Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo Poster

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Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

(Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, 1981)

Dt.Start: 02. April 1981
DVD: 26. Oktober 2000
Premiere: April 1981 (Deutschland)
FSK: ab 16 Genre: Biografie
Länge: 138 min Land: Deutschland
Darsteller: Natja Brunckhorst (Christiane), Thomas Haustein (Detlev), Jens Kuphal (Axel), Jan Georg Effler (Bernd), Christiane Reichelt (Babsi), Daniela Jaeger (Kessi), Kerstin Richter (Stella), David Bowie, Peggy Bussieck (Puppi), Lothar Chamski (Rolf), Uwe Diderich (Klaus), Ellen Esser (Kessis Mutter), Andreas Fuhrmann (Atze)
Regie: Uli Edel
Drehbuch: Uli Edel, Kai Hermann


Inhalt

Christiane F. und ihre Schwester leben mit ihrer Mutter in Berlin. Der Vater hat die Familie bereits vor längerer Zeit verlassen. Eines Tages gerät Christiane in einer Disco an Detlev, der sie in die Drogenszene einführt. Sind es zu Anfang nur Tabletten, rutscht sie später mehr und mehr in den Drogensumpf. Als sie sogar auf den Strich geht, um Geld für Drogen zu verdienen, fasst sie den Entschluss, einen Entzug zu machen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Christian Klasen
Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo hat eine Wertung von 75%
Perspektivlosigkeit führt zu Wut. Aus Wut wird früher oder später Resignation. Die völlige Gleichgültigkeit des eigenen Lebens führt den Menschen in die Drogensucht. Die Drogenabhängigkeit führt unweigerlich in den Tod. Zugegeben, das alles hört sich äußerst plakativ an, ist im Kern aber wahr. Und genau dieser Thematik nimmt sich Regisseur Uli Edel, in dem biographischen Film, Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, an. Herausgekommen ist ein eindringlicher, unaufgesetzter und letztendlich deprimierender Film.

Bild aus Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ist ein Film, der auf der Grundlage des gleichnamigen, biographischen Buches basiert, welches 1978 vom Magazin "Stern" veröffentlich wurde. Die Journalisten Kai Hermann und Horst Rieck trafen auf die damals fünfzehn Jährige Christiane Felscherinow, als sie bei einem Gerichtsverfahren, bei dem es um Beschaffungsprostitution ging, als Zeugin aussagen sollte. Felscherinow hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine typische "Drogenkarriere" hinter sich. Am Ende einer zweimonatigen Zusammenarbeit, bei der die beiden Journalisten Christiane mit Hilfe von Mitschriften und Tonbandaufnahmen interviewten, entstand das erwähnte Buch, welches mit über drei Millionen verkauften Exemplaren weltweit zu einem großen Erfolg wurde und die gesellschaftlich totgeschwiegene Drogenproblematik proklamierte. Soweit zum Buch.

Uli Edel hält sich bei seinem Kinodebüt sehr stark an die Buchvorlage, ohne jedoch an die Qualität des selbigen heranzukommen. Das heißt aber nicht, dass die filmische Umsetzung misslungen ist. Ganz im Gegenteil. Edel schafft es, die Drogenszene rund um den Berliner Bahnhof Zoo, das Elend, die Aussichts- und Trostlosigkeit fast schon dokumentarisch einzufangen. Einen großen Anteil, dass das gelingt, hat auch der Kameramann Jürgen Jürges, der mit seiner Kamera immer am Geschehen agiert, dennoch Distanz bewahrt. Des Weiteren scheint es fast so, als existiere in Berlin keine Sonne, keine Wärme. Der Himmel ist stets so grau und kalt, wie der Asphalt. Man kann fast so weit gehen und behaupten, dass Berlin als Personifikation des Misanthropen zu sehen ist.

Wirft man nun einen Blick auf die Protagonisten des Films, insbesondere auf die Hauptprotagonistin, so ist es nicht schwer festzustellen, dass die damalige dreizehn Jährige und bis dato unerfahrene Darstellerin Natja Brunckhorst ein herausragendes Spiel abliefert. Sie zeigt Christiane F. als einen von der Umgebung des Drogenmilieus geprägten Menschen, der äußerlich oft taff und stark wirkt, innerlich aber in Wahrheit um Hilfe schreit. Insbesondere sind die Szenen, in der der Entzug dargestellt wird, sehr erschütternd und mit einer bedrückenden Intensität gespielt. Auch die übrigen Schauspieler, meist Laiendarsteller, runden den authentischen Eindruck des Geschehens ab.

Gut, dass ein Film nur selten an die literarische Vorlage heranreichen kann, ist unlängst bekannt. Wie auch schon erwähnt, ist Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo eine gute Adaption des Buches. Dennoch wirkt der Film im Ganzen unfertig- und das mit einer amtlichen Länge von 132 Minuten. Edel verweilt zu häufig zu lange in den einzelnen Szenen, ohne dabei der Handlung entscheidende Impulse zu geben, die die Thematik des Films vorantreiben und differenzieren würden. Wenngleich das Drogenmilieu realistisch und explizit dargestellt wird, so vermisst man doch ein wenig die erlebte Biographie der Christiane F., die Hintergründe, den Werdegang, bevor sie das wird, was sie ist - ein Junkie. Auch das Ende des Films ist zu abrupt. Der Zuschauer wird mit seinen Gedanken, mit seinen Emotionen alleine gelassen, zurück gelassen. Wird eigentlich wirklich deutlich, in letzter Konsequenz deutlich, wozu Drogen führen? Ich denke, dass nicht jeder Rezipient eine eindeutige Antwort für sich finden kann, ähnlich wie bei American History X.



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