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Dogtooth(Kynodontas, 2009)
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nicht bekannt DVD: 15. April 2011
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Premiere: |
18. Mai 2009 (Cannes Film Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
94 min
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Land: |
Griechenland |
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Darsteller:
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Christos Stergioglou (Vater), Michele Valley (Mutter), Aggeliki Papoulia (ältere Tochter), Mary Tsoni (jüngere Tochter), Hristos Passalis (Sohn), Anna Kalaitzidou (Christina), Alexander Voulgaris (Hundetrainer) |
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Regie:
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Giorgos Lanthimos |
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Drehbuch:
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Giorgos Lanthimos, Efthymis Filippou |
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 Inhalt
Ein Ehepaar wohnt mit ihren bereits erwachsenen Kindern, zwei Töchtern und einem Sohn, in einem großen Haus mit Garten und Pool. Die Kinder wurden von klein auf damit erzogen, dass sie die gefährliche Welt "draußen", außerhalb des Grundstücks, erst betreten dürfen, wenn sie einen Eckzahn ("Dogtooth") verlieren. Völlig isoliert wachsen die Kinder mit den Lügen ihrer Eltern und ihren eigenen ungewöhnlichen Spielen auf, bis eine eingeladene Besucherin eine Tür zur Außenwelt aufstößt. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Florian Lieb
Lanthimos ist mit Kynodontas ein ungemein faszinierender Film gelungen, in dem nicht wirklich viel gesprochen oder agiert wird, was jedoch keineswegs dazu führt, dass er an Aufmerksamkeit einbüßt. Dass man im Grunde nichts erfährt, stört nicht. Die Dinge sind eben so, wie sie sind und werden vom Zuschauer wie den Filmkindern gleich akzeptiert. Dass diese aufgrund ihres Verhaltens jene naive Unschuld bewahrt haben, die ihnen die Eltern lassen wollten, ist Voraussetzung für die Funktionalität und Authentizität des Gezeigten. Die Inszenierung des Films ist minimalistisch, wie auch das Spiel der Beteiligten. Die Dialoge werden oft hölzern und emotionslos vorgetragen, die Lieb- und Leblosigkeit ein Spiegelbild der Kinderseelen. Eventuell als Analogie auf die Genesis sind es dabei die Töchter, die die Grenzen ihres "Paradieses" ausloten. Lanthimos offenbart sich durch seinen unkonventionellen Film als vielversprechendes neues Aushängeschild des griechischen Kinos.
Kritik
von Lars Schnell
Regisseur Giorgos Lanthimos verstörendes Werk zeigt, was hinter den Fassaden einer griechischen Villa abgeht. Dabei schafft er es, den Zuschauer zu schockieren, verpasst es aber, dem Film eine vielaussagende Rundung zu verleihen. Ein sowohl den Figuren wie dem Zuschauer gegenüber grausames Werk, das zum reinen Selbstzweck die Intimsphäre der Darsteller verletzt.
Christos Stergioglou spielt einen fanatischen Familienvater, der der Überzeugung ist, dass außerhalb der schützenden Mauer seines Hauses die brutale Welt einen schlechten Einfluss auf seine Kinder und seine Familie ausüben würde. Deshalb hält er sie wie ein dressiertes Rudel Hunde innerhalb der Mauern. Überzeugt von den eigenen Grundsätzen, bläut er ihnen seltsame Verhaltensweisen, verquere Wörter und unbewusst auch ein gestörtes Sexualverhalten ein, das schlussendlich nur zu einer Katastrophe führen kann.
In Zeiten der persönlichen Freiheit in weiten Teilen der Welt wirkt dieses Szenario sehr ungewöhnlich und sicherlich auch fragwürdig, findet aber in abgewandelter Form immer wieder Einzug in Nachrichten und Zeitung. Leider ist das Geschehen, wie es hier dargestellt wird, teils allzu unglaubwürdig und seltsam in Szene gesetzt, was sich zwar umso schockierender auf den Zuschauer auswirkt, aber letztlich nicht das Potenzial hat, dem Zuschauer auf verständliche Art eine tiefergehende Botschaft zu vermitteln. Gesellschaftlich anprangernde Elemente sind hier nicht mehr als ein Tropfen auf einen heißen Stein.
Dabei sticht auf positive Weise die durchaus interessante und gelungene Einleitung heraus, in der die beinahe erwachsenen Kinder der Familie über Audioaufzeichnungen falsche Wörter für bestimmte Dinge beigebracht bekommen. Wer sich schon immer mal fragte, wie es wäre, wenn manche Sachen plötzlich anders hießen, kann sich im Film einen kleinen Eindruck davon verschaffen. Ansonsten hat die Handlung bis auf einige sehr "krasse" Elemente relativ wenig zu bieten.
Da schläft der Bruder mit der Schwester, läuft die Tochter mit dem Messer rum, kriecht die Familie auf dem Boden und bellt wie Hunde, prostituiert der Vater eine Mitarbeiterin der Firma, "leckt" die Jüngste die Ältere. Wenn man keinen Einfall hat, dem Zuschauer eine Botschaft glaubhaft aufzubereiten, schmeißt man der Einfachheit halber scheinbar einfach ein paar sehr drastische Elemente hinein, ohne sich wirklich sachte an die einzelnen Themen heranzutasten.
Für den ein oder anderen bleibt die Oscar-Nominierung fraglich und es entsteht der Eindruck, die Intensität der Bilder würde bei solchen Verleihungen vor den zwangsweise aufklärerischen Sinn gestellt, dass die verstörende Dramatik eines Films ausreicht, um die Aussagekraft eines Werkes hinten anzustellen und es als überragenden Film zu kennzeichnen.
Ein Streifen, der den Zuschauer mit der gleichen Perfidität hilflos zurücklässt wie seine Charaktere.  Weitere interessante Filme
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