Der grosse Kater Poster

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Der grosse Kater

(Der grosse Kater, 2010)

Dt.Start: 28. Oktober 2010 Premiere: 21. Januar 2010 (Schweiz)
FSK: nicht bekannt Genre: Drama
Länge: 88 min Land: Deutschland, Schweiz
Darsteller: Bruno Ganz (Kater), Ulrich Tukur (Dr. Stotzer), Christiane Paul (Dr. Bässler), Marie Bäumer (Marie), Edgar Selge (Nuntius), Justus von Dohnanyi (Magun), Antoine Monot Jr. (Bobo Carluzzi), Daniel Olivier (Andre), Babett Arens (Gerti Stotzer), Lena Sabine Berg (Königin), Marek Kondrat (König), Walo Lüönd (Schneider Feinstein), Theo Maalek (Dr. Bossi), Moritz Möhwald (Louis), Zara Nydegger (Claire), Martin Rapold (Matti)
Regie: Wolfgang Panzer
Drehbuch: Claus Peter Hant, Dietmar Güntsche


Inhalt

Der Bundespräsident der Schweiz, auch "der Kater" genannt, empfängt das spanische Königspaar in einem offiziellen Staatsempfang. Der Bundespräsident erhofft sich durch die pompöse Feier höhere Sympathiepunkte in seiner Bevölkerung zu ernten. Doch eine hinterhältige List legt seine Pläne auf Eis und plötzlich steht auch noch seine Ehe auf dem Spiel. Wäre das schon nicht genug, liegt auch noch sein kleiner Sohn im Sterben und der Kater weiß nicht mehr ein noch aus.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Der grosse Kater hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 59%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Daniela Panzitta
Der grosse Kater hat eine Wertung von 59%
Wie nervenaufreibend es sein muss, in der Öffentlichkeit zu stehen und gleichzeitig sein Privatleben aus den Medien herauszuhalten, davon können sicherlich nicht wenige Menschen des öffentlichen Interesses ein Lied singen. Auch in Der große Kater, der auf dem Roman von Thomas Hürlimann basiert und in die heutige Zeit transportiert wurde, spielt diese Trennung zwischen dem Leben nach außen und innen eine große Rolle und wird durch eine fiese Intrige sogar noch intensiviert und schließlich auf die Spitze getrieben. Herausgekommen ist ein ansehnlicher Film, der durchaus unterhält und fesselt, aber leider auch mit Längen zu kämpfen hat.

Bild aus Der grosse Kater Ein totkrankes Kind ist eine enorme Belastung für die ganze Familie. Nicht selten trennen sich Ehen aufgrund des Verlustes eines Kindes oder die Ehepartner stürzen in ein tiefes Loch, aus dem sie nicht so schnell wieder herausfinden. Die Aufgabe, dieses Kind dann noch vor den Medien und der Öffentlichkeit zu verstecken, um die letzte Zeit in Ungestörtheit zu verbringen, ist dabei schier unerträglich. Solch ein Szenario nimmt sich Der große Kater als Ausgangspunkt, um eine Geschichte rund um Intrigen, Vertrauensverlust und die Frage, was das Richtige ist, aufzubauen.

Die Erzählweise der Deutsch-Schweizerischen Co-Produktion ist hierbei sehr dicht und lässt keine Zeit ungenutzt. Wir erleben einen Kater, wie der Bundespräsident genannt wird, dessen Beliebtheit im Volk enorm gelitten hat. Um diese Wogen wieder ein wenig zu glätten, plant er den Empfang des spanischen Königspaares ein wenig pompöser, als das normalerweise der Fall gewesen wäre, um dem Volk und den Medien eine gute Show präsentieren zu können. Der ganze Trubel wird zum einen davon überschattet, dass er zu jeder Gelegenheit zu seinem Sohn ins Krankenhaus fährt, wo ihm seine Frau mehr oder weniger geplant aus dem Weg geht. Zum anderen entwickelt sich eine Intrige gegen ihn, an der ausgerechnet sein eigentlich guter Freund Pfiff beteiligt ist, der als einer der wenigen auch über den Sohn Bescheid weiß.

Die vergleichsweise geringe Laufzeit von nur knapp eineinhalb Stunden wird durch diese Dichte an Ereignissen, die sich innerhalb weniger Tage abspielen, gut ausgefüllt. Leider gelingt es dem Film aber nicht von Anfang an, den Zuschauer zu fesseln. Bis man endlich in der Geschichte angekommen und auch als Beobachter vom emotionalen Part eingehüllt ist, vergeht einige Zeit, was gerade den Anfang der Geschichte zäh erscheinen lässt. Dafür kann der Film im Laufe der Zeit aber vieles durch Nachvollziehbarkeit und eine ansprechende Erzählstruktur wieder gut machen.

Im Mittelpunkt steht stets der Bundespräsident, der in jeder Sekunde mit neuen Problemen, sei es bezüglich des Empfangs oder seiner Familie, zu kämpfen hat. Sein Innenleben wird dabei durch Rückblenden in die Kindheit skizziert, die ihn niederschmettern, aber auch wieder aufbauen. Diese sollen der ganzen Geschichte wohl den nötigen Unterbau bieten, den es eigentlich nicht unbedingt gebraucht hätte, da die Situation an sich die Figuren bereits verständlich und begreifbar macht. Doch zumindest sind diese Einblendungen nicht allzu raumfordernd und stellen daher keinen großen Störfaktor dar.

Insgesamt betrachtet ist Wolfgang Panzer mit Der große Kater sicherlich kein Glanzstück gelungen, doch solide und unterhaltsam gestaltet sich die Geschichte allemal.



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