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Little Big Soldier

(Da bing xiao jiang, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

65%



Inhalt

Im Jahre 227 v. Chr. ist das heutige Gebiet Chinas noch in diverse miteinander verfeindete Königreiche aufgeteilt. Bei einer Schlacht der Königreiche Wan und Liang sieht ein alternder Soldat der Liang seine Chance gekommen: Er nimmt den neben ihm einzigen Überlebenden, einen jungen General der Wan, gefangen, um von seinem König ein Kopfgeld zu erbitten und wieder als Bauer leben zu können. Auf dem beschwerlichen Heimweg müssen beide jedoch so manches spektakuläre Abenteuer überstehen.

Kritik

von Lars Schnell

Wertung Kritik

65%

"Hühner oder Adler, in einem Wok ist alles Fleisch." Jackie Chan in einer mal rasanten, mal nachdenklichen Buddy-Komödie, in der er sich als Soldat im Jahr 227 v. Chr. mit einem von ihm gefangenen General herumschlagen muss. Ein seltsam tragischer Roadmovie über zwei Charaktere, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Vom Verleiher als Antikriegssatire angepriesen, entpuppt sich Little Big Soldier als ungewöhnliche Mischung aus Komödie, Drama und Actionfilm. Eine Liebeserklärung an den Frieden und das eigene Land, bei der es trotz tiefer Symbolik insgesamt stark hapert.

Bild aus Little Big Soldier China 227 v. Chr.: Das spätere Kaiserreich ist in viele kleine Einzelstaaten gesplittet, die sich untereinander bekriegen. Als die Armeen von Liang und Wan zwischen zwei Hügelketten aufeinandertreffen, erreicht das Machtstreben in dem bald leichengefüllten Tal seinen blutigen Höhepunkt. Lediglich ein Liang Soldat (Jackie Chan) sowie ein Wan General (Wang Lee-Hom) überleben und brechen mehr oder weniger freiwillig zu einer gemeinsamen Reise nach Liang auf.

Jackie Chan, der neben der Schauspielerei für das Drehbuch zuständig war, schien sich trotz des interessanten und vergleichsweise unverbrauchten Plots nicht von Hollywood wegbewegen zu wollen. Schlagen die Charaktere zwischenzeitlich immer wieder einen melancholischen und sehr nachdenklichen Ton an, verschwindet die Symbolik des Films unter actiongeladenen Choreografien und groß klaffenden Logiklücken. Unsympathische und lachhafte Figuren wie der stereotypisch böse Prinz Wen oder die zu Gunsten der Weiblichkeitsquote scheinbar notgedrungen eingefügte Sängerin wirken unzulänglich ausgebaut und mehr schlecht als recht im Film platziert. Hier hätte man sich von gängigen Hollywoodklischees abheben müssen, um den einzelnen Charakteren mehr Farbe zu verleihen. So aber trägt auch das gegen Ende hin immer schlechter zusammengeschustert wirkende Szenario die Merkmale eines vorhersehbaren 08/15 Films. Ein Eindruck, den auch das überraschend tragische Finale nicht retuschieren kann. Anstatt den Hongkong Film in Europa zu etablieren, wie es Chan selbst formulierte, hat man Elemente des westlichen Mainstreamkinos kopiert und lässt den Film massenverträglich zwischen seichter Hollywoodkost und tiefsinniger Symbolik hin- und herpendeln.

Ganz im Gegensatz zu der teils langatmigen, teils zu rasanten Handlung und den blassen Nebencharakteren stehen die beiden Protagonisten. Jackie Chan als Personifikation des Pazifismus und des Strebens nach Freiheit, schlägt in diesem Film nach albernen Abwegen wie Spy Daddy oder Rush Hour endlich wieder ernste Töne an und überzeugt auf ganzer Linie. Seine eher dezenten Slapstick-Einlagen verpassen dem Film wieder eine gewisse Leichtigkeit, drängen sich jedoch diesmal nicht völlig in den Vordergrund. Wenn nach einem Pfeilschuss plötzlich zwei Leichen auf dem Boden liegen, können die dafür geernteten Lacher halbwegs für die inhaltlichen Schwächen entschädigen. Ihm entgegen steht der kriegsbegeisterte General, gespielt von Wang Lee-Hom, mit seiner auf Ruhm und Ehre pochenden Moral - für den naiv-optimistischen Liang Soldaten ein Fremdwort. Ein Duo mit Gegensätzen also als optimale Grundlage für einen historisch aufwühlenden Film, der sich leider nicht dermaßen aufwühlend und kritisch verhält wie erwartet. Nach einigen Konflikten nimmt zwar jeder seine persönliche Erfahrung mit, zieht eine Moral aus der Lehre des anderen, und der Pazifismus schein in dem kriegsverwüsteten Land wieder Einzug zu halten. Wenngleich die vorhergegangene Szene auf klar vertretbare Grundätze pocht, dürfte dem einen oder anderen Zuschauer jedoch das Outro bezüglich der Einigung Chinas zu episch und glorreich ausgefallen sein. So erscheint eine derart patriotische Einigungsbotschaft, wie sie hier in wenigen Sätzen präsentiert wird, vor dem aktuellen politischen Hintergrund doch etwas grenzwertig. Zusammen mit einigen demokratiefeindlichen Äußerungen Jackie Chans bleibt daher weiterhin die Frage bestehen, wann oder besser ob Chan jemals einem derart autoritären System den Rücken zukehren wird, gehören klar definierte Menschenrechte und Demokratie doch zu den Grundsätzen Europas, welches er mit seinen Filmen erreichen möchte.

Sieht man aber einmal von dem finalen Einigungsgetöse ab, bietet der Film durchweg unterhaltsames und liebevoll gestaltetes, wenngleich anspruchsloses und klischeebelastetes Mainstreamkino mit asiatischen Klängen, bei dem auch die für Chan üblichen Outtakes während des Abspanns nicht fehlen dürfen.

Keine weitere Wertung


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