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Drei

(Drei, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

65%



Inhalt

Kulturmoderatorin Hanna und Kunsttechniker Simon sind seit zwanzig Jahren liiert. In der Zeit hat das Paar sowohl Höhen und Tiefen erlebt. Doch dann verlieben sich Beide in denselben Mann, ohne es vom jeweils anderen zu wissen. Objekt der Begierde ist Stammzellenforscher Adam, der kein Kind von Traurigkeit ist. Denn erst geht er auf Hannas Annäherungsversuche ein, wenig später aber auch auf die von Simon. Im Bereich des heimlichen und verbotenen entwickelt sich die langjährige Beziehung neu.

Kritik

von Daniela Panzitta

Wertung Kritik

65%

Tom Tykwer ist zurück im deutschen Filmgeschäft. Der Regisseur von Lola rennt wollte nach gut zehn Jahren in den USA wieder einmal einen Film in Deutschland inszenieren und steuerte für Drei auch gleich noch das Drehbuch bei. Herausgekommen ist eine eher ungewöhnliche weil ungewohnte Geschichte, die mit künstlerischen Elementen visualisiert wurde. Auf der einen Seite ist das unterhaltsam und interessant, auf der anderen Seite fehlt ein wenig Tiefe. Auf jeden Fall ein sehr spezieller Filmgenuss, der aber nicht jedermann zusagen wird.

Bild aus Drei Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist einfach aber auch ungewöhnlich: Ein Mann, Simon, und eine Frau, Hanna, sind seit fast 20 Jahren ein Paar und haben viel gemeinsam durchgemacht. Seitensprung, Fehlgeburt, Streit. Unabhängig voneinander lernen sie den gleichen Mann, Adam, kennen und verlieben sich. Hanna beginnt mit ihm eine Affäre von der Simon nichts weiß. Dieser beginnt ebenfalls eine Affäre mit Adam, eine ganz neue Erfahrung für ihn. Drumherum haben die Protagonisten mit dem alltäglichen Wahnsinn zu kämpfen. Dem Verlust der Mutter, eigener Krankheit und der Gemeinsamkeit, die nicht immer einfach ist.

Die Geschichte ist sehr gut durchdacht und schlüssig erzählt. Dass zwei Menschen, die sich in einer Beziehung befinden, mit dem gleichen Menschen eine Affäre beginnen, ohne dass einer der drei Beteiligten vom Treiben der jeweils anderen weiß, ist schon ungewöhnlich. Doch man zweifelt keine Sekunde daran, dass es wirklich möglich ist. Im ersten Moment etwas befremdlich ist zwar die Tatsache, dass ein Hetero-Mann sich plötzlich in eine Affäre mit einem anderen Mann stürzt. Doch die Wege der Liebe sind manchmal eben unergründlich.

Ein Kritikpunkt, den man der Geschichte anlasten kann, ist die fehlende Auseinandersetzung mit den Gefühlen der Protagonisten. Vor allem die Geschichte zwischen Simon und Adam bleibt weitestgehend unkommentiert. Dabei muss es für einen Mann eigentlich sehr verstörend sein, wenn er, der sich immer als hetero gesehen hat und auch jetzt nicht davon überzeugt ist, schwul zu sein, sich plötzlich zu einem anderen Mann hingezogen fühlt und mit diesem eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Für Adam hingegen scheint das relativ normal, denn er wird als sexuell sehr offen charakterisiert, da er offensichtlich häufiger wechselnde Sexualpartner beider Geschlechter hat.

Zu dieser ungewöhnlichen Geschichte passt die Inszenierung, die viele künstlerische Elemente einfließen lässt, sehr gut und gibt ein stimmiges Gesamtbild ab. Zum einen haben sowohl Hanna als auch Simon irgendwie etwas mit Kunst zu tun, zum anderen gibt es viele Einstellungen und Szenen, die nicht alltäglich sind. Bereits der Beginn des Films bringt den Zuschauer auf recht ansprechende und originelle Art auf den aktuellen Stand in der Beziehung zwischen Simon und Hanna. Gleichzeitig stimmen diese und auch die folgenden Szenen auf die künstlerische und etwas andere Art der Inszenierung von Drei ein.

Mit 119 Minuten hat sich Tykwer nicht gerade kurz gefasst, dennoch gelingt es ihm, den Zuschauer über die Laufzeit im Geschehen zu halten. Das Timing der Geschehnisse ist dabei sehr gut gewählt, so dass man immer wieder neue Aspekte erhält, die die Aufmerksamkeit hoch halten. Die künstlerischen Elemente, in denen man sich zweitweise ein wenig verliert, tragen ihr Übriges dazu bei, dass die Laufzeit nicht langweilig wird.

Der Film ist sicherlich nur eingeschränkt zu empfehlen, zum einen aufgrund der Geschichte und zum anderen aufgrund der Art der Inszenierung. Während Tykwers Filme in Hollywood, wie zuletzt The International, für ein breites Mainstreampublikum gedacht waren, ist Drei nur für Kinogänger geeignet, die experimentellen und ungewöhnlichen Inszenierungen etwas abgewinnen können. Wer vor derartigen Filmen am liebsten schreiend weglaufen würde, der sollte auf ein Kinoticket für Drei verzichten. Wer allerdings offen für Neues ist, der kann der Inszenierung sicherlich einiges abgewinnen.

Keine weitere Wertung


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