Das Labyrinth der Wörter Poster

Film-Seite zu Das Labyrinth der Wörter
Trailer zu Das Labyrinth der Wörter
Poster zu Das Labyrinth der Wörter
Kinoprogramm für Das Labyrinth der Wörter
Deutsche offizielle Seite
PDF zu Das Labyrinth der Wörter

Das Labyrinth der Wörter

(La Tete en Friche, 2010)

Dt.Start: 06. Januar 2011 Premiere: 09. Mai 2010 (Frankreich)
FSK: ab 6 Genre: Komödie
Länge: 82 min Land: Frankreich
Darsteller: Gerard Depardieu (Germain Chazes), Gisele Casadesus (Margueritte), Francois-Xavier Demaison (Gardini), Patrick Bouchitey (Landremont), Claude Maurane (Francine), Jean-Francois Stevenin (Jojo), Claire Maurier (Mutter), Sophie Guillemin (Annette), Melanie Bernier (Stéphanie), Regis Laspales (M. Bayle), Bruno Ricci (Marco), Lyes Salem (Youssef)
Regie: Jean Becker
Drehbuch: Jean Becker, Jean-Loup Dabadie


Inhalt

Germain ist ein 50 Jahre alter, stämmig gewachsener Mann, mit einem Problem: Er kann nicht lesen. Seinen Vater hat er nie kennengelernt und in der Schule war er oftmals das Ziel von Scherzen. Eines Tages lernt der bescheiden lebende Germain die ältere Dame Margueritte kennen, die ihm fortan regelmäßig aus Romanen vorliest und damit seine Leidenschaft für Literatur entfacht. Da Marguerite bald erblinden wird, entschließt sich der liebenswerte Germain, Lesen zu lernen, um bald die Rolle des Vorlesers übernehmen zu können.
Shopping-Box
DVDs zu Das Labyrinth der Wörter Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Das Labyrinth der Wörter Poster & Merchandise
zum Film
Das Labyrinth der Wörter bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Das Labyrinth der Wörter bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film
Tickets kaufen

Durchschnittliche Redaktionswertung

Das Labyrinth der Wörter hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 79%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Das Labyrinth der Wörter hat eine Wertung von 79%
Gerard Depardieu ist mit 62 Jahren immer noch ungebrochen kreativ. Die Figuren, die er heute präferiert, mögen nicht mehr die gleichen wie früher sein. Seine große Wandelbarkeit sorgte aber dafür, dass sich der französische Ausnahmeschauspieler durch die Jahrzehnte hindurch an der Spitze hat halten können. Sein neuester Film ist eine rustikale Komödie, mit einigen melancholischen und tragischen Motiven unterlegt, in der Depardieu sein ganzes Können, als naiver, liebenswerter Prolet mit verunglückter Kindheit unter Beweis stellt. Für Depardieu-Fans eindeutig ein Muss, für alle anderen erfrischend unterhaltsam.

Bild aus Das Labyrinth der Wörter Viel Bildung hat sich beim naiven Trottel Germain (Gerard Depardieu), der sich als Gelegenheitsarbeiter verdingt und oft um einen Teil seines Lohns beschissen wird, da er nicht einmal richtig rechnen kann, zeitlebens nicht eingestellt. Lesen kann der inzwischen über 50-jährige ebenfalls kaum und er blamiert sich überdies regelmäßig, da er manch einen berühmten französischen Schriftsteller nicht von einem Restaurantführer unterscheiden kann. Mit seiner ungehobelten Art schießt er zudem ein ums andere Mal den Vogel ab. Doch Germain ist so simpel gestrickt und derart dickfellig, dass er es meist nicht einmal merkt, wenn er sich wieder mal zum Gespött der Leute gemacht hat.

Die einzigen Menschen, die ihm wirklich nahestehen, sind seine Mutter, wobei das eher eine spezielle Hass-Liebe ist, da er von ihr als Kind nie wirklich Zuneigung erfuhr; sowie seine vergleichbar junge Freundin, die in seinem Leben wie ein frischer Frühlingswind einkehrt. Die zufällige, aber dennoch schicksalhafte Begegnung mit der über 90-jährigen Margueritte (Gisèle Casadesus) eines Tages im Park befördert aber plötzlich ein neues wie ungekanntes Element in sein Leben. Margueritte geht oft in den Park, um in Ruhe zu lesen, Germain findet dort einen Ort fernab der Menschen. Die beiden kommen ins Gespräch, schnell entsteht eine freundschaftlich-vertrauliche Ebene. Als Germain der alten Dame offenbart, dass er beinahe Analphabet ist, entschließt diese sich, ihm aus ihren Büchern vorzulesen. Eine Entscheidung, die außergewöhnliche Entwicklungen in Gang setzten wird.

