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Salto für Anfänger

(Underbar och älskad av alla, 2007)

Dt.Start: 02. Dezember 2010 Premiere: 21. August 2007 (Festival, Norwegen)
FSK: nicht bekannt Genre: Komödie
Länge: 106 min Land: Schweden
Darsteller: Martina Haag (Bella), Nikolaj Coster-Waldau (Micke), Ellen Mattson (Kajsa), Katrin Sundberg (Liselotte), Reine Brynolfsson
Regie: Hannes Holm
Drehbuch: Mans Herngren, Martina Haag


Inhalt

Isabella ist eine mäßig erfolgreiche Schauspielerin, die zwar fast 40 ist, aber immer noch als Single in einem kleinen Appartement lebt. Um ihre Karriere voranzutreiben, greift sie im Lebenslauf zu einer Lüge, und behauptet, akrobatische Fähigkeiten zu besitzen. Prompt erhält sie ein Angebot vom Königlichen Schauspielhaus, um beim neuen Stück von Ingmar Bergman mitzuspielen. Die Rolle ihres Lebens, doch ihre Lüge droht sie einzuholen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Salto für Anfänger hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Salto für Anfänger hat eine Wertung von 70%
Regie-Ikone Ingmar Bergman will die erfolglose Schauspielerin Bella in seiner Theaterinszenierung von Shakespeares "Was ihr Wollt" in der Rolle der Viola besetzen, weil sie angeblich eine Ausbildung als Akrobatin hat. Bella will diese unerwartete Gelegenheit beim Schopfe packen, auch wenn sie gänzlich unsportlich ist. Zumal es am Theater auch noch diesen schnuckeligen Starschauspieler gibt. Hannes Holm erzählt mit der charmanten Tragikomödie Salto für Anfänger von den Unbillen des Schauspielerberufs in Schweden.

Bild aus Salto für Anfänger Eine kleine Lüge in ihrem Lebenslauf verschafft der arbeitslosen Schauspielerin Bella (Martina Haag) endlich die ersehnte Glanzrolle. In einer Ingmar Bergman-Theaterinszenierung von Shakespeares "Was ihr wollt" soll sie die Hauptrolle der Viola übernehmen und dabei als Akrobatin glänzen. Dabei hat sie Sport noch nie leiden können und selbst ihre Eltern machen sich über ihre sportlichen Fähigkeiten lustig. Weil sie aber das erste Mal in ihrem Leben wirklich etwas Glück zu haben scheint, will sie dieses beim Schopfe packen. Sie hofft, dass sie sich irgendwie durch die Proben lavieren kann. Sie ist ja immerhin Schauspielerin, oder?

Als sie auch noch bei dem begehrten dänischen Starschauspieler Micke (Nikolaj Coster-Waldau) landen kann, der gerade in einer anderen Aufführung im Hause arbeitet, scheint sich ihre Glückssträhne zu bestätigen. Nur ihre beste Freundin Kajsa (Ellen Mattson) ermahnt sie zur Ehrlichkeit und Vorsicht. Als Fernsehproduzentin weiß sie, dass sich Regielegenden ungern anlügen lassen. Und dieser Micke steht im Ruf, ein ziemlicher Schwerenöter zu sein. Dennoch bezahlt Kajsa die Akrobatik-Stunden, die Bella heimlich bei einem bekannten Artisten nimmt. Doch Wunder brauchen bekanntlich länger und in diesem Fall fallen sie einfach ganz aus.

Mit Salto für Anfänger erzählt Hannes Holm eine Herz erwärmende Tragikomödie über die Unbillen des Schauspielerberufes und die Selbstfindung einer jungen Frau, die sich ihrer eigenen Stärken klar werden muss. Dank erfrischender Darsteller, einer Inszenierung, die mit bekannten Konventionen spielt, ohne diese breit auszutreten, sowie dem typischen skandinavischen Understatement gelingt eine frische, wenn auch nicht gänzlich neue Unterhaltung.

Martina Haag schlüpft bei der Verfilmung ihres eigenen Bestsellers in die Hauptrolle und lieferte gemeinsam mit Mans Herngren auch das Drehbuch für die lebensfrohe Tragikomödie. Augenscheinlich wissen die Macher, dass es bereits ein ultimatives Vorbild für die Figur eines Schauspielers voller Selbstzweifel und Selbstüberschätzung gibt. Sie heißt Joey Tribiani, gespielt von Matt Le Blanc in der legendären US-Serie Friends. Deshalb wagen sie sich erst gar nicht die Nähe der absurden Situationskomödie. Sie entwickeln eine ganz eigene, schwedische Herangehensweise, die charmant und gewitzt große Alltagstauglichkeit beweist.

Ihre Bella steht mitten im Leben, auch wenn sie selbst eine Träumerin ist und immerzu hofft, dass sich die Welt doch noch ihren Sehnsüchten beugen könnte. Diese liebenswert-verrückte Figur beruht auf Haags eigenen Erfahrungen, ohne dass man gleich die totale Authentizität vermuten muss. Das Multitalent, das in Schweden eine große Popularität genießt, bietet mit der attraktiven aber eben nicht makellosen Bella eine Heldin an, die sowohl Projektionsfläche für Sehnsüchte als auch Komplizin der Zuschauer ist. In ihr können sie die eigenen menschlichen Schwächen entdecken.

Regisseur Holm bleibt nicht nur deshalb immer hart an seiner Hauptfigur. Diese hat ja im Prinzip keine Probleme, außer jenen die sie mit ihrer eigenen Unsicherheit selber geschaffen hat. Es verblüfft schon, mit welchem Aufwand und welchen Tricks Bella versucht, ihre Umwelt nach ihrem Willen und Sehnsüchten zu formen. Das muss letztlich schiefgehen, gibt aber auch Anlass für zahlreiche humorige Szenen.

Holm begeistert letztlich mit seinen genauen Beobachtungen dieser menschlichen Schwächen und zieht die Zuschauer bedingungslos auf die Seite seiner Protagonistin - eine emotionale Komplizenschaft, die das Werk letztlich durch alle Höhen und Tiefen trägt. Dem Filmemacher gelingt der Spagat zwischen kommerzieller Unterhaltung und feinsinniger Erzählung. Das erinnert an den letzten heiteren Schweden-Import - Männer im Wasser. Das ist nicht verwunderlich, denn jener Hit stammt von "Salto"-Co-Autor Mans Herngren.



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