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Hotel Desire

(Hotel Desire, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

48%



Inhalt

Antonia ist die Mutter eines sechsjährigen Jungen, Zimmermädchen in einem Hotel und - sexuell vernachlässigt. Als sie am heißesten Tag seit sieben Jahren mal wieder zu spät in die Arbeit kommt, ahnt sie nicht, dass ihr an diesem Tag ein Mann noch große Lust bereiten wird.

Kritik

von Lutz Granert

Wertung Kritik

40%

Filme nach dem Geschmack der Zuschauer? Mittels "Crowdfunding" riefen die Macher von Hotel Desire zum fleißigen Spenden für einen Erotikfilm auf, der sich anschickt, die PorNEOgrafie zu erfinden. Das realisierte Ergebnis ist ein unorigineller Schmuddel-Film in hübschen Bildern.

Bild aus Hotel Desire "Sex sells" ist ein nur allzu bekanntes Credo aus der Werbebranche. Wenn die Tierschutzorganisation PETA mit der Zweckentfremdung von Gemüse für besseren Sex von Vegetariern wirbt, verfehlt das seine Wirkung nicht, blieb er doch dem Rezensenten als Einleitung für seine Filmkritik im Gedächtnis haften. Auch Hotel Desire, der den gleichen Titel trägt wie ein französischer Porno aus dem Jahre 2002, bediente sich eines publikumswirksamen Hinguckers. Eine Frau duscht, ihr nackter Körper wird in Großaufnahmen kadriert, ihre Scham ist zu sehen. Schnitt - das war die erste Szene. Mehr vom Film gibt's nur dann, wenn man auch dafür zahlt.

Auf der Homepage von Hotel Desire wurde zum "Crowdfunding" aufgerufen: Das Publikum schießt Spenden zu einer Produktion zu - wird der festgelegte Betrag erreicht, wird der Film realisiert, der unter dem Stichwort der PorNEOgrafie "Sexualität in ihrer Totalität als Ausdruck menschlicher Lebensfreude" darstellen will. Kein Porno also, sondern ein Erotikfilm mit ein paar pornographischen Szenen, wie sie in 9 Songs oder Bedways schon zu finden waren. Mit dem Unterschied, dass hier nicht der realistische Aspekt des Aktes im Vordergrund steht, sondern seine Sinnlichkeit, die Darstellung von Lust, Leidenschaft und Begehren. Das hat Viele neugierig gemacht und, voila, Hotel Desire findet nach Erreichen eines Spendenbetrags von 170 000 Euro seinen Weg in die (Online-)Videotheken. Zur Kinoauswertung reicht es mangels Laufzeit - nur 38 Minuten - auch schwerlich.

Dieser kurze Erotikfilm wird dabei seinem Genre mehr gerecht, als ihm und seinen Zuschauern lieb sein kann. Die Handlung beschränkt sich auf das Nötigste, ist in ihren Motiven platt, nur um konsequent auf den Höhepunkt zuzusteuern. Das sexuell sträflich vernachlässigte Zimmermädchen Antonia (Saralisa Volm) hat nach Jahren der Abstinenz - ihr sechsjähriger Sohn ist schuld! - mal wieder Sex. Und zwar nicht irgendwelchen, sondern ziemlich befriedigenden. Und das auch noch während der Arbeit im Hotelzimmer, als sich ein Gast, der blinde (!) Maler Julius Pass (Clemens Schick) über sie hermacht. Das klingt wie die Verwirklichung einer Altherrenfantasie - und ist es auch. Weitere Charaktere: ein übertrieben nachsichtiger, schwuler Vorgesetzter (Jan-Gregor Kemp), der für etwas Humor sorgt, ein gutmütiger Page (Frederick Lau), der strenge Chef (Herbert Knaup). Dazu alberne Dialoge, das Setting des "heißesten Tages seit sieben Jahren" mit schweißgebadeten Menschen als plumpe Metapher für sexuelle Aufgeladenheit und eine unterschwellig lesbische Begegnung in der Umkleide.

So oder so ähnlich sieht der Bausatz für mitternächtliches Soft-Sex-Gerammel auf Privatsendern aus, wären da nicht auffälliges Product-Placement (ja, auch Red Bull und BMW waren Geldgeber für den Film, wie man sehr deutlich erkennt) und eben die besagte Sex-Szene, die vor Erotik nur so sprüht. Kurze Einstellungen sich umschlingender Körper, lusterfüllter Gesichter, des deutlich erkennbaren Fummeln an den Geschlechtsteilen und der Penetration wurden neuartig so zusammen montiert, dass Erotik und Porno doch tatsächlich eine sinnliche Synthese eingegangen sind. In lichtdurchfluteten, warmen Bildern, in einem edel erscheinenden Interieur und abseits der Kopulationsszene - was allerdings als unnötige inszenatorische Spielerei abgetan werden kann - angereichert mit extremen Aufsichten und einem schwarz-weißen Exkurs in das geschäftige Treiben eines anderen Hotelzimmers.

Hotel Desire ist zweifellos ambitioniert in der filmischen Darstellung des Geschlechtsakts, vergisst darüber hinaus jedoch jene originellen Ingredienzien, die diesem Vorhaben gerecht werden und sich vom Blendwerk nackter Körper in 08/15-Erotikfilmen abheben. Das ist etwas schade, hat doch die originelle Vermarktungsmaschinerie und somit die Erfüllung aller Nachrichtenfaktoren in Filmmagazinen bisher so gut funktioniert. Und so bleibt das Fazit: Zwar können Erwartungen des Publikums gekauft werden, aber nicht die Filmkritik, die hinter einer guten Idee auch aufgrund hölzerner Schauspielerleistungen deren unausgereifte Umsetzung fernab der zentralen Szene erkennt. Eine zumindest formal beachtliche Fingerübung, die sich allerdings zu sehr auf ihre optischen Schauwerte verlässt und hinter den durchästhetisierten Bildern nur gähnende Leere und eine Reißbrett-Inszenierung mit Klischee-Charakteren erkennen lässt.

Kurzkritik

von Kurt Meinicke

Wertung Kurzkritik

56%

Regisseur Sergej Moya realisierte mit Hotel Desire einen Erotikfilm mit pornographischen Elementen. Dabei hat er sein Ziel, Sexualität als Ausdruck menschlicher Lebensfreude darzustellen, zwar teilweise erreicht, doch erinnert das ebenfalls von ihm verfasste Drehbuch in einem zentralen Punkt dann doch zu sehr an typische Schmuddelfilme:
Wie es hier schlussendlich zum sexuellen Akt, dem Höhepunkt dieses Kurzfilmes, kommt, erinnert viel eher an eine typische 08/15-Männerfantasie, als dass es nachvollziehbar oder gar realistisch wäre.
Auch ansonsten wirkt die Handlung vereinzelt etwas plump, doch der Rest kann, trotz punktuell hölzernem Spiel von Saralisa Volm, durchaus kurzweilig unterhalten.
Auf herzliche Weise werden die Figuren nach einer kurzen, erotischen Duschszene eingeführt, bevor ohne große Umwege auf den Höhepunkt zugesteuert wird. Dieser ist auf inszenatorischer Ebene sehr gelungen und versprüht seine erotische Leidenschaft eindrücklich, ohne dabei jemals billig zu wirken. Und dies trotz einer teilweise sehr expliziten Darstellung des Aktes.
Am Ende regnet es, und der Zuschauer hat, trotz der vorhandenen Kritikpunkte, ein Lächeln im Gesicht.



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