Frankreichs Filmstar Nummer eins ist auch noch auf seine gereiften Tage, die mit einer wuchtigen körperlichen Präsenz einhergehen, ungebrochen gut im Geschäft. Nach der Literaturadaption von Martin Suters Buch Small World folgt nun mit Das Labyrinth der Wörter eine weitere Romanverfilmung. Inhaltlich wie inszenatorisch könnten diese beiden Filme aber nicht unterschiedlicher sein, und dennoch gibt es einen gemeinsamen Nenner. Es ist die Art von Figuren, die sich Depardieu in letzter Zeit in seiner Rollenwahl herauszusuchen scheint: naiv-trottelige und dickliche Gutmenschen, die vom Schicksal nicht gerade begünstigt wurden. War es in Small World ein dementer 70-jähriger, dem man als Kind das Leben geraubt hatte, ist es nun in Das Labyrinth der Wörter ein 50-jähriger, der nichts wurde, da sich seiner in der Kindheit niemand annahm.

Der aktuelle Streifen ist glücklicherweise aber alles andere als ein langatmiger Film über eine Familien-Dynastie und deren Leichen im Keller. Angesiedelt irgendwo zwischen Tragik-Komödie, Märchen und Groteske ist Das Labyrinth der Wörter nahezu eine einzige Depardieu-Show geworden. Neben dem imposanten Mimen verblasst nicht nur größtenteils das Geschehen drumherum, sondern im Endeffekt beinahe die gesamte Handlung. Erstaunlicherweise gelingt es aber der zerbrechlichen Giséle Casadesus, die ihre erste Filmrolle bereits im Jahre 1934 spielte, gegen die raumgreifende Leinwandpräsenz Depardieus mit einer Art niedlichem wie leicht spröde wirkendem Jungmädchen-Charme, zu bestehen. Und das mit 96 Lenzen!

Das Labyrinth der Wörter ist oberflächlich betrachtet ein stimmungsvoller Film voll absurder Komik. Die Stillen, besinnlichen Augenblicke gehören überwiegend den Szenen zwischen Depardieu und Casadesus, die beide darstellerisch klar herausragen; darüber hinaus gibt es noch eine sehr schräge Dynamik zwischen Depardieus Filmfigur und seiner Mutter. In Rückblenden wird dieser Handlungsstrang Stück für Stück entschlüsselt und bildet den tragischen Unterbau der Geschichte, wenn es auch als "erklärendes Allheilmittel" wesentlich stärker hätte ausgearbeitet werden müssen. Die Nebenfiguren, bleiben zwar alle etwas blass, dennoch sind selbst die zweitrangigen Rollen mit sehr authentischen Typen besetzt, wenngleich der Hang zum Skurrilen gut ausgereizt wurde. Mitunter artet das bunte Potpourri an merkwürdigen Figuren soweit aus, dass der Film zeitweise wie eine kleine Freakshow wirken kann.

Die überzeichneten Figuren passen sich aber wiederum soweit harmonisch in das Geschehen ein, wie man es bei einem (modernen) Märchen erwarten würde. Ein paar Fragezeichen bleiben aber, beispielsweise die recht junge wie attraktive Partnerin, die Depardieus Charakter angedichtet wird; wie es kommt, dass der gutherzige, korpulente Prolet mit so einer anbändeln konnte, wo ihm doch sonst so wenig im Leben gelingt, sollte man aber besser die Redaktion von Bauer sucht Frau fragen. Insgesamt ist Das Labyrinth der Wörter ein sehr unterhaltsamer Film geworden, der erfrischend unkonventionell daherkommt, auch wenn die Kernbotschaft, dass es nie zu spät ist, sein Inneres zu wandeln, recht trivial bleibt.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Forrester - Gefunden
Dt. Start: 01. März 2001
Vorschlag entfernen
 
 
 
 

 

© 2012 MovieMaze.de