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Die Frau in Schwarz

(The Woman in Black, 2012)

Dt.Start: 29. März 2012 Premiere: 03. Februar 2012 (Kanada)
FSK: ab 12 Genre: Drama, Horror, Thriller
Länge: 95 min Land: UK, Kanada
Darsteller: Daniel Radcliffe (Arthur Kipps), Ciaran Hinds (Mr. Daily), Shaun Dooley (Fisher), Janet McTeer (Mrs. Daily), Roger Allam (Mr. Bentley), Sophie Stuckey (Stella Kipps), David Burke (PC Collins), Alisa Khazanova (Alice Drablow), Liz White (Jennet Humfrye), Sidney Johnston (Nicholas Daily), Aoife Doherty (Lucy Jerome), Victor McGuire (Gerald Hardy), Alexia Osborne (Victoria Hardy), Mary Stockley (Mrs. Fisher), Daniel Cerqueira (Keckwick)
Regie: James Watkins
Drehbuch: Jane Goldman


Inhalt

Der junge Anwalt Arthur Kipps muss seine Familie in London verlassen, um im kleinen englischen Ort Crythin Grifford die Angelegenheiten eines verstorbenen Klienten zu regeln. Doch der Besuch auf dem alten Anwesen Eel Marsh House entwickelt sich zunehmend zum Horror-Tripp, auf den Arthur von einer mysteriösen Dame in Schwarz mitgenommen wird.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die Frau in Schwarz hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 87%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 80 für Die Frau in Schwarz

Nachdem James Watkins uns mit seinem Debut Eden Lake Terror bereitete, belebt er mit seinem neuesten Film die altehrwürdigen Hammerstudios. Von der FSK 12, eine der größten Fehleinschätzungen der letzten Zeit, sollte man sich dabei als Horrorfan nicht täuschen lassen. Obwohl Die Frau in Schwarz eine im Grunde recht typische Geisterhorrorgeschichte erzählt, die zudem die üblichen Entwicklungen und das obligatorische Finale aufweist, ist man im Grunde recht schnell im Film gefangen. Mit einer wunderbar altmodischen und gleichzeitig überaus schaurigen Ausstattung schuf Watkins eine absolut gruslige Atmosphäre, die im Grunde alleine schon genügen würde, um den meisten Zuschauern einen Schauer über den Rücken zu jagen. Doch gelingt es ihm zusätzlich, sein Publikum in einigen wirklich gemeinen Momenten richtig zu schocken und den Puls nicht gerade selten in die Höhe rasen zu lassen. Auch wenn man kein Freund des Geiserhorrors ist: Die Frau in Schwarz ist ein wunderbar altmodischer Horrorfilm mit einer hervorragenden Inszenierung. Sollte man nicht verpassen.

Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 90 für Die Frau in Schwarz

Mit Die Frau in Schwarz kommt endlich wieder ein Horrorfilm in die Kinos, der wirklich spannend und gruselig ist. Übermäßiges Blutvergießen oder Folterszenen braucht er dafür nicht und beweist so, dass Horror der alten Schule deutlich schockierender sein kann als gewaltgeiles Gemetzel. Natürlich sind alle Zutaten altbekannt und das Genre wird keinesfalls neu definiert, aber die vertrauten Prinzipien wurden so hervorragend kombiniert, dass die gewünschte Wirkung immer erreicht wird. Daniel Radcliffe ist fantastisch in seiner Rolle und schafft es scheinbar mühelos, den Zuschauer nicht mehr nur Harry Potter vor sich sehen zu lassen. Eine vereinnahmende Geisterbahnfahrt - für den Kinoabend mit der schreckhaften Freundin perfekt geeignet!

Kritik

von Matthias Pasler
Die Frau in Schwarz hat eine Wertung von 90%
Ein abgelegenes Dorf, dessen Bewohner einem städtischen Besucher ablehnend gegenübertreten, ein verlassenes Herrenhaus und geisterhafte Erscheinungen. Zugegeben, die einzelnen Elemente dieses stimmungsvollen Horror-Thrillers sind nicht wirklich neu. Doch die Art und Weise, wie sie hier kombiniert werden, ist durchaus effektiv und bietet beste Grusel-Unterhaltung mit einem gereiften Harry Potter.

