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Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten

(Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides, 2011)

Dt.Start: 19. Mai 2011 Premiere: 11. Mai 2011 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 12 Genre: Action, Abenteuer
Länge: 136 min Land: USA
Darsteller: Johnny Depp (Jack Sparrow), Geoffrey Rush (Barbossa), Penelope Cruz (Angelica), Ian McShane (Blackbeard), Stephen Graham (Scrum), Judi Dench, Gemma Ward (Tamara), Richard Griffiths (King George II), Keith Richards (Captain Teague), Sam Claflin (Philip), Astrid Berges-Frisbey (Syrena), Kevin McNally (Gibbs), Greg Ellis (Lieutenant Theodore Groves), Yuki Matsuzaki (Garheng)
Regie: Rob Marshall
Drehbuch: Ted Elliott, Terry Rossio


Inhalt

Captain Jack Sparrow und Barbossa machen sich auf die Suche nach dem Brunnen des Lebens, der angeblich seinem Finder Unsterblichkeit verleihen soll. Bald stellt sich jedoch heraus, dass sie nicht die Einzigen auf dieser Reise sind, denn ebenso wie der gefürchtete Blackbeard ist auch die rassige Piratenbraut Angelica auf der Suche nach dem Jungbrunnen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 48%
Kurzkritik
von Markus Ostertag
Wertung von 45 für Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten

Die Piraten stechen zum vierten Mal in See und wer sich die letzten beiden Filme der Franchise angetan hat, dem wird klar sein, dass der Wegfall von Orlando Bloom und Keira Knightley sowie der Wechsel auf dem Regiestuhl nichts Gutes bedeuten können. Tatsächlich zeigt sich deutlich, dass auch die Neuzugänge im Cast die Lücke nicht füllen können. Johnny Depp ist zwar gewohnt souverän und spielt den Jack wie am ersten Tag, aber eine Charakterentwicklung oder sonstige Abwechslung sucht man hier ebenso vergebens wie in der gesamten Geschichte. Insgesamt präsentiert sich Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten dadurch leider äußerst unspektakulär.
Es ist schade, dass man sich scheinbar nur noch auf den Namen Johnny Depp und Pirates of the Caribbean verlässt! Der vierte Teil zeigt keinerlei Weiterentwicklung, sondern spult Gewohntes und Bekanntes lustlos herunter. Das Ganze wird kombiniert mit einer unnötig verschlungenen Story, die eigentlich nur als Ablenkungsmanöver von der sonst dünnen Kerngeschichte gedeutet werden kann. Was also bleibt ist Johnny Depp, die Action, sowie Effekte - zu wenig für einen echten Piraten-Film aus dem Hause Disney!

Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 58 für Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten

Die Vorfreude auf eine Rückbesinnung zum ersten Teil war nach den tollen Trailern groß und auch die Tatsache, dass der sträflich unterschätze Ian McShane den Bösewicht mimen würde, trug ebenfalls dazu bei. Doch die Ernüchterung machte sich schnell breit, denn in der ersten Hälfte des Filmes wirkt das Ganze fast schon wie eine Nummernrevue der Vogänger. Selbst die amüsanten Minirollen von Richard Griffiths und Judi Dench konnten da nicht viel retten. Die Geschichte ist belanglos und so nach und nach schlich sich immer mehr Langeweile ein ... und das trotz eines wie immer gut aufgelegten Cast, welches sich sichtlich Mühe gibt, aber dem aufgrund des eher humorlosen Drehbuchs nur wenig Gelegeheit zum Glänzen gegeben wird. Zur Hälfte jedoch wird der Film mit Ankunft der Meerjungfrauen etwas stärker, hat zumindest wieder den Flair der Vorgänger zu bieten und kann auch mit Humor und schrägen Ideen punkten. Nichts desto trotz ist und bleibt der Film belanglos, fast schon seelenlos ... aber dank der optischen Schauwerke und der guten Darstellerriege zumindest anguckbar und auf dem selben Niveau wie Teil 3.

