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Porfirio

(Porfirio, 2011)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 14. Mai 2011 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 16 Genre: Komödie, Drama
Länge: 101 min Land: Kolumbien, Argentinien, Uruguay, Spanien
Darsteller: Porfirio Ramirez (Porfirio), Jarlinsson Ramirez (Lissin), Yor Jasbleidy Santos (Jasbleidy)
Regie: Alejandro Landes
Drehbuch: Alejandro Landes, Ezequiel Schmoller


Inhalt

Kolumbien: Porfirio wurde vor einigen Jahren in den Rücken geschossen und ist seither querschnittsgelähmt. Um seine alltäglichen Aufgaben zu meistern, hat er persönliche Unterstützung. Doch am meisten ärgert er sich über die Regierung, die permanent mit den Zahlungen an ihn im Verzug ist. Da er trotzdem sein Leben finanzieren muss, verleiht er in den Slums sein Handy. Eines Tages jedoch reicht es ihm. Er kauft sich bei einem Händler aus der Seitenstraße ein paar Handgranaten und hat damit so einiges vor.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Porfirio hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 11%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Porfirio hat eine Wertung von 11%
Alles, was man diesem Machwerk zu Gute halten könnte - die Darstellung des Alltags eines querschnittsgelähmten, Windeln tragenden Mannes - hätte der Film in maximal zehn Minuten zeigen können und so vielleicht eine Daseinsberechtigung gehabt. Stattdessen wird der Zuschauer über 100 Minuten mit endlosen Einstellungen gequält, ohne dass eine Handlung vorangetrieben wird oder Hintergründe zu den blassen und abstoßenden Figuren etabliert werden. Die absolut unerträgliche Langeweile, die kaum in Worte zu fassen ist, macht Porfirio in Verbindung mit dem permanenten Ekel, dem unnötigen Voyeurismus und der absolut enttäuschten Erwartungshaltung zum Inbegriff eines unerträglichen Filmes.

Bild aus Porfirio Regisseur Alejandro Landes beschrieb seinen Film kurz in etwa mit folgenden Worten: "Es geht um einen querschnittsgelähmten Typen, der ein Flugzeug entführt hat, und wir haben einen Film über diesen Typen, der das Flugzeug entführt hat gedreht, mit dem Typen, der das Flugzeug entführt hat." Wenn man beschließt, sich Porfirio anzusehen, erwartet man eine groteske Geschichte, in der man erfährt, wie ein schwer Behinderter ein Flugzeug entführt. Stattdessen bekommt man ein Portrait dieses Mannes, das, abgesehen von den letzten Minuten, überhaupt nichts mit der Flugzeugentführung zu tun hat und einem auch nicht viele Hintergründe über diese zumindest theoretisch interessante Person vermittelt.

Zu Beginn des Filmes lässt sich Porfirio von seinem Sohn waschen, wird beim Kacken gezeigt, wäscht sich danach den Hintern ab, dann mit derselben Hand Kopf und Gesicht. Er lebt mit einer Frau zusammen, die deutlich jünger ist als er, kaum viel älter als sein Sohn. Wie es zu dieser Liaison kam, wird nicht näher erläutert, viel wichtiger scheint es den Machern gewesen zu sein, die beiden beim Sex zu zeigen. Leider nicht nur einmal. Es sind Szenen, die so widerlich sind, dass sie das Publikum fast schon verstören und beim späteren Gedanken daran zeitweilige Impotenz beim Zuschauer auslösen können. Notwendig für die Charakterzeichnung oder gar die "Geschichte" sind die Sexszenen natürlich nicht. Später im Film gibt es noch weitere Highlights: Porfirio kratzt sich am Rücken, liegt auf seinem Bett, irgendwann dreht er sich um, sein Sohn schneidet ihm die Zehennägel, Porfirio rollt in seinem Rollstuhl umher, lässt sich wickeln, übt stehen, sitzt auf seiner Veranda, weint, beobachtet seine Frau beim Putzen, lässt sich von ihr waschen, spielt mit ihren Brüsten. Schnell wird klar, dass es dieser arme Kerl alles andere als leicht hat, und obwohl er einem zu keinem Zeitpunkt sympathisch wird, hat man ein wenig Mitleid. Leider ist eben dieses das primitivste Mittel, beim Zuschauer Emotionen zu erzeugen, und dass der ganze Film versucht, von diesem Mitleid getragen zu werden, ohne dass es in irgendeinem Bezug zur Flugzeugentführung (auf die man ja gespannt wartet) steht, ist vielleicht sogar das Verwerflichste an dieser Produktion.

Eine tatsächliche Handlung, die die Geschichte vorantreibt, ist zum ersten Mal bewusst nach über einer Stunde, als Porfirio sein Handy verkauft, spürbar. Das Ende erfüllt die während des Films aufgebauten Erwartungen und die schlimmsten Befürchtungen zugleich: Von der Entführung selbst ist nichts zu sehen, soviel darf verraten werden, und so endet der Film ebenso belanglos und langweilig wie es sich in den gefühlten zehn Stunden zuvor angebahnt hat. Man kann das Gesamtwerk als mutig bezeichnen, misslungen trifft es jedoch um einiges besser.



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