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The Rum Diary

(The Rum Diary, 2011)

Dt.Start: 02. August 2012 Premiere: 28. Oktober 2011 (USA)
FSK: nicht bekannt Genre: Abenteuer, Drama
Länge: 120 min Land: USA
Darsteller: Johnny Depp (Kemp), Aaron Eckhart (Sanderson), Michael Rispoli (Sala), Amber Heard (Chenault), Richard Jenkins (Lotterman), Giovanni Ribisi (Moburg), Amaury Nolasco (Segurra), Marshall Bell (Donovan), Bill Smitrovich (Mr. Zimburger), Julian Holloway (Wolsley), Bruno Irizarry (Lazar), Enzo Cilenti (Digby), Aaron Lustig (Monk), Tisuby González (Rosy)
Regie: Bruce Robinson
Drehbuch: Bruce Robinson


Inhalt

Entkräftet vom Lärm und der ständigen Hektik New Yorks, beschließt der freiberufliche Journalist Paul Kemp, nach Puerto Rico in das malerische San Juan zu flüchten. Dort angekommen, nimmt er ein Engagement bei einer lokalen Gazette an, um der großen Leere in seinem Leben mit viel Arbeit und noch mehr Rum entgegenzuwirken. Doch neben den sonnigen und hochprozentigen Annehmlichkeiten der Karibik verzaubert ihn vor allem die schöne Verlobte des ortsansässigen Privatunternehmers Sanderson.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Rum Diary hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 68%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
The Rum Diary hat eine Wertung von 68%
Die Verfilmung von Hunter S. Thompsons erstem Roman bietet einen Johnny Depp in Bestform und angenehme Unterhaltung mit karibischem Flair. Ein lockerer Sommerfilm, der jedoch weder durch besondere Tiefe in der Handlung, noch durch größere Highlights überzeugen kann, und somit viel Potenzial vergibt.

Bild aus The Rum Diary Hunter S. Thompson, Kultautor, Erfinder des Gonzo-Journalismus und Schöpfer der Vorlage des Drogen-Kultfilms überhaupt: Fear and Loathing in Las Vegas. Bei The Rum Diary handelt es sich um sein erstes Buch, das lange Zeit als verschollen galt und erst viele Jahre nach seiner Vollendung erschien. Schon seit 2003 war eine Verfilmung des Stoffes geplant. Nachdem sich Thompson 2005 an seinem Schreibtisch eine Kugel durch den Schädel feuerte, drängte Johnny Depp, der auch persönlichen Kontakt zu Thompson pflegte, sehr darauf, das Projekt umzusetzen. 2009 starteten letztlich die Dreharbeiten unter der Regie des Briten Bruce Robinson, dessen letzte größere Regiearbeit einige Zeit zurück liegt: Sein letzter Film, Jennifer 8, erschien 1992.

Dass The Rum Diary schließlich doch noch verfilmt wurde, ist auf jeden Fall erfreulich. Zwar floppte Robinsons Film in den USA gnadenlos und auch in Deutschland wird er wohl kaum zum Blockbuster avancieren, doch insgesamt entstand ein recht solider Streifen. Aufgrund der Maßstäbe, die Terry Gilliams Fear and Loathing in Las Vegas setzte, in dem Depp schon 13 Jahre zuvor ein Alter Ego Thompsons spielte, kann man im unumgänglichen Vergleich nur enttäuscht sein. Von einem "Kultfilm" kann keine Rede sein; vielmehr handelt es sich um eine lockere Sommerkomödie mit versoffenen Protagonisten.

Es macht Spaß, Depp in der Rolle des Paul Kemp zu sehen, und es ist ihm in jeder Szene anzumerken, dass er vollauf in seinem Element ist. Schauspielerisch zeigt er seine beste Leistung seit langem und letztlich ist er es, der The Rum Diary sehenswert macht. Praktisch keine Szene kommt ohne ihn aus, was jedoch auch daran liegt, dass es keine Nebenhandlungsstränge gibt. Das restliche Darstellerensemble ist durchgehend gut aufgelegt. Aaron Eckhard (Thank You For Smoking) überzeugt als versnobter Geschäftsmann, und Michael Rispoli (Kick-Ass) wirkt zwar neben Depp zeitweise leider etwas verloren, dennoch hat das ungleiche Gespann einige amüsante Momente. Ein wirkliches Kultduo sind sie aber bei weitem nicht. Giovanni Ribisi (Public Enemies) ergänzt die beiden gelegentlich, was zwar hin und wieder zum Grinsen anregt, jedoch eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Er spielt einen vollkommen abgestürzten Säufer, der hin und wieder auftaucht, verwirrt umherirrt oder Schallplatten mit Reden von Hitler abspielt, als der Zuschauer gespannt darauf wartet, dass sich Amber Heard (Zombieland) entblättert. Somit schwankt seine Figur sprichwörtlich zwischen witzigem Chaoscharakter und nichtssagender Nervensäge.

Zwar gibt es zwischenzeitlich einige Höhepunkte und winzige Entwicklungen, die entscheidenden Akzente werden jedoch nie gesetzt. Es fehlt an eingängigen Erinnerungswerten und an Szenen, über die man gern spricht und auch im Nachhinein noch lachen kann. So ist The Rum Diary zwar sehr angenehm zu schauen und durchgehend recht unterhaltsam, besonders spannend oder mitreißend ist er jedoch nicht.



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