Die Low-Budget-Komödie von Rob Minkoff, die aus der Feder der beiden Hangover-Autoren Jon Lucas und Scott Moore stammt, kann mit einer interessanten Ausgangssituation und einigen witzigen Szenen aufwarten. Doch obwohl die Grundidee durchaus das Zeug dazu gehabt hätte, eine gute Krimkomödie zu werden, machen der extrem überladene Plot und der oft recht nervig wirkende Hauptdarsteller letztlich alle guten Ansätze wieder zunichte.
Mit ihrem Skript zu Hangover lieferten die beiden Drehbuchautoren Jon Lucas und Scott Moore die Vorlage zu einer der erfolgreichsten Komödien im Jahre 2009. Mit ihrer erneuten Zusammenarbeit bei dem hier vorliegenden Flypaper - Wer überfällt hier wen? bleibt das Duo seinem Stil treu und bietet wieder eine zwar einfache, aber dennoch ziemlich aberwitzige Ausgangssituation.
Als Tripp (Patrick Dempsey) kurz vor dem Schließen der Credit International Bank gerade bei der gutaussehenden Bankangestellten Kaitlin (Ashley Judd) einen Hundert-Dollar-Schein wechseln lassen möchte, wird diese gleichzeitig von zwei Banden überfallen. Während das hoch professionell agierende Trio Weinstein, Darrien und der psychophatische Gates es auf den Tresor abgesehen haben, wollen die beiden einfältigen Aushilfsgangster Kartoffel und Puffer (im Original Peanut Butter und Jelly) die Geldautomaten leeren.
Diese Grundidee von Lucas und Moore ist wie auch bei Hangover so einfach wie genial. Doch leider gelang es den beiden in diesem Fall nicht, aus dieser aberwitzigen Ausgangssituation eine gleichfalls gelungene Komödie zu zimmern. Flypaper - Wer überfällt hier wen? versucht zwar eine vergleichbar intelligent-coole Herangehensweise, allerdings ist die die komplette Spielzeit über von Hektik und Unruhe geprägt. Dies wirkt auf Dauer extrem anstrengend und nur bedingt amüsant.
Dies liegt zu einem großen Teil daran, dass der Film extrem verwirrend verläuft, weshalb man sich nur zweitrangig mit der eigentlichen Krimigeschichte befassten kann/will. Dazu kommt noch, dass der ganze Film irgendwie ein wenig so wirkt, wie eine lang gezogene Kopie des mittlerweile eingestellten TV-Hits Monk. Dieser Eindruck wird nicht nur von der Geschichte selbst und den Ticks der Hauptfigur befeuert, sondern auch dadurch, dass Regisseur Rob Minkoff (The Forbidden Kingdom) nahezu alle filmischen Stilmittel der Serie, wie das Zeigen von Rückblenden und der letztlichen Auflösung in Schwarzweiß, abkupferte.
Doch nicht nur der spleenige Detektiv stand für Minkoffs Inszenierung Pate. So bekommt man beispielsweise auch eine deutlich von Spielbergs Catch Me If You Can "inspirierte" Anfangssequenz zu sehen. Eigentlich ist es schon fast erstaunlich, dass Minkoff nicht noch irgendwo Hitchcocks Vertigo-Effekt eingebaut hat. Ansonsten bekommt man bei Minkoffs Regiearbeit das Gefühl, dass er das wirre Drehbuch selbst nicht wirklich verstanden hat, und sich einfach darauf beschränkte, es von seinem Kameramann Steven Poster irgendwie abfilmen zu lassen. Dies ist insofern eine Überraschung, da Minkoff im Laufe seiner Karriere bereits mehrfach gezeigt hat, dass er durchaus dazu in der Lage ist, einen Film überzeugend in Szene zu setzen.
Hauptdarsteller Patrick McDreamy Dempsey wirkt als Adrian Monk für sozial Schwächere zwar bemüht, allerdings nicht wirklich überzeugend. Zwar liefert Dempsey hier weitaus mehr an Schauspielkunst ab als man es von ihm aus seinen Darbietungen in anderen seichten Komödien wie Verwünscht oder Verliebt in die Braut gewohnt ist, allerdings wirkt er durch sein Overacting in diesem ohnehin schon hektischen und unruhigen Film über weite Strecken wie ein extremer Störfaktor.
Als weiblicher Part steht an Dempseys Seite hier Ashley Judd. Judd, die in der letzten Zeit hauptsächlich in Nebenrollen zu sehen war, wird in ihrer nicht gerade anspruchsvollen Rolle nicht sonderlich viel spielerisches Können (welches sie beispielsweise in Come Early Morning erfolgreich bewies) abverlangt, allerdings füllt sie ihren Part als gutaussehender Stichwortgeber durchaus gut aus. Der restliche Cast macht seine Sache recht gut. Gerade Blake Nelson (Der unglaubliche Hulk) und Pruitt Taylor Vincent (Drive Angry 3D) spielen ihre Rollen als vertrottelte Kleinganoven Kartoffel und Puffer wirklich erstklassig, weshalb es schade ist, dass man von den beiden nicht mehr zu sehen bekommt.
Letztlich zeigt Rob Minkoff mit seinem Werk Flypaper - Wer überfällt hier wen? einen zwar uninspirierten, aber dennoch über weite Strecken kurzweiligen Film. Allerdings sorgt die von Wendungen und Überraschungen durchsetzte 85-minütige Geschichte dafür, dass man dem Film stellenweise nur mit Mühe folgen kann.