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Last Night

(Last Night, 2010)

Dt.Start: 30. Dezember 2010 Premiere: 18. September 2010 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: o.A. Genre: Drama, Romanze
Länge: 93 min Land: USA, Frankreich
Darsteller: Keira Knightley (Joanna Reed), Sam Worthington (Michael Reed), Eva Mendes (Laura), Guillaume Canet (Alex Mann), Griffin Dunne (Truman), Anson Mount (Andy), Scott Adsit (Stuart), Stephanie Romanov (Sandra), Daniel Eric Gold (Andy), Justine Cotsonas (Maggie), Steve Antonucci (Soho Guy), Rae Ritke (Barbara), Chriselle Almeida (Chris), Cheryl Ann Leaser (Cynthia)
Regie: Massy Tadjedin
Drehbuch: Massy Tadjedin


Inhalt

Das Ehepaar Joanna und Michael Reed trennen sich für eine Nacht. Während Michael mit einer Kollegin auf Geschäftsreise geht und der attraktiven Versuchung widersteht, trifft sich Joanna mit ihrem früheren Liebhaber.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Last Night hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 89%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 88 für Last Night

Last Night ist einer dieser Filme, die schonungslos und vor allen Dingen ehrlich mit ihren Figuren umgehen. Die Geschichte dreht sich um ein jung verheiratetes Pärchen, das einen Abend getrennt verbringt und dabei der Versuchung, fremd zu gehen, widerstehen muss. Ohne jegliche Spielereien wird das Gefühlsleben der Figuren dem Zuschauer ausgebreitet. Obwohl nur wenig passiert, ist der Film hochspannend, spürt der Zuschauer doch in jeder Minute das Kribbeln auf der Leinwand und was für eine Maschinerie sich von Minute zu Minute in Gang setzt. Das ist, weil das Ganze so real und nah am Leben wirkt, unglaublich deprimierend und frustrierend. Zudem gelingt es, dass sich der Zuschauer aufgrund der gut ausgearbeiteten Charaktere und vor allen Dingen wegen der knisternden Chemie der durch die Bank gut aufgelegten Darstellerriege mit allen Figuren und deren Verhalten identifizieren kann. So muss ein hervorragender Beziehungsfilm aussehen: Schonungslos, ehrlich und dazu noch sauber inszeniert und mit einem perfekten Ende abgeschlossen. Eine absolute Weiterempfehlung für alle, die geschönte Hollywoodromanzen satt haben und lieber echte und ehrliche Filme dieses Genres sehen möchten

Kritik

von Julia Stache
Last Night hat eine Wertung von 90%
Ein Pärchen in der gefühlsmäßigen Zwickmühle. Während ihn die hübsche Arbeitskollegin lockt, kehrt bei ihr der französische Exfreund zurück und sorgt mit seinem Charme für wiederkehrende Gefühle. Die Geschichte von Massy Tadjedins Regiedebüt ist eigentlich nichts Besonderes, dennoch gelingt es ihr äußerst gut, die alltäglichen Probleme in einer Partnerschaft subtil darzustellen und anhand genauer Beobachtungen die Gefühlswelt der Personen zu ergründen.

Bild aus Last Night In ihrem Regiedebüt zeigt Massy Tadjedin ein feinfühliges Spiel der Emotionen. In fast jeder Szene gelingt es ihr, die Gefühle und inneren Konflikte, denen sich die Figuren stellen müssen, ohne große Worte zu veranschaulichen. Stark zum Vorschein tritt das bereits zu Beginn des Films, als Joanna und Michael auf der Party eines Freundes eintreffen. Dort trifft Joanna erstmals auf Michaels Kollegen. Das Misstrauen, welches sie bereits nach kurzer Zeit für seine attraktive Kollegin Laura empfindet, hat jeder schon einmal erlebt. Aber auch das plötzliche Wiedersehen mit einem Exfreund, den man Jahre nicht gesehen hat und der all die verdrängten Gefühle wieder aufbrechen lässt, ist dem realen Leben entnommen. Darin liegt das Besondere des Films. Die Geschichte ist geradlinig und ohne viele Ausschweifungen erzählt, lebt dabei vor allem durch Blicke und Gesten, die völlig ausreichen, um die inneren Konflikte der vier Charaktere darzustellen.

Während Joanna eine schöne Nacht mit Alex verbringt, kämpft Michael vehement gegen den Reiz seiner Kollegin Laura an. Den Kampf wird er verlieren. Doch kann er, genauso wie Joanna, dem jeweils anderen von seinem Fehltritt erzählen und zu seinen Gefühlen stehen? Die Verwicklung von vier Personen in ein Spiel um Liebe und Treue lässt einige Parallelen zu dem Drama Hautnah von Regisseur Mike Nichols zu, bei dem sich ebenfalls vier Personen dem Reiz der Verführung hingaben. Geht es bei Hautnah insgesamt etwas ruppiger zu und sind die Emotionen nur unterschwellig zu lesen, legt Tadjedin mehr Augenmerk auf eine weichere Erzählung. Der Schwerpunkt des Films liegt nicht nur auf dem Reiz, Sex zu haben, vielmehr sind es die Gefühle aller Beteiligten, die im Vordergrund stehen. Tiefgreifende Gefühle, wie die Angst, sich etwas eingestehen zu müssen, einem Fakt ins Auge zu blicken, der nicht nur das eigene, sondern auch das Leben des Partners aus der Bahn werfen wird; oder die Gefahr, durch sein eigenes Handeln einen schweren Fehler zu begehen, der nicht mehr gut zu machen ist und der den geliebten Partner tief verletzt. Verletzlichkeit und Sensibilität stehen im Vordergrund und es fällt vor allem Keira Knightley zu, diese Emotionen zu transportieren.

Last Night ist eine sensible Beziehungsgeschichte und gleichzeitig ein feinfühliges Drama. Es werden die tiefsten, verborgenen Gefühle und das emotionale Chaos erörtert, welche zwischen zwei Menschen entstehen können. Damit gleicht die Inszenierung zum Schluss fast einem psychischen Kammerspiel. Interessante und sinnvolle Dialoge sowie überraschende Wendungen stechen dabei genauso hervor, wie ein gelungener offener Schluss, der zum Nachdenken anregt.



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Hautnah
Dt. Start: 13. Jan 2005
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