Bild aus Die Frau in Schwarz In den 50er und 60er Jahren waren die Hammer-Studios der Lieferant für Horrorkino schlechthin. Auf ihr Konto gehen einige Klassiker des Genres, unter anderem Verfilmungen von Dracula (mit Christopher Lee), Frankenstein oder Sherlock Holmes (jeweils mit Peter Cushing). Nach dem Konkurs in den 80ern hörte man erst 2010 wieder von Hammer. In The Resident gab neben Hillary Swank sogar Christopher Lee sein Hammer-Comeback. Nach dem erfolgreichen Remake Let Me In folgt mit Die Frau in Schwarz nun die erste Geistergeschichte in der Hammer-Filmographie.

Darin spielt Daniel Radcliffe den jungen Anwalt Arthur Kipps, der noch immer schwer unter dem Tod seiner Frau vor drei Jahren leidet. Seine Depression beeinflusst auch seine Arbeit, weswegen sein Vorgesetzter ihm noch eine letzte Chance gibt, bevor er ihn entlässt. Kipps soll sich um Nachlass und Haus einer verstorbenen Witwe kümmern. Doch schon kurz nach seiner Ankunft in dem entlegenen Dorf Crythin Gifford kommt es zu ungewöhnlichen Vorfällen. Außerdem taucht wiederholt eine geisterhafte Frau auf, die völlig in Schwarz gekleidet ist.

Was im Vorfeld des Films wohl am meisten interessiert hat, war die Frage, wie Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe sich in seiner ersten Hauptrolle nach Ende der erfolgreichen Reihe behaupten kann. Zugegeben, es fällt nicht leicht in den ersten Filmminuten über diese berühmte Vergangenheit hinwegzusehen. Doch schon nach kurzer Zeit gelingt es Radcliffe mit seiner Darstellung, einen praktisch vergessen zu machen, wen man dort sieht. Er verschmilzt völlig mit der Figur des Arthur Kipps, die zudem gut durchdacht ist. So groß der Schrecken auch sein mag, den er erlebt, er kann nicht einfach davonlaufen. Irgendwie will er an das Gesehene glauben, in der Hoffnung, dass seine verstorbene Frau in einer anderen Welt auf ihn wartet.

Der zugrundeliegende Roman von Susan Hill erschien 1982 und hat bisher schon einige Adaptionen erhalten, als Fernsehfilm, Radioserie und Theaterstück. Mit der Regie der ersten Kinoverfilmung wurde nun James Watkins betraut, dessen Debüt Eden Lake mit Preisen auf diversen Horror- und Fantasy-Festivals ausgezeichnet wurde. Mit Die Frau in Schwarz liefert er nun eine viktorianische Gruselgeschichte mit klassischen Stilmitteln des Genres ab, vermischt mit Einflüssen des in den letzten Jahren sehr erfolgreichen Japan-Horrors. Es gibt keine blutige Gewalt oder platte Folterspielchen, sondern stimmige Gänsehautatmosphäre nonstop, die sich mit Fortgang der Handlung konsequent intensiviert. Die Entscheidung, die Geschichte komplett aus der Perspektive von Kipps zu inszenieren und den Zuschauer an allem, das er erlebt, direkt teilhaben zu lassen, war absolut richtig, und Radcliffe trägt den Film erfolgreich fast ganz allein.

Die Frau in Schwarz hat durchaus Aufgaben zu erfüllen. Es ist ein weiterer Schritt der Hammer-Studios zurück ins Geschäft und für Daniel Radcliffe einer vorwärts ins Charakterfach. Beides sollte gelingen, da der Film durchaus überzeugen kann. Zwar kommt die Auflösung im dritten Akt etwas zu simpel daher, doch insgesamt beschert einem die wirkungsvolle Atmosphäre über die gesamte Laufzeit ein angenehmes nervöses Kribbeln im Magen und einen erhöhten Puls, der einen auch auf dem Heimweg einen etwas schnelleren Gang als üblich einschlagen lässt.



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