Kurzkritik
von Florian Tritsch
Wertung von 40 für Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten

Was 2003 noch als unterhaltsames Piratenabenteuer begann, wurde, ähnlich wie die Matrix-Trilogie, mit seinen beiden mehr als durchwachsenen Nachfolgern bereits im Gesamtbild ziemlich herunter gezogen. Der, sicherlich nicht aus künstlerischen Aspekten heraus produzierte, vierte Teil reiht sich mühelos in die schlechte Qualität der beiden anderen Fortsetzungen ein. Hier treffen sich eine übertrieben komplexe Geschichte, unnötige Nebenhandlungen und Dialoge, die lediglich ein müder Abklatsch seiner Vorgänger sind. Da kann auch die gewohnt gute Darbietung von Johnny Depp nicht mehr viel retten, denn seine Figur des Jack Sparrow taugt einfach nicht dazu, als Hauptfigur den Film zu tragen, weshalb man irgendwann sogar dazu über geht, sich tatsächlich Knightley und Bloom zurückzuwünschen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten hat eine Wertung von 50%
Wenn eine Film-Trilogie weltweit 2,7 Milliarden Dollar in die Kassen schwemmt, wird man es kaum dabei belassen. Bleibt nur die Frage, ob man auch alle Darsteller wieder an Bord bekommt. Im Falle von Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten lässt sich das schon mal eindeutig mit Nein beantworten. Damit wächst der Druck auf Johnny Depp, der diesmal mit seinem Film-Ego Jack Sparrow in See sticht, um die Quelle des ewigen Lebens ausfindig zu machen. Wie es den Machern gelang, auf einem Segelschiff die Handbremse zu finden, bleibt ein Geheimnis. Fraglos segelt dieses Sequel aber mit angezogener ebensolcher neuen Gestaden entgegen.

Bild aus Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten Ja, er segelt wieder! Jack Sparrow (Johnny Depp), Lebensabschnitts-Captain der legendären Black Pearl ist für ein weiteres Abenteuer auf die große Leinwand zurückgekehrt - und diesmal sogar in 3D. Es war auch nur eine Frage der Zeit, bis er wieder in See sticht. Schließlich gehört die Pirates of the Caribbean-Reihe zu den erfolgreichsten Film-Franchises weltweit. Dass mit Orlando Bloom und Keira Knightley gleich zwei Sympathieträger von Bord gingen und am Regieruder Gore Verbinsky gegen Rob Marshall, der bisher eher durch die Inszenierung von Dramen und Musikfilmen (Die Geisha, Chicago und Nine) aufgefallen ist, ausgetauscht wurde, werden eingefleischte Johnny-Depp-Fans wahrscheinlich verschmerzen. Allerdings wächst damit der Druck auf Depp, der den Film damit fast im Alleingang auf Kurs bringen muss.

Glücklicherweise blieb Urgestein Geoffrey Rush erhalten, der von Beginn der Reihe an, in der Rolle des Hector Barbossa als hinterlistiger Halunke und Widersacher Sparrows, zur Mannschaft gehörte. Neu hinzugekommen sind hingegen Penélope Cruz und Ian McShane. Die Story des vierten Sequels ist im Grunde simpel, allerdings gibt es (wieder mal) derart viele Verstrickungen, Intrigen, wechselnde Loyalitäten, dass man irgendwann völlig den Überblick darüber verliert, wer aus welchem Motiv gerade mit wem paktiert oder koaliert. Wirklich von Bedeutung ist das bei dieser Schatzsuche, die an eine Schnitzeljagd im Schweinegalopp erinnert, aber nicht. Zumindest am roten Faden, der erstaunliche Ähnlichkeiten zu Indiana Jones und der letzte Kreuzzug aufweist, kann man sich halbwegs orientieren.

Diesmal, doch kaum verwunderlich, gerät Jack Sparrow in das Intrigenspiel einer enttäuschten Ex, Angelica (Penélope Cruz), die es auf eine geheimnisvolle Quelle abgesehen hat, die ewiges Leben verheißt. Kaum, dass es sich Sparrow versieht, ist er ihr auf dem Leim gegangen und stellt mit Erschaudern fest, dass die Holde gemeinsame Sache mit dem finstersten aller Piraten macht: Blackbeard (Ian McShane), der mit grausigen Voodoo-Kräften über sein Schiff und die Mannschaft herrscht. Noch andere sind indes hinter dem Geheimnis des ewigen Lebens her, wie ein britischer Lord, der ein Schiff der Royal Navy auf die Quest schickt und ein spanischer Edelmann, der verhindern möchte, dass dieses "Teufelswerk" in menschliche Hände gerät und damit mehr Macht erhält, als ein Mensch haben sollte. Auf dem Weg zum mystischen Ort sind aber erst mal eine Reihe von außergewöhnlichen Abenteuern zu bestehen. Dazu gehört beispielsweise, einer Meerjungfrau eine Träne zu entlocken, was sich gleich zu einem ordentlichen Gemetzel auswächst, das ohne Zweifel zu einem der (spärlichen) Höhepunkte des Films gehört.

