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Captain America: The First Avenger

(Captain America: The First Avenger, 2011)

Dt.Start: 18. August 2011 Premiere: Juli 2011 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Sci-Fi
Länge: 124 min Land: USA
Darsteller: Chris Evans (Steve Rogers / Captain America), Hugo Weaving (Johann Schmidt / The Red Skull), Stanley Tucci (Abraham Erskine), Tommy Lee Jones (Col. Chester Phillips), Hayley Atwell (Peggy Carter), Natalie Dormer (Private Lorraine), Richard Armitage (Heinz Kruger), Dominic Cooper (Howard Stark), Sebastian Stan (James 'Bucky' Barnes), Neal McDonough (Dum Dum Dugan), Toby Jones (Arnim Zola), JJ Feild (Montgomery Falsworth / Union Jack), Anatole Taubman (Roeder), Sarah Linda (US Army Nurse), Kenneth Choi (Jim Morita)
Regie: Joe Johnston
Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely


Inhalt

Während des Zweiten Weltkriegs ist der junge Steve Rogers fest entschlossen, sein Land im Kampf um Frieden und Freiheit zu unterstützen. Leider fällt er aber bei etwaigen Musterungen wegen seiner fehlenden Körperkraft durch. Eine letzte Chance bietet ihm eine mysteriöse Versuchsreihe. Mittels eines Serums wird er zum Super-Soldaten Captain America. Kaum ist der neue Kriegsheld in Europa angekommen, steht ihm mit Superschurke Red Skull als Gegner die bisher größte Prüfung seines Lebens bevor.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Captain America: The First Avenger hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Kurzkritik
von Lutz Granert
Wertung von 65 für Captain America: The First Avenger

Solide Marvel-Adaption, die leider sämtlichen bedenklichen Patriotismus der Vorlage hinüberrettet und ihr noch die üblichen Heldenzeitlupen und Zerstörungsorgien hinzufügt. Chris Evans (Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt) spielt solide, die Hydra-Wissenschafts-Nazis sind in ihrer Sadomaso-Verkleidung eher unfreiwillig komisch als bedrohlich, was auch auf Hugo Weaving als "Red Skull" zutrifft, dem wohl die Goldene Himbeere als schlechtester, da bierernst aufspielender Nebendarsteller sicher ist. 2 Stunden kurzweilige Unterhaltung mit so einigen Logiklücken, aber aus dem Hause Marvel sind wir mehr gewohnt!

Kurzkritik
von Florian Tritsch
Wertung von 56 für Captain America: The First Avenger

Was die Macher hier abgeliefert haben, gibt, in Anbetracht des durchaus anspruchsvollen Comic-Ausgangsmaterials, leider eine recht schwache Vorstellung ab. Anstatt einer anspruchsvollen Geschichte bekommt man hier lediglich einen mehr als simplen Plot, dem man auch noch gut folgen kann, wenn man zwischendrin mal eine halbe Stunde verpasst. Dennoch muss man Regisseur Joe Johnston zugestehen, dass sein Film die Erwartungen der meisten Kinozuschauer allein durch seine überzeugenden Effekte wohl so ziemlich erfüllen wird. Warum der Film allerdings immer wieder Anspielungen auf die Zurück in die Zukunft-Reihe macht, will sich mir nicht so wirklich erschließen.

Kritik

von Florian Lieb
Captain America: The First Avenger hat eine Wertung von 58%
Endlich sind sie alle eingeführt, komplettiert Captain America mit seinem Soloabenteuer doch die cineastische Vorstellungsrunde der Avengers. Dass das Endresultat den Balanceakt zwischen campigem Trash und solider Unterhaltung wie zuvor Thor teils mit Mühe betreibt, entschuldigt sich wohl durch Marvels Zeitdruck. So krankt Captain America an denselben Symptomen wie seine Vorgänger, kann seine fragwürdige Ideologie jedoch durch gefällige Charaktere egalisieren.

Bild aus Captain America: The First Avenger An und für sich bietet Marvels Superheld Captain America genug Reibungsfläche. Sei es sein (sich schon im Namen widerspiegelnder) überbordender Patriotismus oder seine Entstehungsgeschichte. Im Kampf gegen die faschistischen Nazis wird von Seiten der USA ein blond-blauäugiger Supermensch ins Gefecht geschickt. Alle körperlichen Benachteiligungen wie Schweratmigkeit werden weg-eugenisiert und der All American Hero Steve Rogers somit zum Wunschbild des Herrenmenschen wie ihn wohl auch der nationalsozialistische Gegner gerne gehabt hätte. Um das Ganze etwas zu entkräften, versucht Johnston in seinem Film den Fokus weg vom "Für Amerika!"-Charakter zu lotsen und seinen Steve Rogers als netten und aufrechten Knirps von Nebenan zu inszenieren.

