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Ziemlich beste Freunde(Intouchables, 2011)
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05. Januar 2012
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Premiere: |
23. September 2011 (Festival, Spanien) |
| FSK: |
ab 6
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
112 min
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Land: |
Frankreich |
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Darsteller:
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Francois Cluzet (Philippe), Omar Sy (Driss), Anne Le Ny (Yvonne), Audrey Fleurot (Magalie), Clotilde Mollet (Marcelle), Alba Gaia Kraghede Bellugi (Elisa), Cyril Mendy (Adama), Christian Ameri (Albert), Gregoire Oestermann (Antoine) |
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Regie:
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Olivier Nakache, Eric Toledano |
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Drehbuch:
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Olivier Nakache, Eric Toledano |
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 Inhalt
Driss aus einem Problemviertel der Pariser Vorstadt ist frisch aus dem Knast entlassen und stellt sich bei dem Reichen vom Hals abwärts gelähmten Philippe als Betreuer vor, um eine Ablehnung und den nötigen Stempel fürs Arbeitslosengeld zu bekommen. Doch wider Erwarten wird er eingestellt, weil Philipp die frische, lebendige und unorthoxe Art von Driss imponiert und er kein Mitleid möchte von seinen Mitmenschen. Für Mitleid ist Driss nicht der Richtige, hat er doch eigene Sorgen und ist von Herkunft und Umfeld her eher anderes Niveau gewöhnt. Dementsprechend kommt es zum "Clash of Cultures" als diese beiden höchst unterschiedlichen Welten und Charaktere aufeinandertreffen. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Die wahre Begebenheit einer ungewöhnlichen Freundschaft zeigt dieser Film aus Frankreich. Ein Taugenichts aus ärmlichen Verhältnissen wird von einem schwerreichen fast ganzkörperbehinderten Mann eingestellt, um ihn Tag und Nacht zu versorgen. Wer jetzt ein schwermütiges Drama erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden, denn die Macher gehen mit einer Lockerheit an die Thematik, dass man aufgrund der bitterbösen und gleichzeitig so wunderbar charmanten Dialoge nicht gerade wenig zu Lachen hat. Dies ist auch der Chemie der beiden Hauptdarsteller zu verdanken, die eine enorme Spielfreude an den Tag legen und denen es zudem auch gelingt, die ernsteren Momente nie im Kitsch enden zu lassen. Ein wunderbar sympathisches Feel-Good-Movie, in dem ein schweres Thema auf herrlich lockere Art präsentiert wurde. Bitte mehr davon ...
Kritik
von Wilhelm Skrjabin
Driss ist ein junger Schwarzer aus einer Problemfamilie, die in den Plattenbauten von Paris lebt. Er ist aus dem Senegal zu seiner Tante und seinem Onkel gekommen und schlägt sich mit Arbeitslosengeld durch, für das er nachweisen muss, mehrfach arbeitssuchend gewesen zu sein. Dazu wird er bei verschiedenen ausgeschriebenen Stellen vorstellig, verlangt nach den Unterschriften der potentiellen Arbeitgeber und legt sie beim Amt vor. Als er in der Villa des reichen querschnittsgelähmten Phillipes aufkreuzt, malt er sich keine Chancen aus, die Stelle zu bekommen. Der aber findet Gefallen an ihm und ordert ihn kurz darauf an, die Stelle als sein persönlicher Pfleger und Assistent anzutreten. Nach und nach entsteht daraus eine besondere Freundschaft.
In den ersten Minuten des Films, in denen Driss und Phillipe mit ernster Miene eine Hatz durch die Straßen an der Pariser Seine fahren, die darin gipfelt, dass Phillipe dank einem gespielten Anfall Driss' Verhaftung zu verhindern weiß, wird bereits klar gemacht, was ihre Beziehung und damit den Film prägt, obwohl sie kein Wort miteinander reden: Unterschiedlicher könnten beide nicht sein, und trotzdem verbindet sie viel. Dieser düstere, das Ende ankündigende Ton wird zwar nicht fortgeführt, aber beherrscht im inneren Phillipes und Driss' außergewöhnliche Beziehung.
Eric Toledano und Oliver Nakache verstehen es, nicht alle Schwere aus dem leichten Ton ihrer Inszenierung zu ziehen. Der meist gut aufgelegte und nicht gänzlich ungebildete Driss, aus dessen Sicht erzählt wird, versteht es von vorne herein, mit Phillipes Behinderung umzugehen. Die Narration steht völlig im Zentrum ihres Films, und so wird zunächst kaum einem Nebenschauplatz Zeit eingeräumt. Ebenso ist dem Zuschauer schon viel früher bewusst als Phillipe es erwähnt, warum er ausgerechnet den mit Vorstrafen belasteten und schlechtqualifizierten Driss den anderen Bewerbern vorzog: Er schont ihn nicht, hat kein Mitleid mit ihm und kann ihm so wieder die schönen Seiten des Lebens zeigen.
Ziemlich beste Freunde ist keine ernsthaft gelungene Charakterstudie und kein ernsthaft gutes Drama. Aber es kommt mit einer subversiven Leichtigkeit daher, die es schwer macht, die Geschichte um den kunstliebenden, grimmigen Phillipe, der im Vorhof einen Maserati verstauben lässt, und den gutgelaunten Streuner Driss nicht zu mögen.
Manche Räder der Biografien drehen zwar etwas zu nahtlos ineinander, und so sitzen die beiden schon bald Joint-rauchend unter den massierenden Händen von zwei thailändischen Frauen, aber anstößig platt sind selbst solche Szenen nicht.
So ist Ziemlich beste Freunde, im französischen Original "Intouchables", weder Vollblutkomödie noch hochdramatische, im Pathos stapfende Studie, wenn auch durchaus Anleihen aus beidem gezogen werden. Der Film meistert diesen mitunter spannenden Tanz mühelos. Er profitiert stark von seinem sichtlich gut aufgelegten Protagonisten-Duo. Voran Francois Cluzet als Phillipe weiß mit reiner Mimik überraschend viel an Leben in sein Spiel zu bringen. Letztendlich bleibt er aber in Verschiedenem zu nahe am Allgemeinplatz gebaut, ambitionslos und trotz recht hoher Unterhaltungswerte karg.  Weitere interessante Filme
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