Zu kaum einem Zeitpunkt, lastete so viel Last bei einer Fortsetzung, respektive Reboot einer Filmreihe, auf einem einzigen Schauspieler. Und selbst als nicht ausgesprochener Fan von Johnny Depp, muss man zugeben, dass er und seine Filmfigur inzwischen derart untrennbar eins geworden sind, dass Depp sekundenschnell in die Rolle von Jack Sparrow schlüpfen kann. Dies gelingt auch dieses Mal ganz vorzüglich. Einen Teil der Last kann sich Depp zudem mit Geoffrey Rush teilen, der vor kurzem noch in The King's Speech als Sprachtrainer des früheren Königs von England brillierte; und auch Neuzugang Ian McShane vermag Akzente zu setzen. Knightley-Ersatz Penélope Cruz hingegen, gelingt es nicht - trotz allen Mühen - das leicht verdutzte Was mache ich eigentlich hier!?, aus dem Gesicht zu bekommen.

Man will es nicht beschwören, aber die Fortsetzung der Pirates of the Caribbean-Reihe scheint der gefürchtete Skorbut heimgesucht zu haben. Der Film krankt an vielen Ecken und Enden und es ist vermutlich mehr als bloßer Vitaminmangel, der hier zutage tritt. Phasenweise ist der Film furchtbar geschwätzig: Es wird geredet und geredet und die hoffnungsvoll erwartete Action, weist dann viel zu oft naive Züge auf, die eher ins Kinderprogramm gehören. Man darf sicherlich nicht vergessen, dass es eine Disney-Produktion ist, die irgendwie immer im Dauerspagat zwischen Big-Picture und Family-Entertainment befindlich ist, aber etwas knackiger darf es zuweilen schon sein. Das bewahrheitet sich selbst in solchen Sequenzen wie der Schlacht mit den Meerjungfrauen, die zu solch Prüderie ausartet, dass selbst Oldies wie Splash - Eine Meerjungfrau am Haken dagegen fast schon deftig anmuten.

Eine ordentliche Prise Humor und das besondere Augenzwinkern, dass diese Filme immer ausmachte, blieben natürlich erhalten. Und auch technisch enttäuscht der Streifen nicht. Die ewige Frage nach der Notwendigkeit der 3D-Technik stellt sich trotzdem hartnäckig: Bei den Außendrehs und einigen Panoramaeinstellungen mag die besondere Tiefenwirkung noch ein nettes Add-on darstellen. Bei den vielen Innenaufnahmen, die erst nachträglich zu 3D-Material konvertiert wurden, hätte man sich den (teuren) Spaß aber durchaus sparen können. Insgesamt lässt sich somit festhalten, dass 3D meist nur den Einspielergebnissen zu Gute kommt und nur ganz selten dem besonderen Filmgenuss.

Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten macht ein paar Dinge richtig, andere eindeutig nicht und über vieles lässt sich probat streiten. Johnny Depp ist wieder nett anzuschauen, der Neureiz der Jack-Sparrow-Show ist inzwischen aber äußerst gering und die Story hat insgesamt so wenig Fahrwasser unterm Bug, dass jede Sandbank zum Teufelsriff wird. Trotzdem hat der Film fraglos seine gewinnende Momente, aber ebenso reichlich Längen, die den Spaß wieder ungemein trüben. Überdies macht sich der Abgang zweier wesentlicher Figuren spürbar negativ bemerkbar, da die Kompensation nicht wirklich gelingen will. Man möchte Captain Jack Sparrow zwar stets Wind in seinen Segeln wünschen, aber diese Vorstellung kommt leider über eine Flaute nicht hinaus.



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