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Legenden der Luftfahrt 3D

(Legends of Flight, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

77%



Inhalt

Der Vogel ist das Vorbild der Flugzeugaerodynamik und die Entwicklung neuer Techniken verläuft immer weiter, so dass immer neue Flugzeuge in die Lüfte gehen können. Die Historie der Flugzeugentwicklung ist geprägt von der Verwendung neuer Materialien, die immer weitere Dimensionen des Fliegens zulassen, so dass Jumbojets (A380) überhaupt fliegen können. Die Mannigfaltigkeit des Fliegens stellt sich durch die technologisch unterschiedlichen Flugzeugtypen dar, die immer neue Möglichkeiten bieten.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

77%

Mit dem endgültigen Einzug der 3D-Technologie in den Kinosaal begann nicht nur eine neue Ära. In Zeiten, in denen der 3D-Wahn beinahe jeden Spielfilm-Regisseur befallen zu haben scheint, wirken Dokumentationen, die früher als Experimentierfeld dieser Technologie herhielten, inzwischen beinahe schon wie angestaubte Relikte. Was aber inflationär eingesetzt wird, ist noch lange nicht immer gut. Plötzlich kommt genau solch eine Doku daher und zeigt, wie man wirklich gelungen atemberaubende Filmsequenzen in 3D umsetzt.

Bild aus Legenden der Luftfahrt 3D Es ist gar nicht lange her, dass 3D-Filme entweder kleine, zuweilen kurzweilige Dokumentationen waren, die von Urzeitviechern, Vulkanen, Pharaonen und Pyramiden handelten oder kurze Trickfilme in den Kinos von Freizeitparks. Die Technik war damals noch nicht richtig ausgereift, man kämpfte mit Bewegungs- und Tiefenunschärfen und wer einen Dioptrinunterschied zwischen beiden Augen hatte und ohne die eigene Brille durch die 3D-Brille blickte, hatte überhaupt keinen Spaß. Inzwischen ist alles anders: Die Brillen sind besser und bedienen sich moderner Polarisationstechnik, doch vor allem wird gleich mal mit wesentlich ausgereifteren Projektoren gedreht. Nach Camerons Avatar - Aufbruch nach Pandora lässt sich die 3D-Uhr ohnehin nicht mehr zurückdrehen; leider, denn nun meint gleich jeder mittelmäßige Filmemacher, sein seelenloses Produkt mit einer hastigen 3D-Konvertierung pimpen zu müssen. Bestes Beispiel dafür Kampf der Titanen.

Legenden der Luftfahrt 3D gehört tatsächlich zu der Sorte Filmchen, die Eingangs erwähnt wurden: kleine Dokus, die verträglich seicht, eingängige Information liefern und vor allem durch ihre Bilder bestechen. In einigen Punkten unterscheidet sich Legenden der Luftfahrt 3D aber von seiner Verwandtschaft: Man schämt sich fast, es zu sagen, doch dieser Film setzt die 3D-Technik derart brillant ein, dass man nicht nur den Hut ziehen muss, sondern unverhohlen eingesteht, dass die dritte Dimension so eingesetzt, dem Kinoerlebnis Entscheidendes hinzufügt. Leider reicht das Kamera-Können der Verantwortlichen der meisten Spielfilm-3D-Produktionen aber kaum an das heran, was William W. Reeve und Mark Poirier hier abliefern.

Wie es der Titel verheißt, gehören die ersten Minuten des 42 Minuten langen Films, der Luftfahrtgeschichte; kurz beleuchtet, langt diese aber schnell beim derzeitigen Nonplusultra der zivilen Luftfahrt an, dem Airbus A380. Hier offenbart sich dann, welchen Geistes diese Doku wirklich ist: Ein PR-Film der Firma Boing, des größten Airbus-Konkurrenten steckt in ihrem Gewand und skizziert, wie sich die Ingenieure von Boing auf den Entwicklungsweg begeben, ein noch besseres Flugzeug als den A380 zu entwickeln: einen hocheffizienten, schnellen, leisen und sparsamen Luxusliner, der mit seiner Ästhetik das Flair der goldenen Ära der Luftfahrt zurückholen soll - die Boing 787.

Im Grunde also ein PR-Film, übertrifft Legenden der Luftfahrt in Sachen Bildpoesie, Perspektiv- wie Kameraeinsatz manch einen Spielfilm. Besonders die Mitfahrten oder besser gesagt: Mitflüge mit Segelfliegern oder manch einem Klassiker der Vergangenheit nahe schneebedeckter Berggipfel versprühen einen immensen Zauber. Einige der Flugzeuge wurden dabei vor dem real abgefilmten Hintergrund zwar digital eingefügt, die Magie des Sich-Hineinversetzt-Fühlens schmälert dies aber nicht.

Legenden der Luftfahrt fesselt mit seinen außergewöhnlich schönen Bildern und vermittelt zudem noch etwas elementares Wissen über die Kunst des Flugzeugbaus. Wegen seines Werbecharakters kann der Film der Öffentlichkeit zwar nur eingeschränkt empfohlen werden, anderseits ist er ein echtes Lehrstück dafür, wie moderne Technologien optimal einsetzt werden können. Jedem PR-Studenten ist er ohnehin wärmstens ans Herz zu legen. Neben der Art der Inszenierung zeigt der Film wie eine glaubwürdige und faire Kommunikationspolitik auszusehen hat. Zu keiner Zeit wird über den Kontrahenten mit Schimpf und Schande hergezogen. Ganz im Gegenteil, gerät der Beginn fast schon zu einer huldvollen Verbeugung vor der Leistung der Airbus-Ingenieure. Jeder Luftfahrtenthusiast, 3D-Fan, PR-ler oder Marketingreferent wird somit letzten Endes auf seine Kosten kommen. Alle diese unterschiedlichen Zielgruppen profitieren überdies noch mit einem Lerneffekt: mitzuerleben, wie man eine Sache, die einem wirklich am Herzen liegt, zu einem sehenswerten Ziel bringt.

Keine weitere Wertung


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