Eine Komödie über Krebs? Im Ernst? Dazu fallen einem wohl am ehesten Worte wie "mutig" oder etwas weniger positiv "respektlos" ein. Aber schon die Tatsache, dass der Autor des Drehbuchs selbst die Krankheit besiegt hat, lässt alles in einem anderen Licht erscheinen. Denn einige der absurden Situationen im Film sind sogar autobiographisch. Und so ausgelutscht der Spruch auch ist: Lachen ist nun einmal die beste Medizin.
Dem 27-jährigen Adam könnte es eigentlich kaum besser gehen. Er hat einen tollen Job, einen verrückten besten Freund und eine bildhübsche Freundin. Allerdings auch seit kurzem ungewöhnlich starke Rückenschmerzen. Doch der Besuch beim Arzt bringt nicht wirklich Linderung. Adam erfährt, dass er eine seltene Art von Krebs hat. Selbst mit Chemotherapie und Operation stehen seine Überlebenschancen höchstens 50/50.
Comedy-Produzent Will Reiser (Da Ali G Show) war Anfang 20, als ihm Krebs diagnostiziert wurde, ein riesiger Tumor drückte auf seine Wirbelsäule. Noch während der junge Mann mit der Krankheit kämpfte, ermutigten ihn seine Freunde Seth Rogen und Evan Goldberg, seine Erfahrungen aufzuschreiben und in ein Drehbuch zu packen. Doch die Kraft dazu aufbringen konnte Reiser erst zwei Jahre nach der überstandenen Krankheit. Vielleicht war diese Distanz zu der Erfahrung auch nötig, um dem komischen Hintergrund der drei, die nun alle gemeinsam an dem Film mitgewirkt haben, mit der Geschichte gerecht zu werden.
Gleich vorweg, Komödie bedeutet hier nicht Gag auf Gag, sondern vielmehr, dass eine tragische Geschichte in einem wunderbar leichten Ton erzählt wird. Ziel war es natürlich bis zu einem gewissen Punkt, zu verarbeiten, aber auch etwas an sich Furchtbarem ein bisschen von seinem Schrecken zu nehmen, um Leuten in ähnlichen Situationen Mut zu machen. Ob das tatsächlich funktioniert, kann man als Außenstehender natürlich nicht wirklich sagen. Aber auf jeden Fall ist der Film zu jeder Zeit glaubhaft und mitreißend inszeniert.
Das liegt zum Einen an Reisers großartigem Drehbuch. Seine Dialoge sind witzig, aber dabei niemals plump oder unglaubwürdig. Seine Figuren sind echte Menschen mit echten Problemen. Jeder einzelne von ihnen, allen voran natürlich Adam, wird überraschend in die neue Situation geworfen und versucht, irgendwie darin klarzukommen. Dabei bleibt die Kamera unter der Regie von Jonathan Levine (The Wackness - Liebe ist eine Droge) immer dicht an diesen Menschen dran, die zum Anderen noch von einer beeindruckenden Darstellerriege verkörpert werden.
Joseph Gordon-Levitt (Inception) gelingt die schwierige Balance zwischen tragisch und komisch problemlos, was ihm Anfang des Jahres auch eine Golden-Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller einbrachte. Auch die für Up in the Air Oscar-nominierte Anna Kendrick als nervöse Therapeutin und Bryce Dallas Howard (demnächst im Rassendrama The Help zu sehen) als überforderte Freundin gehen in ihren Rollen völlig auf. Allerdings wünscht man sich etwas mehr Raum für Seth Rogen (The Green Hornet), der als bester Freund nur sein übliches Repertoire verschießen kann, obwohl er eigentlich die Chance gehabt hätte, einmal etwas mehr zu zeigen.
Überhaupt ist die Vermarktung als Geschichte über zwei beste Freunde in einer schwierigen Lebensphase, in die sich auch der deutsche Untertitel (mal wieder nicht ganz clever) einklinkt, nicht ganz richtig. Die Bedeutung liegt eher auf den Problemen des Einzelnen, nämlich des Kranken mit seiner Situation und seinem gesamten Umfeld. Aber das ist absolut gelungen, auch in Verbindung mit den komischen Elementen, die immer begleiten, aber niemals übertrieben oder unpassend sind. Ein wirklich wundervoller Indie-Film, nach dem man noch länger das dringende Gefühl verspürt, den Menschen, die einem nahestehen, zu sagen, dass man sie liebt.