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Wickie auf großer Fahrt

(Wickie auf großer Fahrt, 2011)

Dt.Start: 29. September 2011 Premiere: 29. September 2011 (Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Abenteuer, Komödie, Familie
Länge: 96 min Land: Deutschland
Darsteller: Jonas Hämmerle (Wickie), Waldemar Kobus (Halvar), Günther Kaufmann (Der schreckliche Sven), Olaf Krätke (Urobe), Mercedes Jadea Diaz (Ylvi), Nic Romm (Tjure), Andreas Don Duering (Pirat), Sanne Schnapp (Ylva), Christian Koch (Snorre), Mike Maas (Gorm), Jörg Moukaddam (Faxe), Patrick Reichel (Ulme), Hoang Dang-Vu, Paul Hahn
Regie: Christian Ditter
Drehbuch: Runer Jonsson


Inhalt

Der schreckliche Sven hat Halvar, den Häuptling von Flake entführt. Dadurch rückt der kleine Wickie an die vorderste Stelle und wird unverhofft damit konfrontiert, die Starken Männer anzuführen. Unterstützt wird der Wikinger dabei von der furchtlosen Svenja. Alle gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu Svens Burg, um Halvar zu befreien. Um dorthin zu gelangen müssen allerdings das Kap der Angst und gefährliche Eiswüsten passiert werden. Wird Wickie genug Mut finden, diese Prüfungen zu bestehen?
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Wickie auf großer Fahrt hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 71%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Wickie auf großer Fahrt hat eine Wertung von 71%
Wickie, der gewitzte Wikingerjunge aus Flake, ist zurück. Diesmal geht es auf ganz große Fahrt, und es gilt, beachtlichen Gefahren zu trotzen und zu einem geheimnisvollen Ort zu gelangen, an dem ein machtvolles Artefakt seit uralten Tagen vergessen schlummert. Vorher müssen Wickie und die anderen Flake-Männer aber noch Halvar, ihren Chef, aus den Händen des schrecklichen Sven befreien. Gekonnt und spannend inszenierte Fortsetzung, die vielleicht nicht ganz den Charme des ersten Teils erreicht, dafür aber mit mehr Tempo und Action punktet.

Bild aus Wickie auf großer Fahrt Wenn einer die deutsche Filmlandschaft in den letzten Jahren ordentlich umkrempelte, dann Michael "Bully" Herbig. Seine Filme waren zugleich Parodie wie Hommage an große Klassiker, beispielsweise (T)Raumschiff Surprise: Periode 1 und natürlich Der Schuh des Manitu, der mit knapp 9 Millionen Besuchern die ewige Bestenliste deutschsprachiger Filme anführt. Mit Wickie und die starken Männer verließ Herbig die Persiflage-Pfade und zauberte eine rundum modernisierte Realfilm-Fassung der Trickfilm-Serie, die erstmalig im ZDF in den Jahren 1974 bis 1975 ihre Ausstrahlung fand, auf die große Leinwand. Herbig wiederholt sich allerdings ungern. Und so muss die Fortsetzung Wickie auf großer Fahrt ohne seinen Genius auskommen.

Ansonsten ist in Flake aber vieles beim alten. Abgesehen davon, dass Wickies Vater Halvar inzwischen sehr darauf drängt, dass sein Sohn zu einem echten Wikinger reift, damit er eines Tages in seine Fußstapfen treten kann und sich würdig erweist, die Stammesführung zu übernehmen. Das bringt Wickie in Situationen, die ihm alles andere als geheuer sind. Als aber Halvar vom schrecklichen Sven entführt wird, avanciert er nach Stammesrecht - ob er will oder nicht - automatisch zum Chef von Flake. Selbstverständlich macht er sich samt den getreuen Wikingern gleich auf, seinen Vater zu befreien. Dazu müssen sie dorthin, wo sich niemand hin traut: mitten in die düstere Festung des schrecklichen Sven. Und danach geht das Abenteuer eigentlich erst richtig los. Der schreckliche Sven ist auf der Suche nach einem uralten Schatz, einem machtvollen wie gefährlichen Artefakt, dass auf keinen Fall in seine gierigen Hände gelangen darf.

Herbig mag zwar nicht mehr mit an Bord sein, Wickie auf großer Fahrt befindet sich bei Christian Ditter, der zuvor Vorstadtkrokodile und Vorstadtkrokodile 2 inszenierte, aber in guten Händen. Zudem ist der Cast aus dem ersten Teil, angefangen bei Jonas Hämmerle als Wickie und Waldemar Kobus als Halvar bis Günther Kaufmann und Christoph Maria Herbst als schrecklicher Sven und Handlanger Pokka, wieder komplett mit von der Partie. Neben den bekannten Gesichtern bekam das deutsche Topmodel Eva Padberg einen leichtbekleideten Gastauftritt als kampflustige Amazone, der sicherlich mehr Papa beim Vater-und-Sohn-Kinonachmittag entzücken dürfte.

Die Story, die zuweilen den Eindruck erweckt, als hätten sich die Macher sowohl vom TV-Klassiker Pippi in Taka-Tuka-Land als auch von der Marvel-Produktion Thor ein klein wenig inspirieren lassen, legt diesmal den Schwerpunkt auf Action, ist zudem deutlich düsterer als beim Vorgänger, und die 3D-Optik sowie die nicht übermäßig eingesetzten CGI-Effekte werten den Film sichtlich auf. Negativ macht sich allerdings bemerkbar, dass die Fortsetzung in puncto Charme etwas abfällt. Das mag zum einen daran liegen, dass Wickie-Darsteller Jonas Hämmerle bereits aus dem Alter rauszuwachsen beginnt, welches den besonderen Reiz von Wickies kindlicher Naivität kombiniert mit kongenialer Cleverness ausmacht; mitunter aber auch dem Mangel an Herbigs typischer Ironie geschuldet sein. Als echter Stolperstein erweist sich aber, dass der fetzige Song aus Wickie und die starken Männer geradezu schlafmützig neu eingespielt wurde (vermutlich wegen irgendwelcher Lizenzstreitereien).

Viel falsch gemacht wurde insgesamt gesehen beim neuen Wickie-Abenteuer dennoch nicht. Die ehemalige Darsteller-Laienschar überzeugt inzwischen mit gelassener Routine, und Günther Kaufmann ist mal wieder in der Rolle des schrecklichen Sven eine echte Augen- und Ohrenweide. So schön brüllen wie er kann kaum einer. Äußerst erfreulich ist darüber hinaus, dass die Story sich nicht eindimensional mit einer vordergründigen Handlung zufriedengibt, sondern zusätzlich noch eine Schatzsuche zu einem mystischen Artefakt bereithält. Langweilig wird es also nie, somit lohnt sich trotz ein paar Abzügen in der B-Note der Gang ins Kino allemal.



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Wickie und die Starken Männer
Dt. Start: 09. Sep 2009
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