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Spurwechsel

(Changing Lanes, 2002)

Dt.Start: 07. November 2002
DVD: 07. August 2003
Premiere: 07. April 2002 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama, Thriller
Länge: 98 min Land: USA
Darsteller: Ben Affleck (Gavin Banek), Samuel L. Jackson (Doyle Gipson), Kim Staunton (Valerie Gipson), Toni Collette (Michelle), Sydney Pollack (Stephen Delano), Tina Sloan (Mrs. Delano), Richard Jenkins (Walter Arnell), Akil Walker (Stephen Gipson), Cole Hawkins (Danny Gipson), Ileen Getz (Ellen), Jennifer Dundas (Mina Dunne), Matt Malloy (Ron Cabot), Amanda Peet (Cynthia Banek), Myra Lucretia Taylor (Judge Abarbanel), Bruce Altman (Joe Kaufman)
Regie: Roger Michell
Drehbuch: Chap Taylor, Michael Tolkin


Inhalt

Der erfolgreiche Anwalt Gavin Banek und der aus ärmlicheren Verhältnissen stammende Doyle Gipson sind auf dem Weg zu einem entscheidenden Gerichtstermin. Als die beiden beim Spurwechsel einen Unfall bauen, lässt der hochnäsige Gavin den verdatterten Doyle einfach stehen, vergisst aber eine wichtige Akte am Unfallort. Doyle verpasst auf Grund des Unfalles seine Sorgerechtsverhandlung und sieht in der von Gavin vergessenen Akte eine Chance, es dem Fiesling heimzuzahlen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Spurwechsel hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Straßer
Spurwechsel hat eine Wertung von 60%

Bild aus Spurwechsel Der Film Spurwechsel erzählt eine äußerst interessante Geschichte über zwei Männer, deren Leben sich an einem Tag ändert. Auf der einen Seite haben wird Doyle Gibson, einen trockenen Alkoholiker, der an besagtem Tag eine wichtige Verhandlung über den Fortbestand seiner Familie hat. Auf der anderen Seite haben wir den jungen Anwalt Gavin Banek, der sich auf dem Weg zu einer routinemäßigen Anhörung befindet, um ein paar Dokument vorzulegen. Wie der Zufall so spielt, bauen die beiden beim Spurwechsel einen scheinbar harmlosen Unfall, der sich für sie zur absoluten Katastrophe entwickelt. Doyle verpasst auf Grund des Unfalles seine Verhandlung und muss sich damit abfinden, dass seine Frau mit seinen Kinder die Stadt verlässt. Gavin vergisst am Unfallort eines seiner Dokumente, was zur Folge hat, dass er seine Anhörung nicht planmäßig durchführen kann und dass ihm nun eine Gefängnisstrafe droht. Seine einzige Chance heil aus der Sache herauszukommen, ist das Dokument von Doyle zurückzubekommen.

Das sich daraufhin anbahnende Duell der beiden ungleichen Widersacher wird mit harten Bandagen geführt und entwickelt sich für beide zu einem Selbstfindungsprozess. Doyle steht bei diesem Spiel mit dem Rücken zur Wand, denn ihm wurde alles genommen was ihm wichtig war. Seine zuvor durchgemachte Wandlung vom chaotischen Alkoholiker zum aufrechten Bürger scheint mit einem Schlag wertlos und nichtig. Er entwickelt sich durch das Duell Stück für Stück zu seinem alten Ich zurück, muss aber im Laufe dieses Prozesses erkennen, dass dieser Wandel alles andere als zu seinem Vorteil ist. Der junge Anwalt Gavin Banek steht ebenfalls vor den Trümmern seiner Existenz, doch er hat auf Grund seiner Beziehungen und Partner die Möglichkeit sich galant aus der Affäre herauszuwinden. Doch dabei muss er erkennen, dass seine Taten nicht rechtens waren und er entsinnt sich seiner alten juristischen Grundprinzipien, denen er einst treu war. Schlussendlich erkennt er, genauso wie Doyle Gibson, dass er einen Fehler gemacht hat und versucht mit sich ins Reine zu kommen.

Die Story von Spurwechsel klingt zwar auf den ersten Blick wenig spektakulär und spannend, doch sie birgt einige interessante Anregungen. Regisseur Roger Michell, der uns bereits mit Notting Hill begeistert hat, nimmt uns bei diesem Film auf eine intelligente Reise in die Tiefen der menschlichen Seele mit und wirft einige moralische Fragen auf. Auch die beiden Hauptdarsteller Ben Affleck und Samuel L. Jackson liefern eine gute Leistung ab und sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Message des Films rüberkommt. Auch die Nebendarsteller Toni Collette (Gavins Sekretärin), Sydney Pollack (Gavins Chef) und Amanda Peet (Gavins Ehrfrau) machen in ihren Rollen eine gute Figur.

Doch trotz der tiefgründigen Story und den guten schauspielerischen Leistungen hat Spurwechsel ein großes Problem: Der Film ist strunzlangweilig. Damit möchte ich diesem Moralthriller keineswegs seine Intelligenz absprechen, die einem beim späteren Nachdenken und Revuepassieren bewusst wird. Vielmehr möchte ich Regisseur Roger Michell den schwarzen Peter zuschieben, da er es nicht geschafft hat, mich 98 Minuten zu fesseln. Das große Manko des Films ist die offensichtliche Hinkonstruiertheit der Ereignisse, auf denen die ganze Handlung aufsetzt. Des weiteren kam ich mir streckenweise in meiner Intelligenz ein wenig untergraben vor, da mache Szenen einfach zu lange breitgetreten wurden, obwohl deren Intention bereits nach wenigen Sekunden erkennbar war. Außerdem hatte man oft den Eindruck, als ob sich der Regisseur zu sehr an dem intelligenten Grundgedanken ergötzt hat, anstatt ein bisschen mehr Leben und Spannung in seinem Werk unterzubringen. Schlussendlich kann man Spurwechsel einen brillanten Kern attestieren, der sich größtenteils erst nach einer 98-minütigen Langeweile-Odyssee offenbart.



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