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Ernst sein ist alles

(The Importance of Being Earnest, 2002)

Dt.Start: 12. September 2002
DVD: 06. August 2003
Premiere: 17. Mai 2002 (USA)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 97 min Land: Frankreich, UK, USA
Darsteller: Rupert Everett (Algernon Moncrieff), Colin Firth (Jack Worthing), Frances O'Connor (Gwedolen Fairfax), Reese Witherspoon (Cecily Cardew), Judi Dench (Lady Bracknell), Tom Wilkinson (Dr. Chasuble), Anna Massey (Miss Prism), Edward Fox (Lane), Patrick Godfrey (Merriman), Charles Kay (Gribsby), Marsha Fitzalan (Dowager)
Regie: Oliver Parker
Drehbuch: Oliver Parker


Inhalt

Die beiden Freunde Jack und Algernon haben sich eine zweite Identität bzw. einen imaginären Freund zugelegt, um bei Bedarf ihrem Alltag zu entfliehen. Der Plan funktioniert reibungslos, bis sich Algernon Jacks zweite Identität Earnest zu Eigen macht und der Schwindel auffliegt. Darauf reagieren die Liebschaften der beiden, die sich in den nicht existenten Earnest verliebt haben, äußerst unentspannt und bockig.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Ernst sein ist alles hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Straßer
Ernst sein ist alles hat eine Wertung von 75%

Bild aus Ernst sein ist alles Regisseur und Drehbuchautor Oliver Parker nahm sich nach dem beachtlichen Erfolg seiner Romanverfilmung An Ideal Husband nun ein weiteres Stück von Oscar Wilde vor. Die Komödie Ernst sein ist alles war Oscar Wildes letzte, bevor er 1885 wegen Homosexualität ins Gefängnis musste und dieses als gebrochener Mann wieder verlies. Das Stück in vier Akten handelt von den zwei Freunden Algernon und Jack, die sich eine zweite Identität bzw. einen fiktiven Freund zugelegt haben. Im Laufe des Stücks macht sich Algernon Jacks zweite Identität zu Eigen und bringt dadurch das Liebesglück der beiden in schwere Turbulenzen. Oliver Parker hielt sich bei seinem Drehbuch ziemlich an die Vorlage und transportierte Oscar Wildes humorvolle und sarkastischen Art weitestgehend unverändert und vor allem optisch ansprechend auf die Leinwand.

Die Hauptrollen von Ernst sein ist alles sind mit bekannten Gesichtern der Filmwelt ausstaffiert, allen voran Oscar Wilde Veteran Rupert Everett. Er ist mehr oder weniger das Zugpferd des Films und macht dies auch im Film ein ums andere mal deutlich. Sein Charakter Algernon ist stets auf der Flucht vor Geldeintreibern, denkt aber in keiner Sekunde daran, seinen adelgebührenden Wohlstand herunterzuschrauben. Immer wenn es ihm in der Stadt zu nervig oder gefährlich wird besucht er seinen imaginären Landfreund um etwas abzuschalten. Seinen besten Freund Jack spielt Colin Firth, der Rentierpulli-Mann aus Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück. Der etwas schüchterne Jack lebt eigentlich auf dem Land in einem prachtvollen Anwesen und begibt sich ab und an als sein selbsterfundener Bruder Earnest in die Stadt.

Das herrliche und äußerst humorvolle Verwechslungsspielchen nimmt seinen Lauf, als sich Algernon als Jacks erfundener Bruder Earnest in dessen Landhaus einquartiert und Jack Mündel Cecily angräbt. Noch etwas verzwickter wird es, als Jacks Stadtliebe Gwedolen vorbeischaut, die ihn allerdings nur als Earnest kennt und sich zunächst ein hitziges Wortgefecht mit Cecily liefert. Die Rolle der Cecily übernahm Natürlich Blond! Star Reese Witherspoon, die sich eigens für den Film einen überzeugenden englischen Akzent aneignete. Sie legte ihren Charakter als Mischung zwischen kindlicher Naivität und gereifter Weiblichkeit an, was wie die Faust aufs Auge zu ihrem Algernon bzw. Earnest passte. Frances O'Connor übernahm die Rolle der Gwedolen und überzeugt als wohlhabende und gereifte Lady, die aber letztlich doch unter der Fuchtel ihrer Mutter steht.

Neben den vier liebestrunkenen Hauptdarstellern brillierte vor allem Judi Dench, die Gwedolens dominante Mutter und Algernons Tante spielte. Ihr primäres Interesse gilt der klassengerechten Vermählung ihrer Tochter, zu der sie regelrechte Castings veranstaltet. Dagegen kann man den Popstars-Waschlappen Dee und sein Kindergartencasting wahrlich in der Pfeife rauchen. Auch an sonsten hat Judi Dench mit ihrer überspitzen Achtung auf Etikette die Lacher auf ihrer Seite. Alles in allem entstand mit der zweiten Verfilmung von Ernst sein ist alles eine sehr gelungene Umsetzung von Oscar Wildes Komödie. Obwohl es der gute Oscar mit seinen Verwechslungs- und Enthüllungsspielchen fast ein wenig übertrieben hat, schleicht sich während des Films nie der berüchtigte "Das auch noch..."-Gedanke ein. Stattdessen erfreut man sich an seinem verwegenen Humor und kann sich bestens vorstellen, wie er sich damals im Jahre 1883 schlapp lachte, als er jeglichen Ernst über Bord schmiss und das Stück zu Papier brachte.



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