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The New Daughter

(The New Daughter, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

72%



Inhalt

John und seine beiden Kinder Sam und Louisa sind gerade nach einer schweren Scheidung in ihr neues Landhaus umgezogen. Louisa hat anfangs Probleme, sich in die neue Schule einzuleben und sorgt bei einigen Mitschülerinnen für Unruhe. Doch als John ihr immer seltsamer werdendes Verhalten auffällt, entdeckt er einen Grabhügel in der Nähe, der mit dem Verhalten seiner Tochter zusammenhängen könnte.

Kritik

von Carmen Porschen

Wertung Kritik

80%

Regisseur Luiso Berdejo nimmt sich das Thema der Pubertät und des Erwachsen werdens vor und verpackt es in einen Mystery-Thriller. Hinter der Abweisung der Teenager-Tochter gegenüber Filmvater Kevin Costner stecken keine Hormone (zumindest nicht nur), sondern eine geheimnisvolle Macht, die in einem zunächst unscheinbaren Erdhügel lauert. Der Weg zum Gruseln ist langsam aber nicht langweilig. Für Gänsehaut sorgen vor allen Dingen viele Kleinigkeiten die ein großes Rätsel entstehen lassen, das mit wenigen Schwächen gegen Ende eine respektable Auflösung findet.

Bild aus The New Daughter John James hat gerade eine schmerzvolle Scheidung hinter sich. Seine Frau hat nicht nur ihn, sondern auch die beiden gemeinsamen Kinder Louisa und Sam verlassen. Die genauen Hintergründe dafür liegen im Dunkeln. Nun muss John sich alleine um den Nachwuchs kümmern, was vor allem bei der pubertierenden Louisa nicht einfach ist. Mit dem Umzug in ein abgelegenes Anwesen auf dem Land hofft er für die Drei eine idyllische und stressfreie Umgebung zu schaffen. Doch die Tochter bedauert nur den Verlust ihrer Freunde und der gewohnten Umgebung und wird noch ungenießbarer. Damit aber noch nicht genug: Schon kurz nach dem Einzug - die Kartons sind kaum ausgepackt - beginnen seltsame Vorfälle. Unheimliche Geräusche dringen aus jeder Ecke, verheißungsvoll knarrt es aus dem nahe gelegenen Wald und der kleine Sam findet ein Gewehr im bereits vorhandenen Klavier. Dann entdecken die drei neuen Bewohner auch noch einen merkwürdigen Hügel in der Nähe des Hauses, von dem irgendeine Kraft auszugehen scheint.

Louisa fühlt sich davon jedoch angezogen und kaum hat sie sich dort einige Male aufgehalten, verändert sie sich zusehends. Sie wird immer abwesender, schleicht sich nach draußen und kommt mit Schlamm überdeckt wieder nach Hause. John muss diese Dinge hilflos beobachten und findet eher zufällig heraus, dass auch die Vorbesitzer das Haus infolge sehr seltsamer Geschehnisse verlassen haben. Langsam kommt er dahinter, dass der geheimnisvolle Hügel nicht unschuldig daran ist. Die Situation spitzt sich immer weiter zu und plötzlich werden sogar Menschen, die dem Haus zu nahe kommen, von irgendetwas attackiert. John wird klar, dass er es mit einer gewaltigen Macht zu tun hat und sowohl er als auch seine Kinder in großer Gefahr schweben.

Ein abgelegenes Haus, ein seltsames Geräusch aus dem naheliegenden Wald, ein seltsamer Erdhügel: The New Daughter beginnt zaghaft und vorsichtig. Die Mystery- und Thrillerelemente sind wohl dosiert und bilden zunächst ein Geflecht aus Fragwürdigkeiten. Und mittendrin Kevin Costner, der den überforderten, alleinerziehenden und von der Scheidung der Frau gebeutelten Vater gibt. Für den erfahrenen Schauspieler kein Problem - den melancholischen Blick hat er sowieso von Natur aus. Die Teenager-Tochter, die in die Fänge der geheimnisvollen Macht gerät, wird ebenfalls gut von Ivana Baquero verkörpert. Das Gesicht dürfte vielen aus Pan's Labyrinth bekannt sein, als sie in der Rolle der kleinen Ofelia gegen den sadistischen Stiefvater kämpft. Nun ist sie älter geworden und spielt Lousia frech, still und eigenbrödlerisch. Dazu kommt noch ihr kleiner Bruder und damit schließt sich auch schon der Kreis, um den es sich in diesem Film dreht. Regisseur Luiso Berdejo hat ein Faible für das Thema des Erwachsenwerdens und schnupperte mit REC auch schon Horrorluft. In The New Daughter vereint er diese Elemente und macht aus dem Film, der eine Adaption eines Textes aus der Reihe "Nocturnes" ist, einen subtilen Horrorstreifen mit Tiefgang und Gänsehaut-Stimmung.

