Was mit Laid to Rest seinen Anfang fand, wird nun mit ChromeSkull: Laid to Rest 2 nahtlos fortgesetzt. Der abermals federführende Regisseur Robert Hall liefert einen erneut sehr blutigen Slasher ab, welcher teilweise leider die gleichen Mängel wie sein Vorgänger besitzt. In Sachen Darsteller punktet dieses Sequel dafür aber umso mehr und stellt das Ensemble des Originals größtenteils locker in den Schatten. Dazu erhält das Mysterium um den Killer mit der glänzenden Maske eine ganz neue Richtung und wird so zusätzlich angeheizt. Fans des ersten Teils dürfen sich freuen, denn vor allem Gorehounds kommen hier wieder auf ihre Kosten!
Gerade mal zwei Jahre nach der Veröffentlichung seines ersten Slashers Laid to Rest, legte Robert Hall mit ChromeSkull: Laid to Rest 2 nach und beschert Fans des ersten Teils genau das, was diese erwarten und - vor allem in Sachen darstellerische Leistungen - sogar noch ein bisschen mehr. Hierzulande sollte diese Fortsetzung eigentlich Ende November auf DVD/BD erscheinen, doch nachdem die FSK dem bereits beschnittenen Film auch im zweiten Anlauf keine Freigabe erteilen wollte, ist dieses Release-Datum auf Frühjahr 2012 verschoben worden. Dies sei aber nur am Rande erwähnt, denn in einer globalisierten Welt kann man ja auch zu einem Import greifen, wenn man nicht unbedingt auf eine Synchronisation angewiesen ist.
ChromeSkull (Nick Prinicpe) ist tot. Zumindest konnte man dies nach den letzten Bildern von Laid to Rest durchaus annehmen. Wie es nun aber doch zu einer Fortsetzung kommen konnte, wird gleich in den ersten Minuten von ChromeSkull: Laid to Rest 2 gezeigt, welche nahtlos an den Vorgänger anschließen. Erst danach werden drei Monate übersprungen, um mit neuen und alten Opfern ein neues Kapitel aufzuschlagen. ChromeSkull entpuppt sich hier als Teil einer größeren Organisation, in welcher es ein aufstrebender und ambitionierter Mitarbeiter (Brian Austin Green) auf den Chef-Sessel abgesehen hat. Dies führt dazu, dass nicht nur die typischen Chromey-Zielpersonen diversen, teilweise sehr einfallsreichen Schlitzer-Werkzeugen zum Opfer fallen, sondern zusätzlich auch ein leidenschaftlicher Killer den Mann mit der Maske zum Kampf herausfordert. Wer wird den internen Machtkampf gewinnen? Und erhalten die unschuldigen und unfreiwilligen Beisitzer dank dieser Meinungsverschiedenheiten größere Überlebenschancen als die bisherigen Opfer? Dies sind die Fragen, deren Antworten hier in blutigen Bildern präsentiert werden.
Um es gleich vorwegzunehmen: Wer beim ersten Teil eine dichte Atmosphäre und nervenzerreißende Spannung vermisst hat, der wird diese Dinge auch in ChromeSkull: Laid to Rest 2 nur selten vorfinden. Auch die Handlung wird ähnlich simpel gehalten, was sich aber nicht sonderlich störend auswirkt, hat man dafür doch ein paar neue und interessante Elemente eingestreut, welche das ChromeSkull-Universum gleichzeitig ein wenig vergrößern und interessanter gestalten. Sehr auffällig ist außerdem, dass die Darsteller nun auf einem erheblich besseren Niveau agieren, als es noch im Original der Fall war. Zwar war es sicherlich nicht das schwierigste Unterfangen, dies zu erreichen, aber dennoch darf man vor allem Brian Austin Green (Beverly Hills, 90210, Cross) positiv hervorheben: Er spielt seine Rolle offensichtlich mit großer Freude und lässt den Psychopathen in ihm von der Leine, was seiner Figur die nötige Ernsthaftigkeit verleiht und ihn umso furchteinflößender wirken lässt. Nick Principe überzeugt dank seiner Körpersprache abermals als eiskalter Killer und Danielle Harris (Rob Zombies Halloween II, Hatchet II) macht ihren vergleichsweise kleinen Job auch zufriedenstellend.
Wie schon bei Laid to Rest entschädigen auch dieses Mal die Kills und Effekte für fehlende Spannung und Atmosphäre. Mit seiner riesigen Erfahrung in Sachen Effekte macht Robert Hall auch keinen Hehl aus diesem Umstand und schraubt den Bodycount kurzerhand erheblich nach oben. Auch die Art und Weise, wie die Opfer das Zeitliche segnen, ist nochmals eine ganze Spur fantasievoller und kompromissloser, was jedem Splatter-Fan ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern dürfte. Diesbezügliche Höhepunkte sind zahlreich, sollen an dieser Stelle aber nicht verraten werden.
Wer schon mit dem ersten Teil nichts anfangen konnte, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch an ChromeSkull: Laid to Rest 2 keine Freude haben, denn dafür ist der Spannungsbogen zu zerfahren und die Atmosphäre zu durchlöchert. Wenn man sich aber zu den Leuten zählt, welche auch an reinem, kompromisslosem - und fiktivem! - Gemetzel ihren Spaß haben, gibt es keinen Grund, sich diese Fortsetzung nicht anzusehen. Bleibt nur abzuwarten, ob es einen dritten Teil geben wird, welcher die weiterhin offenen und neuen Fragen beantwortet. Wünschenswert (aus Sicht eines Slasher- und Splatter-Fans) wäre es allemal!