Mittlerweile kann man sich durchaus des Eindruckes nicht erwehren, dass in der schwedischen Filmlandschaft keine Filme vorkommen, die nicht dem Genre Krimi zuzuordnen sind. Mit Im Weltraum gibt es keine Gefühle zeigt Regisseur Andreas Öhman nun, dass man in Schweden auch andere Genres mühelos beherrscht - und bringt eine der besten Kinokomödien des Jahres auf die Leinwand.
Bis jetzt scheiterte, mit Ausnahme von Barry Levinsons Rain Man, eigentlich jeder Film, der sich sowohl sensibel mit dem Thema Behinderung auseinander setzen und doch gleichzeitig als unterhaltsame Feel-Good-Komödie funktionieren wollte. Die schwedische Hoffnung auf den Auslands-Oscar Im Weltraum gibt es keine Gefühle zeigt, dass es auch anders geht.
Die Handlung ist nicht gerade sonderlich spektakulär, aber Öhman setzt seine Figuren so liebevoll in Szene, dass man dennoch am Ball bleibt und mitfiebert. Zum anderen schafft Öhman scheinbar mühelos den Spagat zwischen Drama und Komödie, der Film wirkt wie aus einem Guss.
Die Darsteller machen ihre Sache ebenfalls außerordentlich gut. Gerade Bill Skarsgard, der Sohn von Stellan Skarsgard, schafft es mit seiner Performance, dass seine Figur auf der einen Seite immer glaubwürdig bleibt und gleichzeitig doch durch ihre Spleens für einige Lacher sorgen kann. Auch der restliche Cast macht seine Sache gut und verfällt nicht dazu, nur noch Stichwortgeber für Skarsgard zu sein. Cecilia Forss schafft es mit viel Charme, in nahezu jeder Szene zu gefallen. Einzig Martin Wallström geht aufgrund der Tatsache, dass er meist für die ernsteren Szenen zuständig ist, ein wenig unter.
Natürlich hat das Werk von dem erst 26 Jahren alten Andreas Öhman die eine oder andere Schwachstelle. So reitet er im Verlauf der Spielzeit ein wenig zu sehr auf der wohl jedem bekannten Erkenntnis herum, dass Gefühl und Vernunft sich in der Regel gegenseitig im Wege stehen. Dies geht einem gerade gegen Ende doch ein wenig auf die Nerven. Auch die recht simpel gehaltene Handlung könnte man kritisieren, doch keiner dieser Fehler fällt wirklich ins Gewicht, denn durch die hervorragenden Darsteller und eine brillante Regieleistung verzeiht man Im Weltraum gibt es keine Gefühle auch gerne den einen oder anderen Schnitzer.