Nachdem die ersten Hinweise gestreut sind, baut sich die Geschichte weiter auf. Nachdem der Familienvater davon überzeugt ist, dass etwas nicht stimmt, begibt er sich mehr und mehr auf die Suche nach Antworten. Das läuft zwar eher nach häufig gesehenen Mustern ab, aber dennoch verliert The New Daughter dabei nicht seine unheimliche Stimmung. Der intelligente "Hügelexperte", der nur auftritt um in aller Eile eine wissenschaftliche Erklärung abzugeben und derjenige, der das Übel schon einmal in der Vergangenheit mit seiner Familie erlebt hat, das sind typische Elemente, die aber den Zweck erfüllen den Protagonisten - und damit den Zuschauer - auf die richtige Fährte zu bringen und das Puzzle zusammen setzen zu können. Grund zum Grübeln und Kombinieren gibt es aber für den Zuschauer ständig und das sorgt für ein gleichbleibendes Interesse. Hinter jedem Gespräch und jedem Blick in eine Schublade kann sich etwas Neues verbergen, was den Schrecken erhöht. Das Universum des Films beschränkt sich fast ausschließlich auf das Haus, den Erdhügel und den angrenzenden Wald. Hier braut sich der Horror langsam zusammen und jeder, der in die Welt der kleinen Familie eindringt, erhält die Quittung dafür.

Mit vielen spannenden Momenten baut sich die vielschichtige Handlung auf, die gegen Ende lediglich ein bisschen schwächelt, und letztlich doch die Kurve bekommt. Schließlich wird nämlich doch zu viel gezeigt, und das schadet dem Film. Denn eine ungeschriebene, aber sich immer wieder bewahrheitende Regel lautet: Was nicht gezeigt wird, bewahrt den größten Reiz und birgt oft den größten Horror. Wenn die geheimnisvolle Macht, die im Hügel lauert, Gestalt annimmt, verhält es sich genauso. Doch gegen Ende verliert sich das glücklicherweise wieder etwas und das entschädigt voll. Zudem wird nicht alles aufgeklärt, was dem Film auch im Nachhinein einen Reiz lässt. Luiso Berdejo hat einen Mysterythriller mit Horrorelementen geschaffen, der mit einer außergewöhnlichen Handlung, guten Darstellern und besonderer Atmosphäre punktet. Für Fans solcher Genres sicherlich ein sehenswerter Film, der nicht durchs Raster der Langeweile oder Vorhersehbarkeit fällt.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

64%

Über weite Strecken gelang es Luis Berdejo, einen hochspannenden und gleichzeitig extrem ruhigen Film zu schaffen. So nimmt er sich viel Zeit eine Gänsehautatmosphäre aufzubauen und schafft es mit wenigen Mitteln, dass dem Zuschauer ein Schauer über den Rücken läuft. Das Ganze wird noch verstärkt durch die interessante Grundthematik um die Veränderungen eines Teenagers in der Pubertät und den gut aufspielenden Hauptdarstellern Kevin Costner und der aus Pan's Labyrinth bekannten Ivana Baquero. Dennoch muss sich der Film einige Logiklöcher gefallen lassen und den Ausspruch, dass weniger mehr ist, haben die Macher wohl auch noch nie gehört. Aus diesem Grund zieht das Finale selbst leider den an sich grundsoliden Genrefilm etwas nach unten; da hilft auch die letzte grandios inszenierte Szene nicht.



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