenübergängen arbeitete Araki mit langen Schwarzblenden, die zum Teil gegen Kontinuitätsregeln verstoßen. Gregg Araki schuf mit The Living End einen "schwulen" Film, der sich anschickt, Kinoästhetik neu zu definieren und damit gegen das Zurückdrängen der Gesellschaft von schwuler Kultur zu opponieren. The Living End ist ungeschönt, insbesondere schauspielerisch nicht perfekt, da ungeschliffen, aber ein eindringlicher, einzigartiger, wichtiger Film.



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Nowhere
Dt. Start: 08. Jan 1998
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Dt. Start: nicht bekannt
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Dt. Start: 14. Sep 1995
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