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Timecrimes

(Los Cronocrimenes, 2007)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 08. Juli 2011
Premiere: 20. September 2007 (Festival, USA)
FSK: ab 16 Genre: Drama, Mystery, Sci-Fi
Länge: 92 min Land: Spanien
Darsteller: Karra Elejalde (Héctor), Candela Fernandez (Clara), Nacho Vigalondo (El Joven), Juan Inciarte (Héctor Ocasional), Libby Brien (Clara)
Regie: Nacho Vigalondo
Drehbuch: Nacho Vigalondo


Inhalt

Héctor flieht vor einem irren Killer, der eine rosa Bandage um seinen Kopf trägt, in den Wald. Auf einem Hügel entdeckt er ein Silo, in dem ein junger, schrulliger Wissenschaftler hockt, der ihn bei seiner Ankunft kurzerhand in einem futuristischen Wassertank versteckt. Als sich der Deckel des Geräts wieder öffnet, findet sich Héctor eineinhalb Stunden in die Vergangenheit versetzt wieder. Der ungewollte Zeitsprung bringt einige gefährliche Nebenwirkungen mit sich.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Timecrimes hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 76%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Daniel Licha
Timecrimes hat eine Wertung von 76%
Mit einfachsten Mitteln entstand Timecrimes, ein schwarzhumoriges und bitterböses Werk, in dem ein Mann nach einer eher ungewollten Zeitreise in die Vergangenheit mit allen möglichen Mitteln versuchen muss, diese nicht zu verändern. Den Zuschauer erwarten hierbei allerlei Überraschungen und eine originelle Geschichte, die zudem stimmig ohne größere Logikbrüche abgeschlossen wurde. Ein echter Geheimtipp.

Bild aus Timecrimes Man schreibe das Jahr 2008. Auf den Fantasy Filmfest Nights wurde ein schwarzhumoriger, spanischer und vom Publikum euphorisch gefeierter Zeitreisefilm mit dem Titel Timecrimes vorgestellt. Dummerweise jedoch hatte der Rechteinhaber (Legend Films) kurz darauf finanzielle Probleme, sodass eine Veröffentlichung des Filmes in Deutschland in den Sternen stand. Gute 3 Jahre später gingen die Rechte nun an Koch Media über, die diesen derben Zeitreisespaß nun endlich auf DVD und Blu-Ray in Deutschland veröffentlichen. Vorweg sei zudem noch vor einer Sichtung des Trailers gewarnt, verrät dieser doch nahezu alle Wendungen und würde somit dem interessierten Zuschauer den Spaß an diesem Werk nahezu komplett nehmen.

Nichts Böses ahnend liegt Hector gemütlich in seinem Klappstuhl im Garten und beobachtet per Fernglas die Umgebung. Plötzlich entdeckt er im Gebüsch eine strippende junge Frau, die sein Herz höher schlagen lässt, sodass er beginnt, der Sache nachzugehen. Als er jedoch im Wald ankommt, findet er eine nackte bewusstlose Frau wieder. Spätestens, als er kurz darauf noch von einem Mann mit pinker Maske angegriffen wird, gerät Hector in Panik und flieht in ein nahegelegenes Gebäude. Eher ungewollt betritt er dort eine Zeitmaschine, die ihn einige Stunden in die Vergangenheit schickt. Die Frage ist nun, ob er in die eben erlebten Geschehnisse eingreifen soll oder nicht?

Dass man das Raum-Zeit-Kontinuum nicht durcheinander bringen sollte, weiß man spätestens seit Doc Browns Ausführungen aus Zurück in die Zukunft. Auch die Hauptfigur in Timecrimes scheint dies verstanden zu haben, versucht er doch auf fast schon verzweifelte Art und Weise, dieses aufrecht zu halten und sorgt dabei für allerlei Chaos. Beeindruckend ist es dabei, dass der Film über weite Strecken - im Zeitreise-Genre ja eher unüblich - frei von logischen Löchern ist und auch die Tatsache, dass ein Film dieses Genres mehr oder weniger in Echtzeit inszeniert ist, vermag den Zuschauer zu begeistern. Wunderbar selbstironisch werden hier die Genrekonventionen aufs Korn genommen. Dennoch bleibt sich der Film dabei selbst treu und ist ein schwarzhumoriger, fast schon bitterböser Beitrag zum Thema Zeitreise.

Nacho Vigalondo, Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler in Personalunion, benötigt dabei einmal mehr nicht viel Geld, um einen tollen Film in Szene zu setzen. Wie schon in seinem herrlich durchgeknallten Kurzfilm 7:35 in the Morning ist, neben dem Drehbuch, seine große Stärke, eine tolle Idee mit viel Liebe zum Detail zu inszenieren, sodass man sicherlich auch noch nach der zweiten und dritten Sichtung Kleinigkeiten entdecken wird.

Während Vigalondo sich selbst in einer Nebenrolle als junger Wissenschaftler sichtlich zurückhält, gehört die Leinwand ganz alleine Karra Elejalde. Der im Grunde einzige Hauptdarsteller des Filmes spielt seine Rolle wunderbar facettenreich. Seinem Schwanken der Emotionen zuzusehen, ist gar eine wahre Freunde, und dass er dabei nahezu immer den richtigen Ton trifft, trägt ungemein zum positiven Gesamteindruck des Filmes bei.

Wer den Film nach seinem DVD-/Blu-Ray-Cover beurteilt, der dürfte sicherlich einen Horrorfilm der härteren Sorte erwarten. Dies ist Timecrimes mitnichten, sondern ein herrlich selbstironischer Zeitreisefilm mit viel schwarzem Humor, der beweist, dass eine originelle Idee einen Film theoretisch im Alleingang tragen kann. Dass einmal mehr ein US-Remake für 2012 angekündigt wurde, überrascht da natürlich nicht minder.



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