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Verblendung(The Girl with the Dragon Tattoo, 2011)
| Dt.Start: |
12. Januar 2012
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Premiere: |
21. Dezember 2011 (Kanada) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Drama, Thriller |
| Länge: |
157 min
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Land: |
USA, Schweden, UK, Deutschland |
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Darsteller:
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Rooney Mara (Lisbeth Salander), Daniel Craig (Mikael Blomkvist), Stellan Skarsgard (Martin Vanger), Robin Wright (Erika Berger), Christopher Plummer (Henrik Vanger), Joely Richardson (Anita Vanger), Embeth Davidtz (Annika Blomkvist), Goran Visnjic (Dragan Armansky), Joel Kinnaman (Christer Malm), Steven Berkoff (Dirch Frode), Geraldine James (Cecilia Vanger), Elodie Yung (Miriam Wu), Yorick van Wageningen (Nils Bjurman) |
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Regie:
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David Fincher |
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Drehbuch:
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Steven Zaillian |
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 Inhalt
Kürzlich mit einer Verurteilung wegen Verleumdung belastet, bekommt Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist vom Großindustriellen Henrik Vanger den Auftrag, das Verschwinden seiner Nichte vor 40 Jahren aufzuklären. Henrik, der stets auf der Suche nach ihr war, befürchtet das Schlimmste und verdächtigt seine reiche, kühle Verwandschaft des Mordes. Während seiner Recherche bekommt Mikael die Unterstützung der jungen Hackerin Lisbeth Salander, die zunächst einmal mit ihrem unorthodoxen Auftreten auffällt, hinter dem sich allerdings eine brillante Spürnase verbirgt. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Hui, was für grandiose Opening Credits! Stilistisch nahezu perfekt, aber im Grunde waren diese fast schon das Highlight des Filmes. Nicht dass David Finchers Interpretation der Stieg Larsson Romane schlecht wäre, aber irgendwie hat mir da doch ein eigener Stil gefehlt. So nehmen sich das schwedische Original und die Hollywoodversion im Grunde wenig bis gar nichts und es stellt sich einmal mehr die Frage, ob es denn ein Remake wirklich gebraucht hätte. Die einzige wirkliche Neuerung ist die Tatsache, dass Lisbeth Salander hier ein ganzes Stück zerbrechlicher angelegt wurde, was der Glaubwürdigkeit ihrer Figur sicherlich nicht abträglich ist. Darstellerisch ist das Ganze weitestgehend solide, einzig die oscarnominierte Rooney Mara sticht in ihrer herausfordernden Rolle heraus. Letzten Endes ist die amerikanische Version sicherlich sehenswert für alle, die das Vorbild nicht gesehen haben. Das restliche Publikum wird sich eher langweiligen, fügt mit Ausnahme der hervorragenden Musikuntermalung noch nicht einmal Finchers biedere Inszenierung dem Ganzen etwas Neues hinzu. Nach Der seltsame Fall des Benjamin Button sicherlich sein schwächster Film, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Kritik
von Markus Ostertag
2009 erst erschien die schwedische Verfilmung des ersten Teils der Millenium-Trilogie in einer eindrucksvollen Fernsehserie mit der begeisternden Noomi Rapace in der Hauptrolle auf den Markt. Ganz amerikanisch musste aber natürlich ein Hollywood-Remake her und das gleich zwei Jahre später. Daniel Craig als Michael Blomkvist soll das Zugpferd von Regisseur David Fincher sein und tatsächlich fegt der Streifen einige der Bedenken und Vorurteile vom Tisch. Vollkommen überzeugt werden die Fans der Bücher und der schwedischen Verfilmung allerdings nicht sein.
Romane als große Blockbuster mit internationalen Stars inszenieren - das können die Amerikaner. Normalerweise muss man sich daran auch gar nicht stören, denn viele amerikanische Remakes sorgten erst dafür, dass der "normale" Kinozuschauer überhaupt in den Genuss der Story kam und der Stoff ansprechend umgesetzt wurde. In den letzten Jahren passierte es jedoch immer häufiger, dass der Remake-Wahn der Amerikaner uns Europäern ein wenig zu weit ging. So verfilmte Hollywood den spanischen Kassenhit REC als Quarantäne und brachte ihn sogar im gleichen Jahr in die deutschen Kinos.
Die Amerikaner wollen keine synchronisierten Fassungen und auch sonst haben sie ihre lieben Probleme mit Material, das nicht aus den großartigen Vereinigten Staaten kommt. Verblendung ist nun ein weiteres Beispiel eines - zum momentanen Zeitpunkt - nicht unbedingt notwendigen Remakes. Während die Stieg Larsson-Bücher posthum von 2005 - 2007 veröffentlicht wurden, haben sich die Schweden gleich daran gemacht und mit Noomi Rapace als Lisbeth Salander im Jahr 2009 eine fantastische Verfilmung in die Kinos gebracht. Den Vergleich mit der jetzt vorliegenden Fincher-Version muss dieses Original definitiv nicht scheuen!
Mit Daniel Craig hat man sich in der männlichen Hauptrolle natürlich ein Hollywood-Schwergewicht gesichert, der allein schon die Massen in die Kinosäle zieht. Der Bond-Darsteller zeigt sich auch äußerst spielfreudig und interpretiert den komplexen Michael Blomkvist sehr intensiv. Die Besetzung der eher unbekannten Rooney Mara hingegen muss man eher zweifelhaft bezeichnen, denn die Lisbeth Salander aus dem schwedischen Original wirkt viel intensiver auf den Zuschauer, was aber auch an der eher weichgespülten amerikanischen Drehbuchvorlage liegen könnte.
Insgesamt hält sich Verblendung an einigen Stellen näher am Buch, was aber die Intensität und das Verständnis für gewisse Charakterentscheidungen für den Kinozuschauer eher erschwert. Hier haben die Schweden in ihrer Verfilmung einerseits natürlich mehr Laufzeit zur Verfügung gehabt, andererseits aber auch genau die richtigen Aspekte stärker herausgearbeitet. Die Hollywood-Variante zeigt sich an zu vielen Stellen zu glatt - vor allem bei der Soziopathin Salander, die sich viel zu "normal" präsentiert und damit leider sehr viel Spannung und Intensität aus den Situationen nimmt.
Die amerikanische Millenium-Trilogie hat begonnen und wird sein Publikum finden. Vor allem diejenigen, die um die schwedische Variante bisher einen Bogen gemacht haben, können mit Daniel Craig als Blomkvist und David Finchers Regie nichts falsch machen. Fans der Bücher und vor allem der schwedischen Verfilmung sollte klar sein, dass die Amerikaner ungern Ecken und Kanten in ihren Stories haben. Alles muss schön einfach sein und es sollten am Ende keine Fragen offen bleiben - genau das widerspricht sich aber grundlegend mit der Geschichte von Larsson. Der Mittelweg, der hier von Drehbuchautor Steven Zaillian gegangen wird, ist sicherlich kein schlechter, aber wird europäischen Ansprüchen leider nicht immer gerecht.  Weitere interessante Filme
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