"Wollen Sie Nazis töten?", wird Rogers vor dem Experiment gefragt. Dieser verneint und weißt darauf hin, ihm gehe es darum, Tyrannen zu stoppen. Dementsprechend erklärt sich auch, warum ein Film über Captain America ein so genanntes period piece sein muss. Denn das Bild der USA als Weltpolizei ist nach Vietnam, Nicaragua, Irak und Co. inzwischen so beschädigt, dass ein Captain America des 21. Jahrhunderts es wohl zuvorderst auch mit den USA selbst aufnehmen müsste. Stattdessen sind seine Gegner Rüpel, Raufbolde und Unterdrücker. Töten will er sie nicht, erklärt er zu Beginn. Später muss dennoch ein Gegner nach dem anderen dran glauben, aber schließlich lautet die Reihenfolge von Captain Americas Maxime zu diesem Zeitpunkt bereits: "töten oder gefangen nehmen".

Es ist also ziemlich offensichtlich, dass sich Thor und Captain America aus ideologischer Sicht weit weniger ideal auf die Leinwand transferieren lassen, wie ihre etwas simpleren und zeitgenössischeren Kollegen Iron Man und Hulk. Vielleicht erklärt sich dadurch die spätere Auswertung für den 2012 startenden The Avengers. Und möglicherweise auch, weshalb beide Filme sich versuchen sowohl selbstironisch als auch nüchtern mainstreamig zu geben. Beiden Marvel-Helden gelingt dies nur bedingt. Wo Thor sich mitunter campig-trashig anbiederte, wurde er von seiner zweigleisigen Handlung korrumpiert. Captain America vermeidet letzteren Fehler, indem er einer klar strukturierten Geschichte folgt. Allerdings gerät er dabei speziell in seiner zweiten Hälfte sehr viel bierernster als ihm gut tut.

So zeigt sich Steve Rogers zu Beginn als sympathisch ideologischer Hänfling, den es 1941 hinüber nach Europa zieht, um sich in einen Krieg zu stürzen, dem Viele lieber entflohen wären. Wider Erwarten setzt er sich dabei durch, erhält mit Stanley Tuccis deutschem Klischee-Wissenschaftler eine Vaterfigur, die es später ganz dem Klischee entsprechend wieder zu verlieren gilt. Die Palette - Tommy Lee Jones gibt einen mürrischen Colonel und Haley Atwell ein pseudo-emanzipiertes, barbusiges love interest - der klassischen Filmfiguren funktioniert dabei nur deshalb, weil die Schauspieler sie mit ausreichend Leben füllen. Allen voran Hugo Weaving untermauert als Strickmuster-Nazi sein darstellerisches Händchen für Bösewichter und gefällt mit deutschem Akzent ebenso wie die Kollegen Toby Jones und Tucci.

Trotz seines Charakters als Actionfilm sind es die zwischenmenschlichen Momente, in denen Captain America reüssiert. Sei es ein abendlicher Dialog zwischen Tucci und Evans oder eine kurze Propaganda-Montage, die als pointierter Seitenhieb auf die Ursprünge der marvel'schen Comicfigur zu verstehen sind. Nur wenn sich Captain America im Star Spangled Banner Outfit ins Gefecht stürzt und sein Frisbee-Bumerang-Schild auf Gegner wirft, beginnt sich der Film paradoxer Weise in die Länge zu ziehen. Das liegt daran, dass Steve Rogers weitaus interessanter ist als sein Alter Ego Captain America. Aber auch der Versuch, Charaktere aus dem Comic - wie Dum Dum Dugan - in die Handlung zu integrieren, will nicht so recht überzeugen. Stattdessen wünscht man sich einen stärkeren Fokus auf Weavings diabolischen Red Skull, der in der zweiten Hälfte des Films durch Abwesenheit stark an Profil verliert.

Grundsätzlich macht Johnstons Adaption aber vieles richtig. Die Effekte sind weitestgehend solide, verlieren sich im großen Kriegsspektakel ein wenig, überzeugen dagegen bei einem digital verkümmerten Chris Evans. Dieser bleibt ebenso in Erinnerung wie Weavings gelungene Maske als Red Skull. Was sich vom erneut überflüssigen, da kaum räumlichen 3D-Effekt - der dennoch besser gerät als die Konvertierungen aus dem Hause Warner Bros. - nicht sagen lässt. Auch bei der Besetzung wurde wenig falsch gemacht, obschon man gerade Tommy Lee Jones seine Unterforderung am Gesicht ablesen kann. Ein Schmunzeln ringen einem zudem Filmzitate zu Men in Black oder Die Rückkehr der Jedi-Ritter ab, wie auch der obligatorische Stan Lee Cameo (der zwar nicht der Schöpfer von Captain America ist, ihn aber in die Avengers integrierte). Nun bleibt abzuwarten, ob sich das Warten auf The Avengers über fünf Filme hinweg im kommenden Jahr lohnen wird.



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