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Eine schwer bekömmliche Militärsatire mit Joaquin Phoenix, die sowohl auf Humor als auch auf rohe Gewalt setzt, um ihre Message zu transportieren.
Der australischen Newcomers Gregor Jordan befasst sich in seiner zweiten Regiearbeit mit dem Militär, genauer gesagt mit in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten. Dabei geht er einen komplett anderen Weg als die letzten Produktionen zum Thema Krieg, in denen die Soldaten meist als patriotische Helden dargestellt wurden. In Army Go Home! kämpfen die Soldaten nämlich nicht gegen den sowjetischen Feind im Osten, sondern einen noch viel heimtückischern Gegner: die Langeweile. Wie das eben so ist, kommt man dabei immer auf dumme Gedanken, die dann dazu führen, dass beispielsweise bei einem spontanen Footballspiel in einem 20 Quadratmeter großen Raum ein Soldat zu Tode kommt.
Hauptfigur und Anti-Held des Streifen ist Ray Elwood. Er hat nutzt die viele freie Zeit um Geschäfte zu machen und verhökert alles von Reinigungsmittel bis hin zu Drogen. Der reibungslose Ablauf seiner Deal funktioniert dank seiner treuen Helfershelfer, einem Verbündeten bei der Militärpolizei und einem leichtgläubigen Vorgesetzen. Als Ray zwei Laster voll mit Waffen in die Hände fallen und er daraufhin den Deal seines Lebens aushandelt, taucht plötzlich der neue Commander Lee auf der Militärbasis auf, der es auf ihn abgesehen hat. Zwischen den beiden entbrennt ein erbitterter Kleinkrieg, bei dem Ray erkennen muss, dass sein Vorgesetzter doch am längeren Hebel sitzt.
Der Film beginnt äußerst vielversprechend und schafft es in den ersten Minuten die Missstände auf der Militärbasis mit humorvollen Mitteln zu karikieren. Doch mit zunehmender Dauer nimmt sich der Film immer ernster und wird zunehmend mit sinnloser Brutalität durchsetzt. Dadurch geht die Message des Film, die durch eine humorvollere Inszenierung besser hätte transportiert werden können, in einer aussichtslosen Romanze und einem Actionthriller-Ende unter. Es ist zwar recht und schön einige Handlungselemente überspitzt darzustellen, nicht aber, wenn man dadurch den Eindruck gewinnt, die in Deutschland stationierten Soldaten sind eine Bande von Kleinkriminellen und hirnamputierten Spinnern, die sich aus Langweile selbst abschlachten.
In den Hauptrollen der deutsch/englisch/amerikanischen Produktion erleben wir Joaquin Phoenix, der den gerissenen und smarten Ray Elwood in gewohnt souveräner und überzeugender Manier spielt. Seinem Charakter Ray geht das ganze Militärgehabe schlicht und ergreifend am Arsch vorbei. Stattdessen vergnügt er sich mit der Frau seines Vorgesetzten oder heizt mit seinem aufgeprolten Benz über die Autobahn. Ebenfalls mit von der Partie ist Ed Harris, der den leichtgläubigen Vorgesetzten wirklich vorzüglich und lustig spielt und alles mitbringt was einen guten Chef nicht ausmacht. Schließlich sollte man noch Scott Glen erwähnen, der zwar ab und zu den Text für sich behält, indem er ihn in seinen imaginären Bart nuschelt, aber trotzdem für die Rolle des beinharten Vorgesetzten wie geschaffen ist.
Alles in allem lässt sich Army Go Home! als bitterböse Satire und tiefschwarze Komödie bezeichnen, die vollkommen auf political correctness pfeift. Zum einen erleben wir Panzerfahrer, die im Drogenrausch einen Kleinstadt niederreißen oder lässige Wachposten, die bei der Einfahrt zum Hochsicherheitstrakt den Grill auspacken. Zum anderen bekommen wir aber deftige Kost in Form von demolierten Gesichtern oder einer komplett zugedröhnten Einheit, die sich gegenseitig über den Haufen ballert. Regisseur und Drehbuchautor Gregor Jordan lieferte eine handwerklich einwandfreie Inszenierung ab und polarisiert mit seiner unkonventionellen Geschichte. Sein Army Go Home! ist garantiert nicht mainstreamfähig und bietet 94 schwerverdauliche Minuten auf Kosten der US-Army. Definitiv kein Film, den man sich reinzieht, weil für xXx - Triple X oder Austin Powers die Karten schon vergriffen waren. |