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Resturlaub(Resturlaub, 2011)
| Dt.Start: |
11. August 2011
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Premiere: |
22. September 2011 (Deutschland) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Komödie |
| Länge: |
100 min
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Land: |
Deutschland |
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Darsteller:
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Maximilian Brückner (Peter 'Pitschi' Greulich), Mira Bartuschek (Sabine), Antoine Monot Jr. (Checko), Stephan Luca (Arne), Jeff Burrell (Jason), Martina Hill (Biggy-Ente), Ivanka Brekalo (Miriam), Dave Davis (Pfarrer Bouba), Melanie Winiger (Luna), Anja Schoenleben, Manuela Wisbeck (Heidi), Marianne Rappenglück, Rosetta Pedone (Luisa), Carlos Garcia Piedra (Matias) |
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Regie:
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Gregor Schnitzler |
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Drehbuch:
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Tommy Jaud |
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 Inhalt
Pitschi Greulich ist ein durchschnittlicher Mann mittleren Alters, der weder im Job noch im Privatleben mit seiner Freundin Sabine wirklich glücklich ist. Sein Leben scheint spießig und eintönig, und dann heiratet auch noch sein bester Freund. Als es abermals in den Urlaub nach Mallorca gehen soll, beschließt Pitschi kurzerhand, ein anderes Ticket zu kaufen. Während seine Freunde nach Mallorca fliegen, zieht es ihn nach Buenos Aires, wo er versucht ein neues, glücklicheres Leben zu starten. Doch in der Fremde beginnt er, die Dinge zu vermissen, die er sonst so an seinem Leben hasste. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Lutz Granert
Pitschi flieht vor dem verantwortungsvollen Spießerleben der Provinz nach Argentinien. Leider wurden bei der Komödie Resturlaub, der Verfilmung eines Bestsellers von Tommy Jaud, entscheidende Gepäckstücke vergessen: Sympathische Charaktere, geschmackvoller Humor und Originalität.
Es ist eine schwere Bürde, die auf Tommy Jauds Schultern liegt. Einerseits, nur was Verkaufszahlen angeht, ist er der Krösus der deutschen Unterhaltungsliteratur. Andererseits, nur menschlich betrachtet, ist er ein Normalo, der fragenden Journalisten, mit denen er sich nur ungern unterhält, nicht viele Pointen mitzuteilen weiß. Humor ist eine Eigenschaft, die eher seinen Büchern vorbehalten bleibt, wie der SPIEGEL in Ausgabe 12/2010 herausfand. Damals ging es um die literarische Fortsetzung von Resturlaub um einen oberfränkischen Marketing-Strategen einer Lokalbrauerei namens Pitschi, der plötzlich von Bindungsangst und Fortpflanzungsparanoia gestresst wird und flieht.
Jaud hat schon mit Simon Peters eine Figur geschaffen, die aufgrund ihrer großspurigen und meckernden Art zum ungehobelten Proleten passte wie die Atzen-Faust aufs Checker-Auge. Diese unsympathische Arschloch-Figur spiegelt leider nur allzu sehr die Vorstellung des Feuilletons vom typischen Tommy Jaud-Leser: Durchschnittlicher IQ, nach "leichter literarischer Kost" suchend, sich belustigend an dummen Beleidigungen, skurrilen Alltagsepisoden mit nervtötenden Zeitgenossen und flotten Sprüchen, deren Pointen oftmals Sexismus und Rassismus verdächtig nahekommen. Ein Reflex auch auf die Ikonen der Populärkultur und des Trash-TV, mit denen er sich nicht ironisch, sondern Klischees perpetuierend auseinander setzt. Kein Wunder also, dass auch die erste Jaud-Verfilmung Vollidiot mit dem prolligen, aber nicht minder prominenten Nichtskönner Oliver Pocher in der Hauptrolle ein Publikumserfolg war, war er doch authentisch in seiner Beschränktheit und somit die Idealbesetzung.
Pitschi (Maximilian Brückner) aus Resturlaub mag zwar auf dem Papier ein Anderer sein, eine beinahe schon liebenswerte Figur mit Neurosen und Zweifeln, in der Verfilmung ist dieser Unterschied jedoch nicht zu erkennen. Er mäkelt herum an seinem Leben im provinziellen Bamberg, seinen weicheirigen Saufkumpels und seiner "klammernden" Freundin Sabine (Mira Bartuschek), die nach etlichen Jahren des Zusammenlebens nun verständliche Kinderwünsche hegt. Pitschi, ganz prolliger Kindskopf à la Simon Peters, sieht rot und fliegt nach einem inszenierten Überfall à la Fight Club nicht der Freundin und den Kumpels nach Mallorca hinterher, sondern nach Buenos Aires, wo er hofft, ein neues Leben beginnen zu können. Natürlich kommt es aber anders als gedacht - und das trotz Sex mit einer heißblütigen argentinischen Sprachlehrerin.
Tommy Jaud schrieb nach Vollidiot abermals das Drehbuch zum eigenen Buch. Dieser dümmlichen Aneinanderreihung von humoristischen Klischees und Peinlichkeiten (Sex mit ebenso dicker wie notgeiler Touristen-Wuchtbrumme, Onanieren auf dem Klo vom Sprachkurs etc.) bis hin zum unvermeidlichen, aber in seiner Konsequenz idiotischen Happy End brachte es jedoch nichts. Maximilian Brückner (Freche Mädchen 2) nervt als arschiger Unsympath, dem man nicht mehr aber auch nicht weniger wünscht als eine gerechte Strafe für seine Dummdreistigkeit. Mira Bartuschek wirkt immer etwas zu überdreht, als dass sie ernst genommen werden könnte und die quakende Martina Hill (bekannt aus switch reloaded) als Biggy ist sowieso nicht mehr als eine Witzfigur.
Resturlaub ist eine Bankrotterklärung an die ohnehin an Versatzstücken reiche, aber nur selten so uninspirierte deutsche Kinokomödie der Gegenwart. Eine unsäglich dumme und einfältige Eigensatire, welche das massentaugliche, aber nicht hohe Niveau der Sprache des Jaud-Romans leider mit geschmackloser und vorhersehbarer Attitüde filmisch übersetzte, woran sein Verfasser nicht ganz unschuldig ist. Dieser Mann scheint tatsächlich nicht wirklich witzig zu sein, besonders nicht auf dem Papier von Drehbüchern.  Weitere interessante Filme
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