Dark Country ist der neueste Versuch von Thomas Jane, sein sicherlich irgendwo vorhandenes Talent auch mal als Regisseur und Hauptdarsteller in Szene zu setzen. Leider gelingt ihm das nicht besonders gut, denn der Film ist trotz seiner absolut gelungenen Optik einfach nichts Halbes und nichts Ganzes und man fragt sich gen Ende eigentlich nur, was jetzt Sinn und Zweck des Films gewesen sein sollte.
Thomas Jane ist ohne Frage ein sympathischer Typ, kann auch in recht gelungenem Maß gut schauspielern und für viele Frauen ist er ein richtiger Hingucker. Was ihn allerdings immer wieder dazu bewegt, nach seiner quasi einzigen richtig großen Rolle inThe Punisher mit der Wahl seiner Rollen sprichwörtlich ins Klo zu greifen und Filme zu produzieren, die keinen besonders weiterbringen, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben. So auch in The Dark Country.
Wie der Name schon verspricht, ist der Film sehr dunkel gehalten. Das hat auch seinen Sinn und Zweck. Ein frisch verheiratetes Pärchen fährt mitten in der Nacht über eine dunkle, endlos lange Landstraße und feiert seine Vermählung. Als die beiden fast einen blutverschmierten, völlig entstellten Mann überfahren, endet die Glückseligkeit, denn den Mann einfach liegen zu lassen, können sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren. Als sie beschließen, den Fremden ins Krankenhaus zu bringen, greift dieser Dick plötzlich an, der ihn daraufhin aus Notwehr tötet. Ein Albtraum beginnt, den beide wohl eher nicht für ihren ersten Flitterwochentag geplant hatten.
Die Story ist nicht wirklich neu, aber relativ interessant gestaltet. Die beiden Hauptdarsteller Thomas Jane und Lauren German, bekannt aus Horrorstreifen wie The Texas Chainsaw Massacre oder Hostel 2 harmonieren mit ihren doch sinnlosen Dialogen trotzdem erstaunlich gut miteinander. Die stilistische Kombination mit der dunklen Atmosphäre und der wirklich gelungenen, wenn auch aus Filmen wie 300 oder The Spirit abgekupferten Comicoptik, lässt den Zuschauer für die erste Zeit Spaß an dem Film haben. Auch das Auftauchen des Fremden wirkt mysteriös, macht Lust auf mehr und ist sehr spannend inszeniert. Insofern schafft es Thomas Jane tatsächlich, so etwas wie eine Spannungskurve aufzubauen, die leider nach einiger Zeit einen herben Knick bekommt.
Der Zuschauer verliert irgendwann die Lust am Mitraten, wie es wohl weitergehen wird, was wirklich schade ist. Denn leider wird schon bald klar, dass nichts von all den spannenden Erwartungen auch tatsächlich eintreten wird. Der Film geht fortan in eine Richtung, die nicht zum bisherigen Ablauf passt und den Zuschauer eher bis zur sinnlosen, aber spektakulären Auflösung mehr verwirrt als alles andere.
Somit kann man als Fazit ziehen, dass man sich The Dark Country definitiv ohne Schmerzen angucken kann, möglicherweise Gefallen daran findet, er sich dann aber absolut in die typische, belanglose Reihe von Thomas-Jane-Filmen mit guten Ansätzen einreiht, in die er aber sicherlich beim Dreh nicht rein wollte.