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Eine Insel namens Udo

(Eine Insel namens Udo, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

62%



Inhalt

Udo ist ein herzensguter Mensch, lebt aber völlig alleine. Er scheint so reduziert und unauffällig zu sein, dass ihn schlichtweg niemand sieht. Dieses Talent macht er sich zu Nutze und betätigt sich in einem Kaufhaus als Detektiv oder nächtigt in einem Zelt in der Sportabteilung. Eines Tages allerdings wird er von Jasmin entdeckt und es entwickelt sich eine sehr vertraute Bindung zwischen den beiden, was leider zum Nachteil hat, dass Udo seine Unsichtbarkeit verliert und gezwungen ist, sich in dem zu üben, was er nun ganz und gar nicht kann: Gepflegte soziale Konversation.

Kritik

von Benjamin Schieler

Wertung Kritik

69%

Was macht ein Schwersichtbarer, wenn er plötzlich erkannt wird, ohne dass er zuvor vehement auf sich aufmerksam hat machen müssen? Er verfällt in Panik - und geht dann der Sache nach. In seinem ersten Kinofilm arbeitet Regisseur Markus Sehr ein Trauma aus der eigenen Grundschulzeit auf. TV-Rampensau Kurt Krömer zeigt in der Hauptrolle, dass er sich auch ganz zurücknehmen kann. Trotz einiger unnötiger Albernheiten ist Eine Insel namens Udo ein Film mit Sympathie.

Bild aus Eine Insel namens Udo "No Man is an Island" - über diesen Auszug aus einem Gedicht von John Donne macht sich Hugh Grant zu Beginn von About a boy oder der Tag der toten Ente mit großer Freude lustig, nur um am Ende festzustellen, dass vielleicht doch etwas dahinter steckt. Udo (Kurt Krömer) hingegen wähnt sich tatsächlich wie auf einer einsamen Insel, leidet er doch unter dem selten auftretenden aber umso tragischeren Phänomen der Schwersichtbarkeit. Um von anderen erkannt zu werden, muss er schon hartnäckig auf sich aufmerksam machen - im Alltag ein gewisses Problem, läuft er doch stets Gefahr, von Autos überfahren oder von Passanten angerempelt zu werden. Auf die Straße wagt sich Udo deswegen nur mit Schutzhelm. Doch das Dasein hat auch seine Vorteile. Nahezu unbescholten bewegt sich die lebende Insel durch das Kaufhaus, in dem er hin und wieder Detektiv spielt, anderen Menschen unbemerkt den Kuchen stibitzt und den Kaffee wegschlürft und nachts gemütlich in der Abteilung für Campingzubehör einschläft. Als die Hotelmanagerin Jasmin (Fritzi Haberlandt, Nichts als Gespenster) ihn in der Cafeteria erwischt und zur Rede stellt, beginnen die Dinge kompliziert zu werden. Denn Jasmin erkennt Udo, als sei die Schwersichtbarkeit nicht vorhanden.

Die traumatische Erfahrung, von der Grundschulliebe aus der Parallelklasse verschmäht und konsequent ignoriert worden zu sein, hat den Regisseur und Drehbuchautor Markus Sehr nach eigenen Angaben auf die Idee zu seinem Film gebracht. Im Vordergrund steht die zarte Liebesgeschichte zweier Menschen, die beide für sich ein bisschen kauzig sind. Hatte man es bisher in Filmen wie der Chevy-Chase-Komödie Jagd auf einen Unsichtbaren oder Hollow Man - Unsichtbare Gefahr stets mit komplett Unsichtbaren zu tun, ist Udo durchaus zu erkennen - allerdings nur für jene, die sich die Mühe machen, die Augen zu öffnen. Da dies in einer Welt, in der die meisten überwiegend mit sich selbst beschäftigt sind, zur Seltenheit geworden ist, verhilft die Idee dem Film zu einigen wundervoll skurrilen Momenten. Kurt Krömer, eigentlich eine Rampensau, nimmt sich im Vergleich zu seinen Auftritten in der eigenen und nach ihm benannten ARD-Show, stark zurück - allerdings vor allem auf sanften Druck des Regisseurs, wie Krömer in Interviews zugab. Das verleiht seinem Udo einen herrlich trockenen Charakter.

Schrullig sind auch die Nebenfiguren, zum Beispiel der Kaufhausdetektiv Sallinen (dargestellt vom finnischen Schauspieler Kari Ketonen) oder die transsexuelle Parfümdame Amanda (Bernd Moss). Im Zusammenhang mit ihnen gelingt es Eine Insel namens Udo nicht immer, auf dem schmalen Grat zur typisch deutschen Albernheit die Balance zu halten. Das schmälert den Gesamteindruck ein wenig, nimmt dem Film aber nicht das, was ihn auszeichnet: seine Sympathie.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

55%

Der Rezensent gehört wohl zu der seltenen Spezies Mensch, die von Kurt Krömer bislang überhaupt nichts kennt bzw. gesehen hat. Eines jedoch ist auf den ersten Blick klar: Ein guter Schauspieler ist er nicht. Aber fangen wir von vorne an; nämlich bei der wunderbaren Grundidee des Filmes, die das Klischee des unsichtbaren Menschens auf die Spitze treibt und alleine aus diesem Zusammenhang genügend Potential für eine schöne Geschichte und viele Gags hat. Im Grunde funktioniert das wunderbar; doch gibt die Idee nicht genug für einen abendfüllenden Spielfilm her und wird mitunter recht schnell langweilig. Dass sich der Film dann auch noch durch die üblichen Genreklischees kämpfen muss, tut sein übriges, zumal diese aus dem Nichts wieder gelöst werden. Schade eigentlich, denn die Idee hinter diesem insgesamt dann doch nur mittelmäßigen Kinospaß weiß durchaus zu gefallen.



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