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Im Alter von Ellen(Im Alter von Ellen, 2010)
| Dt.Start: |
20. Januar 2011
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Premiere: |
06. August 2010 (Festival del film Locarno) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
101 min
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Land: |
Deutschland |
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Darsteller:
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Jeanne Balibar (Ellen), Stefan Stern (Karl), Georg Friedrich (Florian), Julia Hummer (Rebecca), Alexander Scheer (Bennett), Eva Löbau (Simone), Clare Mortimer (Clare), Ian Roberts (Hagan), Jasna Fritzi Bauer (Billy), Patrick Bartsch (Paul), Benno Lehmann (Luis), Fabian Astor (Christian), Louis Lüps (Raffael), Moritz Neuffer (Josche), Tshepang Mohlomi (Joseph) |
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Regie:
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Pia Marais |
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Drehbuch:
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Pia Marais, Horst Markgraf |
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 Inhalt
Ellen ist völlig am Ende. Vom Lebenspartner betrogen, an einer nicht näher bestimmten Krankheit leidend und, nach einer Panikattacke während der Arbeit, fristlos entlassen, sucht die 40jährige Stewardess nach einem neuen Lebenssinn und einer neuen Heimat. Völlig überfordert und nicht in der Lage, alleine zu sein, schließt sie sich einer Gruppe junger Tierschützer an, deren Zusammenhalt und Engagement sie tief beeindruckt. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Dimitrios Athanassiou
Sinnkrisen erleben fast alle Menschen. Es heißt, wer nicht zumindest einmal in den Abgrund blickte, hat nicht richtig gelebt. Ellen erlebt auch eine dramatische Sinnkrise, die sie wie ein Blatt im Wind herumirren lässt. Die Regisseurin Pia Marais schickt ihre Protagonistin auf eine Reise zu sich selbst, vergisst aber ihr ein Seelenleben zu verleihen. So erstarrt die parabelhafte Geschichte innerlich wie äußerlich über die Maßen schnell, ohne im Mindesten den Versuch unternommen zu haben, überhaupt berühren zu wollen.
Arthouse-Kino, besonders wenn es aus Deutschland kommt, wird von den einheimischen Kritikern gerne mit einem gehörigen Maß an Wohlwollen rezipiert und rezensiert. Man gewinnt darüber manchmal unwillkürlich den Eindruck, dass mitunter mehr das mühevolle Unterfangen, künstlerisch wertvolles Kino gegen den Mainstream produzieren zu wollen, mit Vorschusslorbeeren bedacht wird, als dass die Filme selbst ernstlich hinterfragt werden.
Doch Arthouse-Kino hin oder her; spätestens als nach gefühlten zwei Stunden, die man Zuliebe des sich Einstellens einer Handlung stoisch ausharrte, die Protagonistin in Im Alter von Ellen mit einem Affen auf der Schulter den Raum betritt, ist das Maß voll. Von einem Plot oder Storytelling vorher zu sprechen, wäre ohnehin vermessen gewesen. Die Szene mit dem Affen haut aber dem Fass den Boden raus. Man fragt sich allen Ernstes, ob die Regisseurin Pia Marais, als sie die Szene filmte, nicht insgeheim das Publikum auf die Schippe nehmen oder in diesem Falle ihm einen Affen aufbinden wollte.
Die Geschichte, sofern von einer solchen zu sprechen ist, handelt von Ellen (Jeanne Balibar), einer 43-jährigen Stewardess, die in einer Existenzkrise steckt. Nachdem sie mit ihrer nervös-überdrehten Art ihren Freund in die Arme einer anderen Frau trieb, wurde ein Erlebnis, das sie auf dem Flugfeld eines afrikanischen Flughafens hatte, für sie zur Initialzündung, mit ihrem alten Leben zu brechen: Sie beobachtet, wie sich ein Gepard auf die Rollbahn eines afrikanischen Flughafens verirrt und sich in den Schatten des abflugbereiten Flugzeugs legt, in dem auch sie sitzt. Erst als Wildhüter das Tier betäuben, darf der Jet zum Start ansetzen. Kurz bevor es dazu kommt, reißt Ellen die Tür auf und macht sich davon. Das Resultat ist eine mehrstündige Verspätung des Flugs und Ellens Kündigung.
In der Folge lässt sie sich einfach treiben, hängt eine Weile in einem Hotel ab, freundet sich dort mit einem Homosexuellen an - in der Phase, erinnert Im Alter von Ellen ein wenig an Lost in Translation - sie geht auf merkwürdige Partys, die zu Orgien ausarten, irrlichtert blindlings in den Tag hinein, bis sie per Zufall bei einer halbmilitanten Tier-Aktivistengruppe landet und mit einem Affen auf der Schulter den Raum betritt. Mehr als die Hälfte des Films sind bis dato verstrichen: wirr, sinn- und zusammenhangslos sowie die Geduld über die Maßen strapazierend, präsentiert sich der Film. Die Charaktere sind wenig sympathisch, das Gefüge wirkt emotional erstarrt, die Protagonistin ist wie ein Eisblock: ebenso undurchdringlich wie unbeseelt.
Schon der Titel des Films drängt assoziative Vervollständigungen auf: Im Alter von Ellen... tut man dies, lässt jenes bleiben; im Alter von Ellen... sollte man dies oder jenes erreicht haben; im Alter von Ellen... sollte man irgendwo angekommen sein. Dass der Film damit grundsätzliche Fragen des Seins beleuchten will, ist offensichtlich. Die Hauptfigur, die aber ohne jeglichen Unterbau in den Fokus geschoben wird, macht ein Mitfühlen oder ein Identifizieren nahezu unmöglich. Man fragt sich gezwungener Maßen, warum man überhaupt dieser Person die Aufmerksamkeit schenken soll. Wenn alles zumindest derart angelegt wäre, dass der Zuschauer die Chance bekäme, viele der Lücken im Kopf selbst zu schließen, doch der Film bleibt rätselhaft - ohne Essenz und ohne Mitte. Bei aller Liebe zu unorthodoxen Inszenierungen und dem Befürworten, dass man sich nicht dem Mainstream und dem Kommerz unterwerfen will, sollte ein Film - wenn er schon wenig Substanzielles beinhaltet - zumindest in puncto Ästhetik und Atmosphäre etwas bieten. In Im Alter von Ellen wird man aber auch in dieser Beziehung nur schwer fündig.  Weitere interessante Filme
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