Resident Evil: Degeneration Poster

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Resident Evil: Degeneration

(Resident Evil: Degeneration, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 05. Februar 2009
Premiere: 17. Oktober 2008 (Japan)
FSK: nicht bekannt Genre: Action, Animation, Thriller
Länge: 97 min Land: Japan
Darsteller: Alyson Court (Claire Redfield), Paul Mercier (Leon S. Kennedy), Laura Bailey (Angela Miller), Roger Craig Smith (Curtis Miller), Crispin Freeman (Frederic Downing), Michelle Ruff (Rani Chawla), Michael Sorich (Senator Ron Davis), Salli Saffioti (Ingrid Hunnigan), Steve Blum (Greg Glenn), Michael McConnohie (WilPharma CEO)
Regie: Makoto Kamiya
Drehbuch: Shotaro Suga


Inhalt

Sieben Jahre nachdem das gefürchtete T-Virus in Racoon ausgebrochen ist und zu den verheerenden Zombiemutationen geführt hat, bricht am Flughafen Harvardville Chaos aus, als ein Flugzeug mit Infizierten in das Terminal kracht, in dem sich die junge Aktivistin Claire befindet. Gemeinsam mit anderen, darunter ein Senator, der den von Claire bekämpften Konzern WilPharma unterstützt, gelingt es ihr, sich zu verbarrikadieren. Hilfe naht zwar bald in Person von Leon S. Kennedy, doch auch nach dessen Befreiungsaktion ist das Drama längst nicht vorbei.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Resident Evil: Degeneration hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 71%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Lars Schnell
Resident Evil: Degeneration hat eine Wertung von 71%
Nach Paul W. S. Andersons vergeblichen Versuchen, den Resident-Evil-Computerspielen in nun schon vier Verfilmungen gerecht zu werden, begibt sich Capcom selbst daran, den Fans ihren Wunsch nach einer guten Kinoversion nachzukommen. Und diesmal scheint der Plan aufzugehen. Die Nähe zum Original und inszenatorisches Geschickt lassen Andersons "Werke" schnell in Vergessenheit geraten.

Bild aus Resident Evil: Degeneration Angesetzt zwischen dem vierten und fünften Teil der Computerspielereihe beginnt Resident Evil: Degeneration auf dem Flughafen von Harvardville. Sieben Jahre nach dem Ausbruch des T-Virus in Racoon City trifft die Krankheit an Bord eines Flugzeuges in Harvardville ein. Es dauert nicht lange und Claire Redfield, die ebenfalls gerade erst eingetroffen ist, muss zusehen, wie das Chaos seinen Lauf nimmt.

In der relativ starken Einleitungssequenz wird neben den Charakteren auch perfekt die Atmosphäre des Films eingeführt. Der Konflikt zwischen Regierungsgegnern, Demonstranten und der Regierung unter Senator Ron Davis sowie der Pharma-Industrie sind Themen, die auch in der Gegenwart und Realität stets hochaktuell sind. Doch neben allen Stereotypen schafft es der Film hier zusätzlich, den Zuschauer zu überraschen und Personen aus ihren Rollen herauszuholen und diese teils zu großen Stücken ins Gegenteil zu verkehren.

Im Vergleich zu Paul W. S. Andersons filmischen Fehlleitungen zeigt sich deutlich der große Qualitative Unterschied. Während Andersons Filme rein auf Action fokussiert waren und die Story eher Nebensache war, legt man in Degeneration wesentlich mehr Augenmerk auf die Ausarbeitung eines passablen und mehrschichtigen Handlungsstrangs. Hier wird nicht einfach eine Person nach der anderen unter sinnfreien Dialogen abgemetzelt. Im Gegenteil, dank der Charaktere und Dialoge wird das Geschehen für den Zuschauer kurzzeitig zur Realität. Falls nötig, tritt die Action in den Hintergrund zugunsten einer halbwegs glaubhaften Handlung, und eben das ist Voraussetzung für einen vergleichsweise vernünftigen Film. War es in den Milla-Jovovichen Ausflüchten noch durchaus hinderlich, eines der Computerspiele bereits gespielt zu haben, da man so jeglichen Spaß an der filmischen Umsetzung verlor, wird hier eines schnell deutlich: Es ist diesmal durchaus förderlich, die Spielereihe einmal durchgespielt zu haben, da man so die Geschehnisse passend in den Gesamtkontext einordnen kann und damit einiges an Hintergrundinformationen bereithält, die einem dabei helfen, die Gesichter altbekannter Protagonisten neu einzuordnen. Jedoch wird auch der Zuschauer abseits der Computerspielereihe seinen Spaß finden.

Atmosphärisch ist der Film, ganz zur Freude der Fans und im Gegensatz zu Andersons Blutgesüppe, deutlich stärker an die Computerspiele angelehnt, und das nicht zuletzt aufgrund seiner CGI-Machart. Zwar tritt der Grusel deutlich in den Hintergrund, womit man sich stimmlich eher bei "Resident Evil 5" aufhält, jedoch weiß das Handlungsgerüst zu überzeugen. Zudem sticht der Endkampf hier sehr positiv hervor, da er deutlicher als noch bei Andersons Version das Prinzip des Bosskampfes hervorhebt, wie es auch in der Computerspielereihe zu finden war. Leider wird hier aber noch lange nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft.

Wartet man nach gut 90 Minuten nach wie vor auf eine überraschende Kehrtwende, macht der Film hier leider deutliche Abstriche. Zwar halten sich die Macher eine Hintertür für weitere Fortsetzungen auf, jedoch hätte man dies insgesamt etwas spektakulärer in Szene setzen können. Stattdessen werden nur ein paar Bilder gezeigt, die alles Mögliche vermuten ließen, da sie die weitere Handlung kaum eingrenzen. Was schlussendlich mit dem G-Virus, der im Laufe des Films ausbricht, passiert, ob er weiterhin missbraucht wird, für experimentelle Zwecke verwendet wird oder ein für alle Mal besiegt wurde, ist fraglich.

Der erste Trailer für Resident Evil: Damnation wurde bereits veröffentlicht, und es bleibt zu hoffen, dass der Film 2012 die Qualität des Vorgängers halten und vielleicht sogar steigern kann. Schließlich bleibt trotz allen Lobs festzuhalten, dass in Resident Evil: Degeneration deutlich weniger Grusel aufkommt als in den ersten Teilen der Computerspielserie. Während es sowohl in Paul W. S. Andersons, wie auch in Capcoms Reihe hier und da an Charaktertiefen fehlt, müssen bei letzterem aber insgesamt deutlich weniger Abstriche gemacht werden. Zudem gestalten sich die Protagonisten deutlich sympathischer als in der Realfilmumsetzung. Zwar hält der Film auch keine wirklichen Überraschungen bereit und die Animationen wirken zeitweise etwas hölzern, alles in allem hat man aber eine grundsolide Basis für eine gelungene Filmreihe geschaffen, die hoffentlich weiterhin mehr Wert auf Qualität statt Quantität setzen wird. Shame on you, Mr. Anderson. Arigato, Makoto Kamiya.



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