Michael Bully Herbig unter der Regie von Helmut Dietl - eigentlich eine Kombination, die man sich durchaus amüsant vorstellen kann. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist aber derart abstrus, langweilig und unlustig, dass man als Zuschauer nahezu fluchtartig den Kinosaal verlassen möchte. Wer bist zum Ende durchhält, sollte belohnt werden, am besten mit einer Geld-zurück-Garantie, um die verlorene Lebenszeit zu kompensieren.
Wer hätte es gedacht, dass sich Bully, der gerade im komödiantischen Bereich wohl sicherlich zu den erfolgreichsten Deutschen gehört, so stark in einer Rolle (beziehungsweise einem Drehbuch) irren kann. In den ersten Minuten will man dem Film eine echte Chance geben, denn die Trailer versprachen durchaus Humor und Wortwitz - aber spätestens, wenn eine Viertelstunde an einem vorübergezogen ist, frägt man sich, wie lange man dieses Schauspiel überhaupt ertragen kann.
Max Zettl (Michael Bully Herbig) ist Chauffeur, aber fühlt sich für Größeres berufen. Nach dem Tod eines Klatschreporters sieht er endlich seine Chance gekommen - als Chefredakteur eines Kulturelite-Magazins. Gemeinsam mit Paparazzo-Urgestein Herbie macht er sich daran, heiße Stories zu finden oder selbst für welche zu sorgen. Doch die High Society ist ein Minenfeld, und so sieht sich Zettl mit einigen Abhängigkeiten und Problemen konfrontiert, die ihm vorher nicht immer bewusst waren. Eins jedoch ist klar: Zettl weiß sich zu helfen!
In einer Zeit, in der sich der aktuelle Bundespräsident mit Schwierigkeiten konfrontiert sieht, die (zumindest teilweise) auch durch die Medien ausgelöst wurden, wirkt die Story um Zettl, der sich als Chefredakteur gern selbst inszeniert, nicht so weit her geholt. Mit allerlei Tricks werden hier Politiker und sonstige Promis miteinander und gegeneinander ausgespielt. Stories provoziert oder inszeniert, eben alles wie im richtigen Leben, oder?
An sich könnte Zettl also ein kritischer Film mit viel Substanz und einer ungeheuren Meta-Ebene sein. Leider belassen es Dietl und von Stuckrad-Barre als Drehbuchautoren dabei, ein Konstrukt an Verwirrungen aufzubauen, das jeglichen Tiefgang oder gar Kritik vermissen lässt. Dazu kommt eine Komplexität, die es dem Zuschauer nicht erlaubt, sich einfach berieseln zu lassen, sondern volle Aufmerksamkeit einfordert. Dies ist vor allem den vielen schlecht bis gar nicht eingeführten Charakteren zu verdanken, ein weiteres großes Manko des Films.
Bleibt also die witzige Ebene, auf der Dank dem Hauptdarsteller Bully einiges hätte passieren können oder sogar müssen. Leider verpasst man es auch hier, das Potenzial auszuschöpfen, sondern belässt es bei einem ständig faselnden Zettl, dessen Ergüsse weder inhaltlich noch humoristisch zu punkten wissen. Insgesamt wirkt der gesamte Cast nicht auf die jeweiligen Rollen gemünzt, sondern eher nach dem Motto "welches in Deutschland halbwegs bekannte Gesicht könnten wir noch bekommen" gewählt.
Zettl verspricht auf Grund des Casts, der groben Storyline und den Trailern eigentlich einiges an Potenzial. Dass man daraus mehr als 100 Minuten unheimlich schlechtes, anstrengendes und nicht mal ansatzweise komisches Material produziert, muss man fast schon als Leistung bezeichnen. Als Zuschauer kann man nur einen großen Bogen um jeden Zettl-Kinosaal machen, denn selbst geschenkte Kinokarten kosten Lebenszeit!