Belgrad Radio Taxi Poster

Film-Seite zu Belgrad Radio Taxi
Trailer zu Belgrad Radio Taxi
Poster zu Belgrad Radio Taxi
Deutsche offizielle Seite
PDF zu Belgrad Radio Taxi

Belgrad Radio Taxi

(Zena sa slomljenim nosem, 2010)

Dt.Start: 21. Juli 2011 Premiere: 08. Juni 2010 (Serbien)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Drama, Romanze
Länge: 101 min Land: Serbien, Deutschland
Darsteller: Nebojsa Glogovac (Gavrilo), Anica Dobra (Anica), Branka Katic (Biljana), Jasna Zalica (Jadranka), Nada Sargin (Jasmina), Nikola Rakocevic (Marko), Vuk Kostic (Stefan), Stipe Erceg (Vuk), Vojin Cetkovic (Goran), Sena Djorovic (Sankerka), Rada Djuricin (Dragica), Dubravka Kovjanic (Milica)
Regie: Srdan Koljevic
Drehbuch: Srdan Koljevic


Inhalt

Mal wieder Stau auf der Belgrad-Brücke. Im Taxi von Gavrilo erklingt fröhlicher Balkan-Schlager. Plötzlich steigt die Frau aus dem Auto und stürzt sich in die Tiefe, ihr Baby lässt sie zurück. Der Taxifahrer konnte seit Jahren keine wirkliche Bindung zu einem Menschen aufbauen, doch für das kleine Geschöpf fühlt er sich schlagartig verantwortlich. In einem anderen Auto: Apothekerin Biljana wird durch die Tat bewusst, dass sie ihren Freund eigentlich gar nicht heiraten will.
Shopping-Box
DVDs zu Belgrad Radio Taxi Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Belgrad Radio Taxi Poster & Merchandise
zum Film
Belgrad Radio Taxi bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Belgrad Radio Taxi bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Belgrad Radio Taxi hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 39%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Belgrad Radio Taxi hat eine Wertung von 39%
Ein scheinbarer Selbstmord auf einer der meistbefahrenen Brücken im serbischen Belgrad löst eine Kette von schicksalhaften Ereignissen aus - und verwebt die Leben mehrerer Menschen auf eigentümliche Weise miteinander. Inszenatorisch bescheiden anmutendes Episoden-Drama mit pseudomoralischem Anspruch und unklarer Aussage. Kein absoluter Totalausfall, aber nichts was man wirklich gesehen haben muss.

Bild aus Belgrad Radio Taxi Nachdem der sozialistische Kunststaat Jugoslawien zerfiel, herrschte dort zehn Jahre blutiger Bürgerkrieg (1989 - 1999). Manche der Konflikte dauerten im Einzelfall sogar bis ins Jahr 2008. Vor allem die serbischen Streitkräfte taten sich mit ethnischen Säuberungen in der bosnischen und kroatischen Zivilbevölkerung völkerrechtlich besonders negativ hervor und so werden, vor dem internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Den Haag, bis heute vor allem ehemalige serbische Generäle und Milizenführer zur Verantwortung gezogen. Das zwingt die ganze serbische Nation, sich immer wieder mit der eigenen Schuld auseinanderzusetzen.

Dass das neue Serbien mit mehr als ideologischem Ballast zu tun hat, und die Vergangenheit in der Erinnerung der Menschen noch sehr präsent ist, offenbart sich auch im neuesten Film des serbischen Filmemachers und Drehbuchautors Srdan Koljevic. Um diese Motive und Handlungselemente in Belgrad Radio Taxi aber richtig einordnen zu können, braucht es ein gewisses Maß an ethno-politischem Verständnis der jüngsten Geschichte dieser Region. Andernfalls vernimmt man kein Grollen des unterschwellig brodelnden Vulkans.

Belgrad Radio Taxi beginnt wie eine schräge Groteske. Mitten auf der Belgrad-Brücke, die jeden Tag vor Verkehr überquillt, springt eine unbekannte Frau aus einem Taxi und stürzt sich anschließend die Brücke runter. Dem verdutzten Fahrer, der keine Chance hatte, einzuschreiten, hinterlässt sie auf dem Rücksitz einen Säugling. Der alleinlebende Herr möchte das Baby eigentlich so schnell wie möglich wieder loswerden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Irgendwie fühlt er sich verantwortlich. Und als die Mutter sogar wieder auftaucht, die den Sturz überraschenderweise überlebt hat, entwickelt er richtiggehend Gefühle für beide.

Parallel dazu passieren weitere Dinge, die Menschen betreffen, die in irgendeiner Form an dem Tag des vermeintlichen Selbstmords zugegen waren. Wie Anica, eine Lehrerin, der von einem fast erwachsenen Schüler amouröse Avancen gemacht werden. Die fühlt sich alles andere als davon geschmeichelt. Sie empfindet für den jungen Mann aus einem unbekannten Grund heraus regelrecht Abscheu und Verachtung. Episodenhaft schlingert Belgrad Radio Taxi mal hierhin und mal dorthin. Der derb-tragikomische Charakter wird dabei nicht konsequent aufrechterhalten. Im Grunde handelt es sich bei dem Film genremäßig um ein astreines Drama, in dem der Humor mehr eine zufällige als gewollte Angelegenheit ist.

Lose werden hier Einzelschicksale zu einem suboptimalen Ganzen miteinander verknüpft, die dafür notwendigen Plot-Konstruktionen wirken dementsprechend bemüht. Überdies versucht der Film, nachhaltig moralische Aussagen zu formulieren, die zu plump gewollt sind, als dass sie ernstlich greifen können. Insgesamt wirkt Belgrad Radio Taxi somit einerseits zerfahren, die Einzelepisoden in sich aber wiederum zu stark in ein Korsett gezwängt. So verfehlt der Film sowohl viel an Aussage als auch an Wirkung und läuft inszenatorisch weitgehend ins Leere.



Weitere interessante Filme


Leider haben wir derzeit keine Vorschläge zu diesem Film.
Film vorschlagen

 

© 2013 MovieMaze.de