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Haywire

(Haywire, 2011)

Dt.Start: 08. März 2012 Premiere: 06. Mai 2011 (Spanien)
FSK: ab 16 Genre: Action, Thriller
Länge: 93 min Land: USA
Darsteller: Gina Carano (Mallory Kane), Michael Fassbender, Ewan McGregor, Michael Douglas, Antonio Banderas, Bill Paxton, Michael Angarano, Channing Tatum, Mathieu Kassovitz, Eddie J. Fernandez (Barroso), Tim Connolly (Jason), Anthony Brandon Wong (Jiang), Maximino Arciniega (Gomez), Aaron Cohen (Jamie), Julian Alcaraz (Terrence)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Lem Dobbs


Inhalt

Mallory Kane ist jung, zielstrebig, wunderschön und eine freie Geheimagentin. Auf Grund ihrer qualifizierten Fähigkeiten wird sie von ihrem Auftraggeber Kenneth weltweit auf Missionen eingesetzt, die der Regierung zu heiß sind und über die die Staatschefs dieser Welt niemals etwas erfahren werden. Als jedoch einer ihrer Aufträge schiefläuft, muss Kane all ihre Kraft aufbringen, um einer Großfahndung zu entgehen, ihre Familie zu schützen und Rache an denen zu verüben, die sie betrogen haben.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Haywire hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 77%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Haywire hat eine Wertung von 77%
Noch nie war pure Gewalt derart attraktiv. Mit Gina Carano kehrt ins Actionkino feminine Power ein, die nicht nur hübsch anzuschauen ist, sondern die auch austeilen kann, dass kein Auge trocken bleibt. In Steven Soderberghs Haywire gibt sie eine Spezialagentin, die gerne aussteigen würde, die ein paar böse Jungs aber nicht so einfach ziehen lassen möchten. Einerseits puristisch und knallhart, zeigt sich der Film in Bild und Tongestaltung zuweilen aber derart experimentierfreudig, dass es mitunter zu Irritationen führen kann. Unterm Strich bleibt allerdings ein höchst ansehnliches Atemlos-Spektakel mit ordentlich Retroflair.

Bild aus Haywire Nachdem Steven Soderbergh bereits in Der Informant! Gelegenheit hatte, sich mit dem Zwielicht der Spionage vertraut zu machen, wendet er sich mit Haywire dem Thema abermals zu, allerdings steht diesmal weniger das intelligente Verwirrspiel aus Lug und Trug, Täuschung und Gegentäuschung im Mittelpunkt, als die Performance der überaus schlagfertigen Protagonistin, die zugleich das Eyecandy und der Highlighter des Films ist - und von Soderbergh überaus gekonnt in Szene gesetzt wird.

Dabei setzt der Macher der Ocean's Eleven-Reihe auf den Überrumpelungseffekt. Immer wieder eskalieren absolut ruhige Situationen, und es entwickeln sich scheinbar aus dem Nichts Martial-Arts-Fights auf höchstem Niveau. So auch gleich zu Beginn: Mitten im Nirgendwo betritt eine Frau ein Diner. Kurz darauf folgt ihr ein großgewachsener, athletischer Typ, setzt sich an ihren Tisch. Eine wenig freundliche Konversation beginnt. Und Minuten später finden sich beide in einem gnadenlosen Kampf verstrickt wieder. Verletzt fährt die Unbekannte gemeinsam mit einem Gast aus dem Diner, der ihr zu Hilfe kam, im Auto davon.

In der Folge entwirrt sich das Ganz zu einem retromäßigen Agenten-Actionsstreifen, der sich in Tempo und Rasanz keinesfalls hinter Die Bourne Identität zu verstecken braucht. Allerdings haben wir nicht mehr die 1970er-80er Jahre, und der Kalte Krieg ist längst vorbei. So wirkt das Ganze mangels eines tiefer reichenden Geheimnisses - jenseits von, wer sind eigentlich die Guten und wer die Bösen (falls so etwas überhaupt existiert), und aus welchem Motiv handeln die einzelnen Parteien - etwas flach. Um das zu kompensieren, wurde bis in die kleinsten Rollen hinein ein ganz beachtlicher Cast rund um die verhältnismäßig unbekannte Protagonistin und Martial-Arts-Spezialistin Gina Carano aufgeboten. So geben sich Michael Douglas, Antonio Banderas, Ewan McGregor, Michael Fassbender und Channing Tatum die Ehre. Ein Haufen starker Männer um eine noch stärkere Frau herum.

Um der im Prinzip recht konventionellen Story eines Revenge-Actioners in der üblen Black-Ops-Agentenwelt überdies noch etwas hinzuzufügen, wurde audiovisuell alles ein wenig ins Avantgardistische verschoben. Auf einen nervigen Stakkatoschnitt wurde glücklicherweise aber verzichtet, jedoch reicht die Optik von puristisch schönen Aufnahmen mit erinnerungswürdigen Kameraperspektiven und ebensolchen szenischen Kompositionen bis hin zu farblich nicht immer gefälliger Experimentierfreude. Vergleichbares gilt für den Score: Kommen die Kampfszenen ohne Musikuntermalung aus, ergibt sich zuweilen die eine oder andere Verfolgungsjagd, die, mit leicht psychedelisch anmutendem Jazz unterlegt, mitunter etwas am Nervenkostüm zerrt.

Wer mit diesen verspielten Elementen des Films jedoch gut zurecht kommt oder sie sogar als gewinnbringend empfindet, wird mit einem höchst unterhaltsamen Actionstreifen aus (scheinbar) einer anderen Epoche belohnt. Gina Carano mag dabei schauspielerisch nicht gleich Oscar-verdächtig agieren, ihre physische Präsenz ist allerdings enorm. Hollywood kann somit mit Fug und Recht behaupten, endlich über eine Action-Darstellerin erster Güte zu verfügen, der man auch glaubhaft abnimmt, dass sie in der Lage ist, den üblen Burschen die Hammelbeine langzuziehen. Knalliger Spaß ist auf jeden Fall garantiert und der Film wird sowohl "ihn", als auch "sie" durchaus entzücken können.



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