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Snowman's Land

(Snowman's Land, 2010)

Dt.Start: 30. September 2010 Premiere: 22. Januar 2010 (Festival, Deutschland)
FSK: nicht bekannt Genre: Komödie, Krimi
Länge: 95 min Land: Deutschland
Darsteller: Jürgen Rißmann (Walter), Thomas Wodianka (Micky), Reiner Schöne (Berger), Eva-Katrin Hermann (Sibylle), Waléra Kanischtscheff (Kazik), Luc Feit (Francois), Detlef Bothe (Harry), Anton Weber (Kalle)
Regie: Tomasz Thomson
Drehbuch: Tomasz Thomson


Inhalt

Walter, ein glückloser Auftragskiller, soll für den ehemaligen Unterweltboss Berger einen Job abgelegen weit im Osten erledigen. Zusammen mit dem labilen Kollegen Micky soll er in einem einsamen Kurhotel auf die Freundin des abwesenden Bergers aufpassen. Was zunächst nach bezahltem Urlaub aussieht, entwickelt sich zur Farce, als diese Freundin zu Tode kommt. Schnell muss die Leiche verschwinden, und eine falsche Fährte gelegt werden. Und da ist noch Kazik, der brutale Handlanger Bergers, der seine eigenen Pläne schmiedet...
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Snowman's Land hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 65%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Andreas Jaschke
Snowman's Land hat eine Wertung von 65%
Wenn ein junger Regisseur, der sich in Deutschland auf Finanzpartnersuche begeben muss, und dabei nicht wahnsinnig viele Möglichkeiten hat, einen Genrefilm versucht, ist das so löblich, dass man sich mit harter Kritik schwer tut. Deshalb ist Snowman's Land als einer der ambivalentesten Filme des bisherigen Jahres zu bezeichnen. Zwar nicht der große Wurf, aber dennoch ansehnliches und unterhaltsames deutsches Kino.

Bild aus Snowman's Land Wenn man sich den Kurzinhalt des Films durchgelesen hat, so wird man vermutlich einen Film irgendwie in der Nähe von Fargo - Blutiger Schnee vermuten. Und wenn man einige der Grundzutaten überprüft, bestätigt sich das eigentlich. Eigentlich. Denn Regisseur Tomasz Thomson wandelt dann leider eher auf einem Kaurismäki-Trip, was das Tempo betrifft. Und dies ist hier leider entscheidend. Denn weder hat die Geschichte so viel Tiefgang und gesellschaftliche Relevanz (was ich nicht verlangen würde), dass man sich daran allein festhalten kann, noch besitzt sie so viel Skurrilität und Witz, dass man durch den Humor einige Zeit abgelenkt wäre. Zudem werden an etlichen stellen die Ziele der Figuren nicht wirklich klar, sollten sie welche haben.

Dass dies auch für den Schluss gilt, nehme ich persönlich dem Film besonders übel. Allerdings muss zur Ehrenrettung des Filmemachers erwähnt werden, dass es erst Thomsons zweiter Film ist. Dass er sein Regiehandwerk beherrscht, sieht man allemal. Sämtliche Darsteller, allen voran Jürgen Rißmann als Hauptfigur und der kongeniale Thomas Wodianka als dessen Kollege, bieten schauspielerische Glanzleistungen. Als Zuschauer glaubt man ihnen jedes Wort. Das liegt natürlich auch an den glänzenden Dialogen (wenn mal etwas gesprochen wird). Davon hätte es nur viel mehr geben sollen, auch wenn man die verschneite Bergeinsamkeit erzählen will. Langeweile bei den Figuren darf beim Zuschauer trotzdem keine erzeugt werden.

Doch zurück zu den Akteuren: auch der restliche Cast ist großartig. Reiner Schöne hat sogar lange nicht mehr so gespielt. Eva-Katrin Herrmann sorgt erfrischend anders für die weibliche Note, und Walera Kanischtscheff möchte man nicht im Dunkeln begegnen. Auf der anderen Seite ist noch die tolle Kameraarbeit von Ralf Mendle hervorzuheben. Diese mulmige Stimmung, bezüglich der Jahreszeit, aber auch bezogen auf die beinah einzige Location - einem großen Kurhaus - ist vortrefflich gewählt. Dass diese so toll "mitspielt", ist auch sehr ein Verdienst der Kamera. Auch das Maskenbild mit den hervorragenden Wunden muss Erwähnung finden. Man fühlt den Schmerz durch den Schmutz und das Blut ganz extrem.

Fazit: Letztendlich doch kein ganz großer Wurf. Allerdings sind sowohl die hervorragenden Darsteller, als auch das besondere Setting von solch einer großen Qualität und Originalität, dass man dem Film eine erfolgreiche Kinoauswertung wünscht. Als Zuschauer darf man nur nicht einen dramaturgischen Wendungsreichtum oder eine Skurrilitätendichte wie etwa in Fargo - Blutiger Schnee erwarten. Dann hat man einen netten Abend, und das mit einem deutschen Film. Das ist doch schon recht viel.



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