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Orly(Orly, 2010)
| Dt.Start: |
04. November 2010
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Premiere: |
13. Februar 2010 (Berlinale, Deutschland) |
| FSK: |
nicht bekannt
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
nicht bekannt
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Land: |
Deutschland |
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Darsteller:
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Josse De Pauw (Theo), Maren Eggert (Sabine), Natacha Régnier (Juliette), Bruno Todeschini (Vincent), Mireille Perrier (Mutter), Emile Berling (Sohn), Jirka Zett (Junger Mann), Marie Carmen De Zaldo, Lina Falkner, Frédéric Zajderman, Thomas Bleu (Kellner), Patrice Boutin (Taxifahrer), Lorelei Arès (Oda Handstein), Najma Hmaidouch (Najma), Néguine Sonboli |
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Regie:
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Angela Schanelec |
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Drehbuch:
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Angela Schanelec |
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 Inhalt
Am Pariser Flughafen Orly herrscht reges Treiben zwischen ungeduldigem Warten auf den Flug und Hektik während des Zwischenstopps. Während eine Mutter und ihr Sohn zur Beerdigung des Vaters fliegen wollen, der schon länger keine Rolle mehr in ihrem Leben spielte, hat eine Frau gerade ihren Mann verlassen, der sich weigert dies zu akzeptieren. Für manche Menschen ist der Flughafen Orly nur ein kleiner Zwischenstopp auf einer langen Reise, für andere ist er der direkte Weg zum Wunschort. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Orly ist ein Episodenfilm, der den Alltag des gleichnamigen Pariser Flughafens beobachtet und sich dabei den dort entstehenden Dialogen seiner Figuren widmet. Dabei wurde vor Ort mitten im Flughafengetümmel gedreht, was dem Ganzen zusätzlichen Realismus verleiht. Dummerweise fällt das wenn man verstärkt auf die Hintergründe achtet auch wieder als Nachteil aus, wechseln sich die Gäste eines Restaurants beispielsweise im Hintergrund gerne mal durch. Dennoch vermag Orly zu überzeugen, denn die Dialoge wirken wie aus dem Leben gegriffen und beleuchten Menschen wie du und ich auf hervorragende Art und Weise. Zwar schleicht sich das übliche Episodenfilmproblem ein, dass man sich bei parallelen Handlungssträngen die Besseren herbei sehnt, doch ist keine wirklich so schwach um den Film groß nach unten zu ziehen. Ein interessanter kleiner Film, der für Arthousefans sicherlich keine schlechte Wahl für ein Kinoticket darstellt.
Kritik
von Dimitrios Athanassiou
Menschen kommen und gehen, stets herrscht auf großen Flughäfen ein geschäftiges Treiben. Obwohl die Abertausenden, die täglich ein- und auschecken oder einfach nur auf jemanden Warten, in der Masse oft zu Gesichtslosen werden, hört der Mensch doch niemals auf, Mensch zu sein. Alles was ihn sonst plagt, lastet auch hier schwer auf seinen Schultern. Regisseurin Angela Schanelec hebt einige Schicksale heraus und lässt die Gesichtslosen ihre alltäglichen Geschichten in einem extrem reduzierten, beinahe dokumentarischen Stil erzählen. Zu welchem Zweck lässt sich aber unmöglich ergründen.
Internationale Flughäfen sind gigantische Logistikmaschinen; Menschenmassen-Umschlagplätze, in deren Anonymität der Einzelne zuweilen regelrecht untergeht. In dieser Ballung von Menschen laufen aber, kaum sichtbar, unentwegt kleinere oder größere Dramen ab; beginnen Liebschaften und werden beendet; und Unbekannte kommen miteinander plötzlich ins Gespräch und vertrauen sich Dinge an, die sie selbst Freunden nicht ohne weiteres erzählt hätten.
Die deutsch-französische Arthouseperle Orly, benannt nach dem gleichnamigen in Paris gelegenen Großflughafen, greift sich scheinbar willkürlich ein paar Schicksale unter den vielen heraus; belauscht und beobachtet dabei aber derart unaufgeregt, dass die Langsamkeit des Geschehens, samt stetem, halb melodischem Hintergrundbrummen, schnell dazu führt, dass das Gefühl aufkommt, sprechende Fische in einem blubbernden Aquarium zu beobachten.
In Orly werden simple Banalitäten zu einem formlosen Inhalt hochstilisiert. Zu Beginn hofft und wartet man noch darauf, dass die Zufallsbegegnungen sich zu einem dialoglastigen, episodenhaften Ganzen zusammenfügen lassen - eine Art modernes Erzählkino ohne formalistische Struktur, aber bevölkert von interessanten Charakteren. Doch die Protagonisten bleiben ebenso belanglos, wie das anonyme Treiben ringsum. Nicht mehr als Splitter, die einen Moment lang glitzern - gerade solange wie die Kameralinse sie in den Fokus rückt, um dann wieder in der Vergessenheit unterzugehen.
Regelrecht paradigmatisch dafür, dass sogar der Schöpferin selbst dieses gefühlsarme Treiben entgleitet, das aus einer Vielzahl loser Fäden besteht (ohne aber die ernstliche Absicht, diese jemals sinnig miteinander verknüpfen zu wollen), steht ein junges deutsches Pärchen: Während die beiden auf ihren Flieger warten, entwickelt sich ein Dialog, der schon weit jenseits aller Banalitäten der anderen Gespräche angesiedelt ist. Hier verkommt "Kommunikation" zum reinen Selbstzweck. Es wird geredet, um des Redens willen, und der Zuschauer fragt sich, welchen Gewinn es hat, einem Paar lauschen zu müssen, das im Grunde nicht nur nichts zu erzählen hat, sondern auch komplett aneinander vorbei redet.
Selbst für hartgesottene Arthousefans ist Orly eine üble Pille, die jegliche Wachzustände des Publikums auf eine harte Probe zu stellen vermag. Fast muss man befürchten, der kontinuierliche ruhige Dauersummton des ewig geschäftigen Flughafens und die nivellierten Bilder dieser puristischen Inszenierung könnten dazu führen, dass man schnurstracks in Morpheus Armen eincheckt. Ist dafür wirklich Kino gemacht worden?  Weitere interessante Filme
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