Nach The Flintstones und Josie and the Pussycats kommt mit Scooby Doo dieses Jahr erneut eine Realverfilmung eines Hanna Barbera Cartoons in die Kinos. Die Zeichentrickserie, die 1969 erstmals das Licht der Fernsehschirme erblickte, erfreute sich in den USA eine ganze Weile sehr großer Beliebtheit, weshalb sich eine Kinoadaption natürlich anbot. Nach mehr als 30 Jahren Aufklärungsarbeit im Fernsehen bekommt das Team der Mystery Inc. nun also endlich die Gelegenheit ihren ersten Fall auf der großen Leinwand zu lösen. Leider ist den fünf Hobby-Detektiven der Sprung nicht so recht gelungen. Autor James Gunn (Tromeo and Juliet) und Regisseur Raja Gosnell (Big Mama's Haus) treffen den Ton und den Stil der Serie prinzipiell zwar recht gut, müssen sich letztenendes allerdings doch den Vorwurf gefallen lassen, das Ausgangsmaterial nicht gut genug zu kennen bzw. ihm nicht vollends zu vertrauen. Dies in Kombination mit den handwerklich und vor allem schauspielerisch eher unterdurchchnittlichen Leistungen und dem einfallslosen Sammelsurium an ausgelutschten Gags macht Scooby Doo eher zu einem Ärgernis, denn zu einem vergnüglichen Filmspaß.
Zu Beginn des Films werden wir Zeuge der Trennung unseres geliebten Quintetts. Daphne hat es satt, immer als Köder herhalten zu müssen, Fred möchte Ruhm und Erfolg lieber alleine genießen und Velma ist es leid, trotz ihrer genialen Pläne stets im Hintergrund zu stehen. Einzig und allein Shaggy und sein bester Freund Scooby können den Zwietracht innerhalb der Gruppe nicht verstehen. Zwei Jahre später werden die fünf ehemaligen Mitglieder allesamt auf die Vergnügungspark-Insel Spooky Island eingeladen, wo sie nach anfänglichen Reiberereien schließlich wieder gemeinsam an der Auflösung eines Falles arbeiten, der dem Besitzer des Parks bereits seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet. Zunächst hat es den Anschein, als würden die Besucher des Parks, bei denen es sich ausschließlich um ferienbedürftige Studenten handelt, im Verlauf ihres Aufenthalts einer Gehirnwäsche unterzogen, doch nach und nach kommen immer abstrusere und ungewöhnlichere Dinge ans Tageslicht.
Rein optisch werden die menschlichen Versionen von Fred, Daphne, Velma und Shaggy ihren Cartoon-Vorbildern durchaus gerecht, jedoch gelingt es nur einem einzigen, seiner Rolle auch wirklich Leben einzuhauchen und ihr ein Profil zu verpassen. Dieser jemand ist Matthew Lillard, der die Figur des Shaggy wahrlich inne hat, in ihr regelrecht aufblüht. Die Szenen zwischen ihm und Scooby gehören meines Erachtens zu den besseren des Films und das obwohl ich persönlich bis zum Schluß nicht mit der CGI-Version von Scooby warm wurde. Linda Cardelini ist als Velma gerade noch akzeptabel, wohingegen Freddie Prinze Jr. und Sarah Michelle Gellar einem mit ihrem offensichtlichen Unvermögen echt den letzten Nerv rauben. Man muß an dieser Stelle allerdings fairerweise anmerken, daß die von den beiden verkörperten Figuren Fred und Daphne für die Filmversion um einige unnötige und dämliche Charakterzüge erweitert wurden, wodurch die beiden ohnehin ein mehr oder minder großes Debakel dargestellt hätten. Dass die Zeichentrickversion des Fred mehr Persönlichkeit hat, als das von Freddie Prinze Jr. verkörperte Pendant in der Realverfilmung ist dennoch eine kleine Sensation; das muß man als "Schauspieler" auch erstmal hinbekommen.
Die Handlung des Films bietet durchwegs altbewärtes und nur allzu oft gesehenes, kann weder durch übermäßige Spannung, noch durch überzeugende Komik glänzen. Besonders enttäuscht war ich von der Auflösung der Geschichte, da sie in völligem Kontrast zu denen der Serie steht. Die Tatsache, daß es sich bei den Geistern und finsteren Gestalten der Serie stets um Menschen in Kostümen handelte, Menschen die im Verlauf der vorhergehenden Handlung immer ein Teil der Geschichte waren und deren böse Pläne im Zuge der Demaskierung von Velma und ihren Freunden schonungslos offengelegt wurden, genau das machte einen nicht ganz unwesentlichen Teil des Charmes dieser Serie aus. Die Auflösung des Falles im Film ist schlichtweg bescheuert, völlig untypisch für Scooby Doo und noch dazu während des Films absolut dilettantisch vorbereitet. Bis auf das überzeugende Spiel von Matthew Lillard, das ohnehin nur denjenigen positiv auffällt, die in der Lage sind den direkten Vergleich zur Serie zu ziehen, hat Scooby Doo also nicht viel zu bieten und darf daher bei der Wahl des Films für den nächsten Kinoabend getrost ignoriert werden.