Der schwedische Film gilt üblicherweise genau wie der gesamteuropäische international als speziell, da seine Vertreter von tiefsinnig bis schwierig reichen und so ganz anders funktionieren als das zum Großteil kommerziell orientierte amerikanische Kino. Doch die Vorbildfunktion Hollywoods bleibt, und immer wieder produziert auch Europa Filme, die den dortigen Erzählweisen folgen. Das gelingt allerdings nicht immer, wie dieser schwedische Kriegsfilm zeigt.
Im Dezember 1942 breitet sich der Zweite Weltkrieg immer weiter über Europa aus. Schweden hält sich noch politisch neutral, schützt aber vermehrt die eigenen Grenzen, weil ein deutscher Vorstoß erwartet wird. Als Leutnant Aron Stenström erfährt, dass sein Bruder Sven bei einer Erkundungstour an der norwegischen Grenze von deutschen Soldaten gefangengenommen wurde, bricht er mit einem kleinen Trupp zu dessen Rettung auf. Dabei muss er sich nicht nur gegen die Nazis zur Wehr setzen, sondern auch gegen die eigenen Leute, die ihn ausschalten wollen, bevor sein Vorstoß einen Konflikt auslösen kann.
Man merkt dem Film durchaus an, dass er mit viel Hingabe und Motivation gedreht wurde. Gerade deshalb ist es schade, dass das Resultat nicht wirklich überzeugen kann. Zwar sind die schauspielerischen Leistungen der Darsteller und die technische Umsetzung vor der winterlichen Kulisse recht solide, doch an vielen anderen Stellen hapert es einfach.
So versucht Richard Holm bei seiner Inszenierung einerseits Dramatik vor dem Hintergrund eines schrecklichen Krieges zu erzeugen, aber dabei auch einen Actionfilm zu machen. Ein Konzept, das so schon funktioniert hat. Bekanntere Beispiele (aus Hollywood) wären Tränen der Sonne oder Blood Diamond. Doch hier geht die Rechnung nicht auf. Die Actionszenen sind visuell gut umgesetzt worden, wiederholen sich aber über die Gesamtstrecke des Films zu sehr. Der Showdown in Rambo-Manier wirkt hingegen fast schon ein wenig lächerlich. Und auch die Tragödie des Krieges scheitert an zu klischeehaften (Nazi-)Schurken und einer übertrieben betonten Verschuldung des Protagonisten.
Die Erzählung erzeugt einfach zu keinem Zeitpunkt wirkliche Spannung. Schusswechsel folgt auf Verlust eines Kameraden, wiederum gefolgt vom nächsten Kampf mit erneutem Verlust. Die etwas interessantere Komponente der Gefahr aus den eigenen Reihen wird leider völlig verspielt. Ebenso wie die mal eben im Vorbeigehen entdeckte, (im Deutschen) titelgebende Operation Polarfuchs, die den Angriff der Nazis auf Schweden zum Ziel hat - im Gegensatz zu dem echten Unternehmen, das den Angriff auf die Sowjetunion von finnischem und norwegischem Gebiet aus beinhaltete.
Was von einem ursprünglich vielleicht ambitionierten Projekt übrig bleibt, sind ein paar schöne Winterbilder der schwedischen Wälder und ein leidlich unterhaltsamer Actionplot zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Doch das reicht eben lediglich zu einer DVD-Veröffentlichung.