72 Stunden - The Next Three Days Poster

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72 Stunden - The Next Three Days

(The Next Three Days, 2010)

Dt.Start: 20. Januar 2011 Premiere: November 2010 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Krimi, Thriller
Länge: 133 min Land: USA
Darsteller: Russell Crowe (John Brennan), Liam Neeson (Damon), Olivia Wilde (Nicole), Elizabeth Banks (Laura), Jonathan Tucker (David), Brian Dennehy (George Brennan), RZA (Mouss), Lennie James (Lt. Nabulsi), Jason Beghe (Detective Quinn), Michael Buie (Mick Brennan)
Regie: Paul Haggis
Drehbuch: Paul Haggis, Fred Cavayé


Inhalt

Im Leben des Lehrers John Brennan läuft alles nach Plan, bis eines Tages plötzlich die Polizei auftaucht und seine Frau Lara in Gewahrsam nimmt. Die Anklage lautet auf Mord, Lara beteuert jedoch ihre Unschuld. Nach 3 Jahren Haft, in denen John seiner Arbeit nachgeht und den gemeinsamen Sohn großzieht, versucht er mit allen Mitteln die Unschuld seiner Frau zu beweisen, welche inzwischen stark selbstmordgefährdet ist. Erfolglos und verzweifelt sieht er nur noch einen Ausweg: Ein halsbrecherischer Fluchtplan.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

72 Stunden - The Next Three Days hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 58%
Kurzkritik
von Markus Ostertag
Wertung von 48 für 72 Stunden - The Next Three Days

Wie ein Lehrer in so kurzer Zeit zum (nahezu) perfekten Verbrecher mit einigen besonderen Feinheiten wird, sollte man die Macher nochmal genauer fragen. Basierend auf der in diesem Remake etwas absurden Darstellung erzählt Haggis einen belanglosen und unspannenden Thriller, der für Genrefans leider absolut ungeeignet ist. 72 Stunden ist also nur eine weitere Fortsetzung der Reihe "schlechte Hollywood-Remakes von guten europäischen Filmen". Gerade von Haggis hätte man hier durchaus mehr erwarten können.

Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 63 für 72 Stunden - The Next Three Days

Hat sich der deutsche Kinobesucher erst einmal mit der asynchronen Synchroniation von Elizabeth Banks arrangiert, bekommt er einen durchaus unterhaltsamen Thriller von der Stange geboten, der sein Original inhaltlich fast 1:1 kopiert, sich jedoch in Sachen Inseznierung deutlich von seinem französischen Vorbild abhebt. Legte man dort bei Vorbereitung und Durchführung des Gefängnisausbruches noch einen großen Wert auf Realismus, ist dieser im Zuge der üblichen Hollywoodkonventionen leider zum größten Teil verloren gegangen. Zwar ist das Ganze immer noch kurzweilig anzusehen, nicht zuletzt aufgrund der soliden Darstellerriege, aber es nimmt dem Film jedoch genau das was die Vorlage Ohne Schuld noch von einem Thriller von der Stange abheben konnte.

Kritik

von Benjamin Schieler
72 Stunden - The Next Three Days hat eine Wertung von 64%
Was, wenn die eigene Frau und Mutter des gemeinsamen Kindes wegen Mordes ins Gefängnis kommt und niemand an ihre Unschuld glaubt oder sie beweisen kann? Soll man resignieren, aufgeben, das Schicksal akzeptieren? Oder soll man selbst zum Gesetzesbrecher werden, um seine Liebe zu retten? Der Film von Oscar-Preisträger Paul Haggis (L.A. Crash) zeigt basierend auf dem französischen Film Ohne Schuld, wie ein einfacher Lehrer einen Gefängnisausbruch ohne Kompromisse plant. Dem Original vermag Haggis nichts Neues hinzuzufügen.

Bild aus 72 Stunden - The Next Three Days Manchmal dauert es nur Sekunden, um das größte Glück zerbrechen zu lassen. Gerade noch hat Lara Brennan (Elizabeth Banks, W.) das allmorgendliche Foto von sich, ihrem Mann John (Russell Crowe, Robin Hood) und ihrem Sohn gemacht, da entdeckt sie Blut am Kragen ihrer Kleidung. Noch während sie versucht, es abzuwischen, klingelt es an der Tür. Beamte der Polizei dringen ins Haus ein und nehmen Lara wegen Mordverdachts fest. Ihre Chefin, mit der sie am Tag zuvor noch Streit gehabt hatte, ist tot und alle Indizien sprechen gegen Lara. Drei Jahre lang kämpft ihr Mann dafür, die Unschuld seiner Frau, von der er überzeugt ist, zu beweisen. Auch nachdem die letzte Hoffnung des regulären Rechtswegs stirbt, gibt Brennan nicht auf - und plant, ohne jemandem davon zu erzählen, den Gefängnisausbruch.

