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Cheyenne - This Must Be the Place(This Must Be the Place, 2011)
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10. November 2011 DVD: 05. April 2012
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Premiere: |
20. Mai 2011 (Cannes Film Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Komödie, Drama |
| Länge: |
118 min
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Land: |
Italien, Frankreich, Irland |
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Darsteller:
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Sean Penn (Cheyenne), Frances McDormand (Jane), Judd Hirsch (Mordecai Midler), Eve Hewson (Mary), Kerry Condon (Rachel), Harry Dean Stanton (Robert Plath), Joyce Van Patten (Dorothy Shore), Shea Whigham (Ernie Ray), Liron Levo (Richard), Simon Delaney (Jeffery), Heinz Lieven (Aloise Lange), Seth Adkins (Jimmy), Peter Carey (Saks Clerk) |
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Regie:
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Paolo Sorrentino |
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Drehbuch:
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Umberto Contarello & Paolo Sorrentino |
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 Inhalt
Lang ist sie her, die Zeit der großen Erfolge des einstigen Rockstars Cheyenne. Während er in den 1980er-Jahren einen furiosen Ruf genoss, fristet er nun ein einsames, trostloses Dasein in Dublin. Seine einzigen sozialen Kontakte beschränken sich auf seine Frau Jane und das ortsansässige Gothic-Girl Mary. Als sein jüdischer Vater stirbt, macht er sich auf zur Beerdigung in die USA und erfährt dort von dessen Lebenswerk: die Suche nach seinem einstigen Peiniger im Konzentrationslager Auschwitz, Alois Lange. Cheyenne setzt die Suche fort. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Sarah Sillius
Was wird aus einem Rocker, der die beste Zeit hinter sich hat? Der einmal so depressive Lieder geschrieben hat, dass sich zwei Jugendliche das Leben nahmen? Was tut er, wenn die Musik nur noch mit schlechter Erinnerung verbunden ist? Cheyenne versucht, zumindest die Maske des einst gefeierten Musikers zu wahren: schwarze toupierte Haare, roter Lippenstift, aschfahles Gesicht, Lidstrich. Eine Art trauriger Clown auf der Flucht vor sich selbst und vor der Gegenwart. Eine tragische Figur, die vom wandelbaren Oscar-Preisträger Sean Penn (Milk) mit großer Sensibilität und einem Hauch von Witz verkörpert wird.
Irgendwie hat Cheyenne den Absprung von der Jugend ins Erwachsenenalter nicht geschafft. Er lebt im Damals - egal, was er tut. Noch immer läuft er wie ein Rockstar aus den 80ern durch die Gegend. Und auch, wenn er im Supermarkt für seine skurrile Erscheinung ausgelacht wird: Es ist das Letzte, was dem 50-Jährigen von seiner glanzvollen Zeit geblieben ist. Denn eigentlich lebt er zurückgezogen mit seiner Frau in einer Villa in Dublin und frönt der Langeweile und Depression. Von Punk und Rebellion keine Spur. Die Spießigkeit hat längst Einzug in Cheyennes Leben gehalten. Die meiste Zeit schlurft er mit seinem Ziehkoffer ziellos durch die Gegend. Bis zu dem Tag, als er vom Tod seines Vaters erfährt, den er seit 30 Jahren nicht gesprochen hat. Als Cheyenne zur Beerdigung nach New York reist, erfährt er von dessen dunklem Geheimnis. Sein Vater, ein Jude, wollte zeitlebens Rache nehmen für eine schwere Demütigung, die ihm im Konzentrationslager widerfahren ist. Cheyenne hat nun eine Aufgabe: Er will den Schuldigen ausfindig machen und den Plan seines Vaters fortführen. Die Suche führt ihn jedoch vielmehr zu sich selbst und dem Platz in seinem Leben.
Zusammengefasst: Ein depressiver Rockstar begibt sich auf die Suche nach einem Nazi-Verbrecher aus Auschwitz, um seinem toten Vater näher zu kommen. Klingt mehr als absurd. Aber das macht nichts. Dieser Film lebt gerade von dieser Absurdität und von Widersprüchen. Es ist eine wahre Freude, Sean Penns scheue Mimik und Gestik und gleichzeitig seine Maskierung zu betrachten. Der piepsigen Stimme zu lauschen. Ihn beim Squash-Spielen im Pool zu sehen. In seine tieftraurige Augen zu blicken und gleichzeitig einen schwarzhumorigen Witz aus seinem Munde zu hören.
Sean Penn als Cheyenne erinnert durch seine Verletzlichkeit ein wenig an Tom Hanks in Forrest Gump. Manchmal hat man den Eindruck, der Ex-Rocker sei noch ein kleines Kind, das von seiner Mutter beschützt und immer wieder getröstet werden muss. Die Mutterrolle übernimmt seine Frau Jane, ebenso fabelhaft gespielt von Frances McDormand (Burn after Reading). Cheyenne ist aber nicht nur ein rührendes Portrait. Letztlich geht es hier auch um die Liebe zur Musik, hier wird wahrer Post-Punk auf die Leinwand projiziert. Ja, vielleicht könnte man den Film sogar als Liebeserklärung von Regisseur Paolo Sorrentino (Il Divo) an die Idole seiner Jugend verstehen. Vielleicht steht Cheyenne für Robert Smith, den Sänger von The Cure, vielleicht für Ozzy Osbourne, vielleicht für David Byrne von den Talking Heads (der selbst mit seiner Musik im Film auftaucht). Dann geht es gar nicht um die Figur an sich. Sie ist das Symbol für das verloren gegangene Gefühl einer ganzen Musikgeneration. Ein Gefühl, das - will man es ins Jetzt übertragen - nur noch schmerzt.
Viele Fragen bleiben im Film unbeantwortet. Was hat Cheyenne mit dem verlorenen Sohn aus der Nachbarschaft zu tun? In welcher Beziehung steht er zum Emo-Girl Mary? Erkennt er sich in ihr wieder? Ständig tauchen Szenen, Bilder, Personen auf, die den Zuschauer rätseln lassen. "Irgendwas stimmt hier nicht. Ich weiß zwar nicht, was es ist, aber irgendwas ist." Ein Satz, den sich nicht nur Cheyenne vorsagt. Trotz dieser quälenden Sinnfrage, vielleicht aber auch gerade wegen ihr, sollte man diesen Film gesehen haben. Und wegen eines Schauspielers, der - wie so oft - eine völlig neue Seite von sich zeigt.  Weitere interessante Filme
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