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Ruhm(Ruhm, 2012)
| Dt.Start: |
22. März 2012
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Premiere: |
22. März 2012 (Deutschland) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
103 min
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Land: |
Deutschland, Schweiz, Österreich |
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Darsteller:
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Senta Berger (Rosalie), Heino Ferch (Ralf Tanner), Justus von Dohnányi (Joachim Ebling), Julia Koschitz (Elisabeth), Stefan Kurt (Leo Richter), Katharina Palm (Frau Zellerhoff), Susi Stach (Frau Rappenzilch), Axel Ranisch (Mollwitt), Gennadi Vengerov (Askisischer Beamter), Urs Peter Halter (Carl), Daniel Flieger (Handy Klaus), Maria Mittler (Silvia) |
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Regie:
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Isabel Kleefeld |
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Drehbuch:
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Isabel Kleefeld |
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 Inhalt
Elektroingenieur Joachim, Filmstar Ralf Tanner, Schriftsteller Leo Richter, Maria, Rosalie und der Blogger Mollwitt verbindet eine gemeinsame Geschichte. Dennoch muss diese erst geschrieben werden, denn wo das eine Sternchen auf dem absteigenden Ast jeden Tag "Youtube" nach neuen Einträgen nach sich durchforstet, kämpft die andere Frau gegen den Krebs. Jeder hat hier seine kleinen und großen Probleme, und jeder wird sich ihnen stellen müssen. Dabei gilt es nicht nur, sich anderen zu beweisen, sondern vor allem sich selbst die Stirn zu bieten, in dieser sich rasch vernetzenden Welt. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Benjamin Schieler
Kaum hat der Elektroingenieur Joachim Ebling den Laden verlassen, in dem er das erste Handy seines Lebens gekauft hat, klingelt das Ding auch schon. Und das ist erst der Anfang. Denn in der Zentrale des Anbieters hat jemand wahllos Nummern doppelt vergeben. Und der Vorgang treibt Blüten. Das Kinodebüt der Regisseurin Isabel Kleefeld, eine Verfilmung von Daniel Kehlmanns gleichnamigen Roman, erzählt charmant verteilt auf mehrere Handlungsstränge Geschichten von Ruhm und Sehnsüchten, wirkt aber letztlich ein wenig zahnlos.
Schon seit mehreren Jahren gibt es in Deutschland mehr Mobilfunkanschlüsse als Menschen, Statistiken zufolge sind es momentan mehr als 110 Millionen - und es werden stetig mehr. Was, wenn plötzlich Nummern doppelt vergeben werden? In Ruhm ist die Frage Ausgangspunkt einer Kontinente übergreifenden Geschichte, in deren Mittelpunkt der Schriftsteller Leo Richter (Stefan Kurt, Giulias Verschwinden) steht, der geheime Erzähler, um den sich alles andere dreht. Unter anderem zu Gast: seine Freundin Elizabeth (Julia Koschitz, Der letzte schöne Herbsttag), eine Ärztin ohne Grenzen, die schon häufig als unfreiwillige Titelfigur herhalten musste. Außerdem: ein Filmstar (Heino Ferch, Vincent will Meer), der sich in einer Szenekneipe als sein eigener Doppelgänger ausgibt. Ein biederer Handy-Neubesitzer (Justus von Dohnany, Männerherzen... und die ganz große Liebe), der die Nummer des Filmstars erbt. Eine unbekannte Schriftstellerkollegin, die als Ersatz für Richter auf einer Kreativreise einen postkommunistischen Albtraum in einem zentralasiatischen Fantasieland erlebt. Und: Rosalie, gespielt von der großen Senta Berger (Zettl), die unheilbar an Krebs erkrankt ist und beschließt, ihrem Leben selbstbestimmt bei einem Schweizer Sterbehilfeverein ein Ende zu setzen.
Ruhm ist in gewisser Weise die Verfilmung eines Romans im Film, der auf einem Roman basiert. Denn Leo Richter hat die Macht, er hält die Fäden in der Hand. Und derjenige, der sie ihm in die Hand gab, war Daniel Kehlmann, der sich als Schriftsteller vor allem durch sein Buch "Die Vermessung der Welt" einen Namen machte. Die Regisseurin Kleefeld, die bislang vor allem fürs Fernseher gearbeitet hat, sicherte sich bereits vor der Veröffentlichung von Kehlmanns "Ruhm" die Filmrechte, bekam vom Autor freie Hand und schnitt sich die Geschichte zurecht.
Herausgekommen ist ein ruhiger Film, der zuweilen etwas zu ruhig ist, von dem man sich in diesen Momenten etwas mehr Biss erhofft hätte. Der dann fast zahnlos wirkt, aber dennoch charmant von den Menschen erzählt, die im Rampenlicht stehen und von denen, die auf sie schauen. Normalerweise nehme man sich selbst als Individuum oft wichtiger und ernster als andere es tun, fühle sich unterschätzt und zu wenig wahrgenommen, hat Kehlmann festgestellt. Erlange man jedoch Bekanntheit, drehe sich das Verhältnis um - und dem Star bleibe nichts anderes übrig, als sich "mit erniedrigend drastischer Selbstironie" zu begegnen, "weil man nun die Skepsis, die früher die anderen einem entgegengebracht haben, selber übernehmen muss".
Kehlmann, Jahrgang 1975, spricht freilich aus Erfahrung - und dürfte sein kleines Cameo in dem Film als Laudator von Leo Richter beim Zürcher Dürrenmatt-Preis vollauf genossen haben. Kleefeld schrieb Auszüge aus realen Lobeshymnen auf Kehlmann zusammen, fügte zusammenhanglose Textbausteine hinzu und hatte eine Rede geschaffen, wie sie zu Ehren der Berühmten immer wieder gehalten wird. Reden, in denen meist weniger die Person im Mittelpunkt steht, sondern das Abbild, das sie darstellt. Ihr sei es aber eher darum gegangen, eine Geschichte über die "Sehnsucht nach einem gelungenen Leben" zu erzählen, weniger eine über Menschen im Dunkel und andere im Licht, hat Kleefeld verraten. Sie tut das tatsächlich mit einigem subtilen Humor, manchmal auch mit der vollen Kraft des Absurden. Ein Problem bleibt notgedrungen: das unausweichliche Ungleichgewicht der einzelnen Handlungsstränge. Der Film kratzt teilweise nur am Rand der Oberfläche.  Weitere interessante Filme
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