Wie wird ein einfacher Mensch zum Schwerverbrecher? Wie verzweifelt muss jemand sein, der zuvor nie in Konflikt mit dem Gesetz gekommen ist, um bereit zu sein, alles zu riskieren, ja im Notfall sogar Menschen töten zu müssen? Der von Russell Crowe dargestellte John Brennan ist ein ungewöhnlicher Actionheld. Einer, der erst in seine Rolle hineinwachsen muss. Der ungeduldig und unbeholfen seinen Plan von der gewaltsamen Befreiung seiner am Knastalltag zerbrechenden Frau erzwingen will. "Du willst das zu sehr", sagt einer seiner kriminellen Helfer, als John sich nicht an dessen Anweisungen hält. Der Partner prophezeit ihm das Versagen. Doch John kämpft weiter.

Der innere Konflikt des verzweifelten Vaters und Ehemanns, der felsenfest von der Unschuld seiner Frau überzeugt ist, hat Regisseur Paul Haggis an seinem Projekt gereizt. Mit dem gewohnten Feuereifer hat sich Haggis ans Werk gemacht und selbst das Drehbuch geschrieben. Die Idee zu dem Film aber stammt nicht von ihm, sondern von Fred Cavayé und Guillaume Lemans. Vor zwei Jahren feierte Cavayés "Pour elle", in Deutschland auf DVD unter dem Namen Ohne Schuld erschienen, Premiere. Der Film des Franzosen erzählt - mit kleineren Ausnahmen - die gleiche Geschichte. Haggis' Neuinszenierung reiht sich ein in den wie eine Grippe grassierenden Wahn Hollywoods, Filme aus anderen Teilen der Welt immer schneller zu reproduzieren, ohne dass es gelingt, neue Akzente zu setzen. Let Me In etwa erschien nur kurz nach So Finster die Nacht, Quarantäne folgte sehr schnell auf Rec.

Die Unterschiede zwischen 72 Stunden - The Next Three Days und Ohne Schuld halten sich in Grenzen. Das Intro, viele Szenen und Kameraeinstellungen übernahm Haggis exakt, ja sogar die Haarschnitte und Gesichtsausdrücke von Elizabeth Banks sind denen von Diane Krueger im Original erschreckend ähnlich. Amerikanisiert und technologisiert wirkt der Film durch Danny Elfmanns dramatische Musikuntermalung oder dann, wenn John Brennan das Internet nutzt, um sich Tipps für das Knacken von Autos oder für das Anfertigen von Dietrichen zu besorgen. Wo Haggis versucht, in der Geschichte wirklich neue Wege zu gehen, bewegt er sich auf einem schmalen Grat. Gelingt es ihm, eine neue Dimension der Dramatik zu erreichen, wenn in Sekundenschnelle fatale Entscheidungen getroffen werden müssen, zerstört er den positiven Eindruck sofort wieder durch absurde Twists, die rein dem Nervenkitzel geschuldet sind, nach dem das Publikum offenbar lechzt. Es wirkt angesichts dessen etwas seltsam, wenn Haggis sagt, sein Ziel sei es nicht gewesen, sein Remake "größer oder spektakulärer zu machen, sondern das Netz der Emotionen zu erweitern". Größer und spektakulärer - diese Attribute gelten nämlich auch für die Riege der Darsteller. Bekannte Gesichter gibt es zuhauf, auch wenn die Rollen von Liam Neeson (Das A-Team - Der Film) als Ausbruchexperte, RZA (Stichtag) als Dealer, Olivia Wilde (Tron Legacy) als Spielplatzbekanntschaft und Brian Dennehy (Kurzer Prozess - Righteous Kill) als schweigsamer Vater sehr übersichtlich sind.

Kenner des Originals werden in 72 Stunden - The Next Three Days nichts Neues erkennen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Haggis mit der Frage, ob Lara Brennan tatsächlich unschuldig ist, anders umgeht. Diejenigen, die Ohne Schuld bislang nicht kannten, erwartet ein solider Thriller, dem es jedoch nicht gelingt, sein Publikum auf Dauer zu packen. Der einzige Verdienst des Remakes ist es, die in ihrer Grundidee interessante Geschichte einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Davon könnte auch das Original profitieren.



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Dt. Start: 19. Feb 2009
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Dt. Start: nicht bekannt
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