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Ich bin Sam

(I am Sam, 2001)

Dt.Start: 09. Mai 2002 Premiere: 03. Dezember 2001 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Drama
Länge: 132 min Land: USA
Darsteller: Sean Penn (Sam Dawson), Michelle Pfeiffer (Rita), Dakota Fanning (Lucy), Dianne Wiest (Annie), Loretta Devine (Margaret Calgrove), Richard Schiff (Turner), Laura Dern (Randy Carpenter), Brad Allan Silverman (Brad), Joseph Rosenberg (Joe), Stanley DeSantis (Robert), Doug Hutchison (Ifty), Rosalind Chao (Lily), Ken Jenkins (Richterin McNeily), Wendy Phillips (Miss Wright), Mason Lucero (Conner Rhodes)
Regie: Jessie Nelson
Drehbuch: Kristine Johnson, Jessie Nelson


Inhalt

Seit der Geburt der kleinen Lucy ist Sam Dawson für seine Tochter da. Ganz allein übernahm er damals die Aufgabe ihrer Erziehung, denn Lucys Mutter machte sich nach der Geburt schnell aus dem Staub. Als die Behörden an Lucys siebtem Geburtstag beschließen, das Mädchen aus den Händen ihres Vaters zu reißen, um es einer Pflegefamilie zu geben, macht sich Sam auf die Suche nach einer guten Anwältin, die er schließlich in der dauergestreßten Rita findet.
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Kritik

Ich bin Sam hat eine Wertung von 68%

Lucy in the Sky with Diamonds, Lucy in the Sky with Diamonds, Lucy in the Sky, Lucy Diamonds, diese Worte schießen Sam Dawson durch den Kopf, als er seine kleine Tochter zum ersten mal in seinen Armen hält. Lucy Diamonds, so soll der süße Fratz heißen. Sam ist geistig behindert, hat seinen Ärzten zufolge den Verstand eines Siebenjährigen. Dieser Umstand macht es natürlich nicht gerade einfach, ein Kind aufzuziehen, vor allem dann nicht, wenn man dabei ganz auf sich allein gestellt ist. Genau das ist Sam allerdings, denn Lucys Mutter sucht nach der Geburt recht schnell das weite. Mit Hilfe einer liebevollen Nachbarin und dem Engagement seiner Freunde meistert Sam seine neue Aufgabe als alleinerziehender Vater zunächst bravourös. An Lucys siebtem Geburtstag melden sich jedoch plötzlich die Behörden, die das Kind aus der Obhut des Vaters reißen und einer Pflegefamilie anvertrauen wollen. Nun beginnt Sams Kampf um das Sorgerecht für seine Tochter, der anfangs ziemlich aussichtlos zu sein scheint.

Gespielt wird Sam von keinem geringeren als Sean Penn, der wieder einmal eine beachtliche Leistung abliefert. Absolut authentisch wirkt seine Darstellung des liebevollen, geistig zurückgeblieben Vaters, der nicht verstehen kann, wieso man ihm seine kleine Tochter wegnehmen möchte. Penns nuanciertes Spiel trägt über weite Strecken den gesamten Film, sorgt immer wieder dafür, daß Ich bin Sam die Balance auf dem schmalen Grat zwischen anspruchsvollem Drama und Hollywood-Gefühlskitsch hält. Als eher durschschnittlich muß man den Rest des Ensembles bewerten. Michelle Pfeiffer, Laura Dern und Dianne West wissen in ihren Rollen zwar zu überzeugen, bleiben letztendlich jedoch ein wenig blaß. Anders verhält es sich bei Dakota Fanning, der kleinen Neuentdeckung, die ihren großen Kollegen in mehr als einer Szene die Show stielt.

Obwohl Jessie Nelson, die sich hier nicht nur als Regisseurin sondern auch als Co-Autorin verantwortlich zeigt, mit Ich bin Sam einen Film schuf, dem es die meiste Zeit über gelingt, sämtliche Klischee- und Kitschklippen zu umschiffen, stößt es einem als Zuschauer gegen Ende doch ein wenig sauer auf, daß einem die Botschaft des Films so unverfroren entgegengeschleudert und die dazugehörigen Gefühle regelrecht aufdiktiert werden. Mit allen dem Medium zur Verfügung stehenden Mitteln wird da versucht, auch dem herzlosesten Kinogast ein paar Tränen zu entlocken. Die Liebe zählt mehr als der Verstand, ich habs ja schon kapiert, reicht mir die Taschentücher rüber. Die vielen Beatles-Songs und Analogien zum Leben und Schaffen der Fab Four entschädigt allerdings wieder für einiges. Im großen und ganzen gelingt es der Mischung aus Behinderten-Drama und Sorgerechtsstreits-Gerichtsfilm à la Kramer vs. Kramer zu unterhalten und zu fesseln, auch wenn es zum Finale hin ruhig eine Spur subtiler hätte sein dürfen.

von Thomas Brendel


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